BürgerReporter des Monats Dezember: Peter Siebertz aus Wesel

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BürgerReporter des Monats: Peter Siebertz aus Wesel.
 
Peter mit seinen Enkelkindern Lientje und Piet.

Peter Siebertz aus Wesel ist noch nicht allzu lange auf lokalkompass.de aktiv. Der Redaktion ist er aufgefallen, weil er regelmäßig aus dem Lokalen berichtet - typisch BürgerReporter also. Peter hat Freude daran, Menschen und ihre Aktivitäten kennen zu lernen und darüber zu schreiben. In diesem Interview stellt Peter sich der größten Herausforderung: sich selbst vorzustellen.

Bitte stell Dich kurz vor: Wer bist Du?

Meine Name ist Peter Siebertz. Meine Wurzeln liegen sowohl im Siegerland, weil ich da 1950 geboren bin und die ersten 19 Jahre dort gelebt habe, als auch im Revier, weil mein Papa 1897 in Essen geboren wurde und natürlich auch unter Tage gearbeitet hat. Nach sechs Jahren Studium in Berlin lebe ich mittlerweile schon 40 Jahre im Kreis Wesel. Meine beiden Kinder sind hier aufgewachsen und haben das Konrad Duden Gymnasium besucht.

Mein Berufsleben habe ich 1965 mit einer Ausbildung zum Elektromechaniker begonnen. Ab 1966 besuchte ich daneben noch eine Abendschule, um später studieren zu können. Mein Tag begann um 05.15 Uhr: 15 km im Sommer mit dem Fahrrad, im Winter mit dem Bus zur Arbeit, abends weiter zur Abendschule. Um 21.15 war ich dann wieder zu Hause.

Mit 18 Jahren habe ich dann noch angefangen, Samstag nachts auf einer Tankstelle Nachtschicht zu schieben, um Geld für das Studium zu sparen (20 DM pro Nacht). Das ging auch alles sehr gut, weil die Vokabeln „Schulstress“ und „Burnout“ noch nicht geläufig waren. Wenn jemand behauptet, dass Kinder aus sozial schwachen Familien in der Bildung benachteiligt seien, dann gilt das nur bedingt, weil man dann einfach nur viel mehr arbeiten muss als finanziell besser gestellte Kollegen. Jedenfalls habe ich alle Abschlüsse, trotz permanenter Armut, ohne Probleme geschafft.

1988 kam ich ans Fliegen. Ich war jetzt endlich in der Lage mir meinen Traum zu erfüllen, Pilot zu werden. Die Ausbildung zum Berufspiloten und Fluglehrer erforderte viel Zeit und war auch nicht ganz billig, aber es hat sich gelohnt: 1993 gründete ich mein erstes Luftfahrtunternehmen mit der ersten Antonov AN-2 und 1995 übernahm ich eine Flugschule.

Viele Privatpiloten und angehende Verkehrsflieger haben bei uns ihre Grundausbildung und ihren ersten Alleinflug absolviert, und einigen tausend Menschen haben wir bei unseren Rundflügen über das Ruhrgebiet ein unvergessliches Erlebnis bereitet. In der Antonov wurde sogar geheiratet. Dafür musste während der Trauung über dem zuständigen Standesamt gekreist werden.

Dann kam die Nacht zum 21. Dezember 2002. Eine Brandstiftung zerstörte zwei Flugzeuge total und beschädigte neun weitere. Das Büro wurde vernichtet. Es entstand ein Sachschaden von weit über einer halben Million Euro. Nachdem 2003 ein weiterer Brandschlag auf das Büro verübt wurde, war eine wirtschaftlich erfolgreiche Weiterführung des Luftfahrtunternehmens nicht mehr möglich.

2005 bin ich mit meiner Lebensgefährtin für eine kleine aber besondere Heirat nach Las Vegas geflogen. Die Anerkennung der Hochzeit in Hamminkeln war kein Problem. Zur Zeit bin ich Geschäftsführer meiner eigenen Firma, die unter anderem Datenschrank-Überwachungssysteme für Rechenzentren herstellt.

Warum bist Du beim Lokalkompass?

Im Weseler habe ich einen Aufruf gelesen, dass Leute beim Schreiben mitmachen sollten. Da ich mich angesprochen fühlte, war das der Anfang einer tollen Beschäftigung. Besonders interessant finde ich, dass ich viele Leute näher kennenlernen, schöne Bilder von Ihnen machen und was Nettes über sie schreiben kann.

Was schätzt Du an Deiner Heimatstadt?

Mein besonderes Interesse gilt den Menschen. Deshalb schätze ich besonders meine Freunde und meine Nachbarn. Da ich beruflich schon viel herum gekommen bin (USA, England, Frankreich, Italien, Norwegen, Russland, Ukraine, Taiwan, Arabische Emirate, Nigeria), kann ich sagen, dass ich Deutschland als meine Heimat ansehe. Ich habe nicht den Wunsch, woanders zu leben.

Was ist Dein liebstes Thema?

Liebste Themen habe ich nicht. Mich interessiert vor allem, Menschen und ihre Aktivitäten kennen zu lernen, die neu für mich sind.

Was ist Dein liebstes Hobby?

Mit Ende 20 hatte ich einen Kotten gekauft, um darauf später Pferde und andere Tiere zu züchten. Leider ist er, wie viele andere Dinge, bei meiner Scheidung abhanden gekommen. Daneben gehört mein ganz großes Interesse natürlich meinen drei Enkelkindern Lientje, Stina und Piet, die aber leider etwas weiter entfernt wohnen. Die Besuche von und bei meinen Kindern und Enkelkindern gehören natürlich zu den besonderen Momenten.

Was gefällt Dir am Lokalkompass?

Die Bandbreite der eingestellten Artikel und Bilder.

Was gefällt Dir nicht am Lokalkompass?
Wenn Leute versuchen, heimlich Werbung für was auch immer unterzubringen.

Hast Du bereits jemanden aus dem Lokalkompass getroffen?

Außer den Leuten, die ich sowieso schon kannte: nein.

Was ist Dein Lebensmotto?

Wer Rechte in Anspruch nehmen will, muss erst mal seine Pflichten erfüllen. Hilfe kann nur Hilfe zur Selbsthilfe sein. Immer positiv denken und nie aufgeben!

Welche Frage wolltest Du schon immer mal in einem Interview beantworten, die aber noch nie gestellt worden ist?

Meinen Kindern habe ich schon früh beigebracht, dass viel wichtiger als die Antwort ist, wer die Antwort gibt. Ist jemand überhaupt kompetent, eine solche Antwort zu geben? Will jemand schleimen oder ist es ein ehrliches Lob? Will jemand verletzen oder ist es sachliche Kritik? Das ist besonders wichtig geworden, weil heutzutage viele meinen, im Internet zu jedem Thema etwas sagen zu können.

(Fotos: privat)
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Dagmar Krauße aus Bochum | 02.12.2015 | 06:55  
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Renate Croissier aus Lünen | 02.12.2015 | 07:28  
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Michael Güttler aus Sprockhövel-Haßlinghausen | 02.12.2015 | 07:33  
Dirk Bohlen aus Wesel | 02.12.2015 | 08:29  
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Helmut Zabel aus Herne | 02.12.2015 | 09:01  
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Peter Gerber aus Menden (Sauerland) | 02.12.2015 | 09:21  
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