Olfens Altbürgermeister Josef Himmelmann feierlich verabschiedet

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„Alter“ und neuer Bürgermeister glücklich und zufrieden beieinander: Wilhelm Sendermann (r) bei der Abschiedsfeier von Josef Himmelmann. Foto: Werner Zempelin
 
Händeschütteln ohne Ende!? Foto: Werner Zempelin
Olfen - Der langjährige (mehr als 19 Jahre) Bürgermeister Josef Himmelmann wurde am Freitagabend in der Steverstadt feierlich verabschiedet - die Stadthalle war mit mehr als 300 Besuchern „proppenvoll“ - darunter die Familie, langjährige Weggefährten, aber auch politische Prominenz.

Schier endlos lang war das Defilee der Gäste, die dem Altbürgermeister Himmelmann und seiner Ehefrau Agnes die Hände schütteln und mit ihm den Eintritt in seinen Ruhestand feiern wollten: Denn am 21. Oktober endete die lange Amtszeit von Bürgermeister Josef Himmelmann.

Nach der gelungenen musikalischen Einleitung „I Heard it through the Grapewine“ durch die Band „Mixed Generation“ der Olfener Gesamtschule unter der Leitung von Musiklehrer Stephan Hortebusch, begrüßte der Bürgermeister-Nachfolger Wilhelm Sendermann seinen bisherigen „Chef“ und die vielen Gäste mit herzlichen Worten. Er hob extra Bürger hervor, die ein Ehrenamt bekleiden: „Sie liegen mir ganz besonders am Herzen“. Sendermann erwähnte besonders Achim Dahlheimer vom Ministerium für Bauen und Verkehr (Düsseldorf) und bedankte sich für die Landeszuschüsse und „manchen guten Tipp“.
Dem Kreis Coesfeld gegenüber habe man aus Finanzgründen gewisse Vorbehalte, aber mit „Wir freuen uns auch über Ihr Kommen“ wurde der ebenfalls gerade pensionierte Landrat Konrad Püning aus Seppenrade begrüßt. Auch die Bürgermeister der Nachbargemeinden vergaß Wilhelm Sendermann nicht, und der Landtagsabgeordnete Werner Jostmeier wurde ebenso willkommen geheißen. Erst später kam noch der Bundestagsabgeordnete Karl Schiewerling hinzu.

Obwohl sich Josef Himmelmann nur wenige und möglichst kurze Ansprachen gewünscht hatte, durfte ein Rückblick auf die „Himmelmann-Jahre“ nicht fehlen, wobei die ehemalige Chefsekretärin Maria Holtmann gute Dienste leistete, wie Wilhelm Sendermann betonte. Anhand einer Reihe von Fotos und Zeitungsartikeln ließ Sendermann den Werdegang und die Zeit als Bürgermeister Revue passieren – Heiteres und Ernstes wechselten sich ab.

Der in Olfen am 5. August 1948 geborene Alt-Bürgermeister Josef Himmelmann ging in Lüdinghausen zum Gymnasium, studierte in Münster fürs Lehramt am Gymnasium Geografie und Geschichte, danach seit 1978 Lehrer am Gymnasium Altlünen, wo er zuletzt kommissarischer Schulleiter war. Als CDU-Mitglied wurde er im Jahre 1984 erstmals in den Rat gewählt, 1989 übernahm er den Vorsitz der CDU-Fraktion und wurde dann 1995 zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister gewählt. In den Jahren 1999, 2004 und 2009 wurde er dann von den Bürgern mit großer Mehrheit in diesem Amt bestätigt, dabei war er laut Sendermann „unangepasst, streitbar und konnte auch schon mal in die Luft gehen“. Andererseits sei er sehr fleißig gewesen und „arbeitete sich in Sachverhalte ein, manchmal besser als der Sachbearbeiter“.
Für seine unbestreitbaren Leistungen für die Stadt Olfen bedankte sich der neue Bürgermeister ganz herzlich - auch im Namen der ganzen Bürgerschaft - beim bisherigen Bürgermeister, Josef Himmelmann. An Ehefrau Agnes Himmelmann gewandt betonte er: „Der Erfolg deines Mannes ist auch dein Erfolg“ – großer Applaus für beide „Himmelmänner“ war die Folge.
Im Hinblick darauf, dass viele noch tatkräftige „Frisch-Rentner“ zuerst versuchen, den Haushalt zu organisieren, wies Wilhelm Sendermann am Ende seiner Rede unter lachendem Beifall der Gäste darauf hin, dass es in §1356 des BGB heißt: „Ist die Haushaltsführung einem der Ehegatten überlassen, so leitet dieser den Haushalt in eigener Verantwortung“.

Nach einem weiteren Auftritt der Gesamtschulband trat das Olfener „Urgestein“ Paul Ostrop ans Mikrofon. Ihn hatte Josef Himmelmann einmal als „Lehrmeister“ und „väterlichen Freund“ bezeichnet. Er erinnerte an die Schwierigkeiten bei der Gründung einer Gesamtschule „im schwarzen Münsterland“ und wies auf die vielen Errungenschaften der Stadt hin, die mit dem Namen Himmelmann verbunden seien: „Olfen ist ein Stück lebenswerter geworden“.

Achim Dahlheimers Würdigung des Altbürgermeisters war nicht nur kurz, sondern auch heiter: „Josef Himmelmann ist der lebende Beweis, dass man einen Westfalen nicht zweimal wecken muss, bis er zum ersten Mal spricht“. Er wies auf dessen Entscheidungsfreudigkeit und Sendungsbewusstsein hin und brachte ihm als Geschenk eine neue Jeanshose mit, weil er die praktisch immer trage.

Altbürgermeister Himmelmann resümierte die 19 Jahre im Amt ausführlich, hier einige seiner Gedanken: „Zumutung als Seiteneinsteiger“, „Ich war immer der Spinner“, „Olfen hat sich heftig verändert, das ist nicht das Ergebnis eines Menschen allein“, „kein ordentlicher Beamter – eher Rebell“, „Zu beherrschen bin ich nicht“, „Dank an alle Bürgerinnen und Bürger, dass sie mich mitgetragen haben“, „Visionen entwickeln“, „Investieren in Bildung“, „Stolz auf Mitarbeiter im Rathaus“, „Aufgabe als Bürgermeister war wunderschön“. Seinem Nachfolger („lieber Willi“) wünschte er mit seiner „sehr motivierten Mannschaft“ einen guten Weg – „ihr macht das“.
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