Richtig reagieren bei Verletzungen im Alltag: Diese Erste-Hilfe-Tipps sollten Sie kennen

Auch bei kleinen Wunden ist es ratsam, Einmalhandschuhe zu tragen. So schützt man sich selbst und verhindert, dass die Wunde verunreinigt wird. (Foto: Jörg F. Müller/DRK)

Jeder kann helfen: Immer wieder kommt es in unserem Alltag zu Situationen, in denen Menschen unsere Unterstützung brauchen. Ob beim Sport, im Büro oder dem Straßenverkehr – bei Unfällen ist schnelles Handeln gefragt. Da ist es gut, wenn man weiß, wie man Erste Hilfe leistet.

„Im Notfall trauen sich viele Menschen oft nicht zu helfen, aus Angst etwas falsch zu machen“, sagt Sigrid H. Bohnen vom Landesverband Westfalen-Lippe des Deutschen Roten Kreuzes. Braucht man aber gar nicht. Denn alles ist besser als nichts zu tun. Bohnen: „Mit ein paar Tipps kann jeder zum Lebensretter werden. Daher ist es wichtig, seine Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen.“

Zum internationalen Tag der Ersten Hilfe am 10. September gibt die Lehrbeauftragte für die Erste Hilfe Tipps, wie jeder in Alltagssituationen helfen kann.

Auf dem Spielplatz

Die Situation: Ihr Kind springt plötzlich von der Schaukel, fällt hin und schlägt sich die Stirn auf.

Was hilft? Um die Blutung zu stillen, sollte ein Verband angelegt, das Kind getröstet und zum Arzt gebracht werden. Das DRK empfiehlt: „Beim Anbringen des Verbands kommt es nicht auf die Schönheit, sondern in erster Linie auf die Zweckmäßigkeit an. Überprüfen Sie in jedem Fall, ob Ihr Kind noch gegen Tetanus geimpft ist.


Neben einer fachgerechten Wundversorgung sollte ein verletztes Kind getröstet und ihm so die Angst genommen werden. Foto: Falko Siewert/DRK

Auf dem Sportplatz

Die Situation: Sie gehen mit einer Freundin joggen und übersehen eine Unebenheit auf der Strecke. Der Schmerz durchzieht Ihr Bein. Sie sind umgeknickt und können den Fuß nicht mehr belasten. Der Knöchel schwillt an.

Was hilft? „Bei stumpfen Verletzungen wie Prellungen ist für die Erste Hilfe das PECH-Schema eine gute Merkregel“, so Bohnen. PECH steht für Pause, Eis, Compression und Hochlagern. Pause: Unterbrechen Sie Ihr Training, um eine weitere Schädigung zu verhindern. Eis: Kühlen Sie die betroffene Stelle. Wickeln Sie die Kühlpacks dazu in ein Tuch, um Gewebeschäden zu vermeiden. Compression: Machen Sie einen leichten Kompressionsverband, um eine Schwellung zu vermeiden. Hochlagern: Entlasten Sie Ihr Bein, damit die Schwellung schneller abklingt.

Im Büro

Die Situation: Die Arbeit stapelt sich und es herrscht stickige Luft. Ihr Kollege hat ein Schwindelgefühl und sackt zusammen.

Was hilft? Ist der Betroffene bei Bewusstsein und klagt über Schmerzen in der Brust, die häufig auch in den linken Arm, die Schulter und dem Oberbauch strahlen, dann kann es sich um einen lebensbedrohlichen Herzinfarkt handeln. In diesem Fall rufen Sie den Rettungsdienst und lagern Sie die Person schonend mit erhöhtem Oberkörper, sodass das geschwächte Herz entlastet wird. Öffnen Sie zudem enge Kleidung und vermeiden Sie, dass sich Ihr Kollege unnötig anstrengt oder aufregt. Falls Sie bemerken, dass der Betroffene das Bewusstsein verloren hat, nicht mehr atmet und auch kein Puls mehr zu spüren ist, beginnen Sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung.
Glücklicherweise handelt es sich aber in den meisten Fällen lediglich um Kreislaufbeschwerden, bei denen der Betroffene meist nur kurzzeitig das Bewusstsein verliert. „Bei Hitze, Stress oder einer mangelnden Flüssigkeitszufuhr kann einem schnell schwarz vor Augen werden. Der Betroffene sollte sich daher hinlegen und die Beine hochlagern, damit das Blut zum Kopf fließen kann sowie genug trinken“, rät die Expertin. Suchen Sie auf jeden Fall einen Arzt auf, falls die Beschwerden weiter anhalten.


Die Ursache für Kreislaufbeschwerden ist häufig ein niedriger Blutdruck. Foto: Andreas Müller/DRK

Zuhause

Die Situation: Sie kochen für Ihre Freunde ihr Lieblingsgericht. Als es schnell gehen muss, kommen Sie mit dem Finger an die heiße Herdplatte.

Was hilft? Kleine Verbrennungen sofort mit kaltem Wasser kühlen. Bilden sich Brandblasen, sollten Sie diese auf keinen Fall aufstechen, da ansonsten eine erhöhte Infektionsgefahr besteht – vermeiden Sie Hausmittel! Anders sieht es aus, wenn sich zum Beispiel eine heiße Tasse Tee über Ihren Schoß ergießt. „Bei großflächigen Verbrühungen sollte die Kleidung rasch, aber vorsichtig entfernt und der Notruf gewählt werden“, rät Bohnen. „Verzichten Sie darauf, die verletzten Stellen zu kühlen, da die Gefahr einer Unterkühlung zu groß ist.“

Im Straßenverkehr

Die Situation: Sie gehen auf dem Bürgersteig, als ein Radfahrer vor Ihnen das Gleichgewicht verliert und mit dem Kopf auf die Straße stürzt. Der Verletzte klagt anschließend über Übelkeit.

Was hilft? Der Radfahrer hat wahrscheinlich eine Gehirnerschütterung. Lagern Sie ihn daher mit leicht erhöhtem Oberkörper und halten Sie ihn mit einer Decke oder Jacke warm. Überprüfen Sie zudem regelmäßig seinen Bewusstseinszustand mit Fragen nach dem Wochentag oder dem Namen. „Mit einer Gehirnerschütterung sollten Sie sich auf jeden Fall in ärztliche Betreuung begeben, da kleine Blutungen im Gehirn entstehen können“, warnt das DRK. „Beim Fahrradfahren ist es deshalb immer ratsam, einen Helm zu tragen.“


Bei einem Sturz mit dem Fahrrad kann ein Helm vor Kopfverletzungen und einer Gehirnerschütterung schützen. Foto: Jörg F. Müller/DRK


Info:
Als einer der größten gesellschaftlicher Träger im Bereich Wohlfahrt profitiert das Deutsche Rote Kreuz vom Lotto-Prinzip. Rund 40 Prozent der Spieleinsätze der Tipper bei Westlotto gehen an das Land Nordrhein-Westfalen, das daraus wiederum das Gemeinwohl fördert. Mehr als 654 Millionen Euro sind auf diesem Weg allein im vergangenen Jahr zusammengekommen.
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