„Man muss sich seine Wurzeln bewahren“

Walisische Lotto-Gewinner berichten, wie sich ihr Leben gewandelt hat

Der ganz große Gewinn – davon träumen wohl die meisten Menschen. Endlich sorgenfrei leben, nie wieder arbeiten müssen, sich und den Liebsten alle Träume erfüllen, Freizeit bis ans Lebensende. Das ist es wohl, was uns immer wieder auf den Jackpot hoffen lässt. Dazu vielleicht eine Villa auf einer einsamen Südseeinsel, im Hafen der malerischen Bucht die eigene Yacht. Oder doch lieber eine ausgedehnte Weltreise? „Träume sind Schäume“, sagt der Volksmund. Doch die Lotto-Statistiken beweisen das Gegenteil: Allein im Jahr 2014 wurden ca. alle acht Stunden 10 000 Euro oder mehr an glückliche Tipper aus Nordrhein-Westfalen ausgeschüttet. Darunter befanden sich sogar 23 Millionäre und 172 Großgewinner ab 100 000 Euro. Mit ein bisschen Glück und den richtigen Tippzahlen kann es also ganz schnell gehen – und von einem Tag auf den anderen ist der große Traum plötzlich zum Greifen nah.

Solche Glücksgeschichten werden natürlich nicht nur in Deutschland geschrieben. Überall auf der Welt werden regelmäßig Lottogewinner gekürt. Die britische Zeitung „Mirror“ berichtete, was walisische Lottoglückspilze aus ihrem Leben gemacht haben. Ein Paar berichtet, dass sich nichts verändert hat, bis auf die Tatsache, dass sie nun nicht mehr arbeiten müssen und dafür mehr Zeit zum Reisen haben. „Wir haben mehrere Kreuzfahrten gemacht und viele Länder bereist. Aber das haben wir früher auch schon gemacht, nur müssen wir uns jetzt keine Gedanken mehr um Urlaubszeiten machen. Wir fahren einfach, wenn wir fahren wollen.“ Die beiden hatten einen Lottogewinn von 3,5 Millionen Pfund geerbt. „Wir haben immer noch den gleichen Freundeskreis. Wir versuchen nicht, anders zu sein – man muss sich seine Wurzeln bewahren, nicht wahr?“

Auch andere Gewinner berichten von ausgedehnten Urlaubsreisen, teuren Handtaschen und Pelzmänteln. Doch sie alle machen auch deutlich, dass ihre Prioritäten die selben geblieben sind. Auf die Frage, was ihnen am wichtigsten sei, antworten sie nicht mit „Geld“. Stattdessen nennen sie Kinder, Hunde und Familie, den Wert des Teilens, das Leben und die Liebe. Natürlich ist durch den Gewinn nicht alles beim Alten geblieben. „Es gibt einem ein Gefühl der Erleichterung“, erzählt ein Mann. Bevor ihn das Losglück von 45,5 Millionen Pfund traf, war er ein Jahr lang arbeitslos gewesen. „Ich habe drei Kinder und sie alle sind jetzt Millionäre – meinetwegen. Das gibt mir ein gutes Gefühl.“

Einige bleiben sogar im Arbeitsleben: „Ich muss es nicht tun, aber ich genieße es“, schwärmt ein Landwirtschaftsingenieur, der einen Großteil seines Zwei-Millionen-Pfund-Gewinns vor zehn Jahren für eine 50 Hektar große Farm mit 20 Pferden ausgegeben hat. Ein anderer Millionär wechselte seinen Job und arbeitet nun als Vermögensberater. Er lebt immer noch in dem Haus, das er lange vor dem Großgewinn gebaut hat. „Mein Leben fühlt sich immer noch so an wie früher“, sagt er. „Es hat sich nicht viel verändert.“

In einer Tippgemeinschaft lässt sich der Gewinn gleich mehrfach genießen. „Das war das Beste“, berichtet ein Mitglied, dessen Tippgemeinschaft über vier Millionen Pfund gewonnen hatte. „Dadurch, dass wir alle zusammen gewonnen haben, konnten wir die gleichen Dinge tun. Wir haben uns unsere Traum-Rugbyspiele live vor Ort angeschaut.“

Und auch als Lotto-Millionär träumt man nie aus: „Es gibt immer noch einige Dinge, die ich erledigen muss. Ich habe zwar schon viel von dem gemacht, was ich mir erträumt und gewünscht habe. Aber ich denke, jeder hat diese eine kleine Sache, die er unbedingt noch machen möchte“, erzählt der Gewinner des 45,5-Millionen-Jackpots. Und ein anderer stimmt zu: „Es gibt viele Träume, die man mit Geld nicht kaufen kann.“
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