Naturfilmer Matto Barfuss im Interview zum Kinofilm "Maleika"

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Anfang Oktober feierte der Kinofilm "Maleika" große Weltpremiere im Zoopalast in Berlin. Nun ist der faszinierende dokumentarische Spielfilm, in dem es um die Gepardin Maleika und ihren Nachwuchs geht, auch in anderen Städten zu sehen.

Im exklusiven Interview mit Redakteurin Lauke Baston erzählt Tierfilmer Matto Barfuss von der Begegnung mit Maleika und ihren Jungen. Er fühlte von Beginn an, dass die Gepardin ihm eine großartige Geschichte erzählen könnte.

Wie ist die Idee zum Film entstanden?
Matto Barfuss: Das war eigentlich ein langer Prozess. Ich war schon als Kind den Katzen verfallen und träumte von Afrika. Begonnen habe ich dann mit zwölf Jahren als Kunstmaler. Ich habe auch als Maler immer Geschichten erzählt. Im Hinterkopf war aber immer der Film. Mit 14 hatte ich dann meine erste Ausstellung und mit den Erlösen habe ich mir meine erste 16-mm-Filmkamera gekauft. Ich schrieb ein Drehbuch, doch es war zu teuer, den Film zu drehen. So habe ich fotografiert und gemalt und 33 Jahre vom großen Kinofilm geträumt.
Dann kam 1995 die erste Afrikareise und es kribbelte immer mehr, nicht nur zu fotografieren, sondern endlich auch Filmgeschichten zu erzählen. Zunächst folgten noch Bücher und dann die ersten Fernsehfilme. Der Traum vom großen Kinofilm wird jetzt mit "Maleika" wahr.

Ihre persönliche Entscheidung, Maleika fast vier Jahre zu begleiten, war sicherlich eine große Herausforderung. Wie hat sich Ihr eigenes Leben in diesem Zusammenhang verändert?
Matto Barfuss: Maleika war und ist der Mittelpunkt meines Lebens seit vier Jahren. Ich hatte 257 Drehtage mit ihr und mein Lebensrhythmus wurde von ihr bestimmt. War ich nicht da, hatte ein kleines Team vor Ort die Beobachtung übernommen. Sobald etwas Entscheidendes passierte, kehrte ich zurück und alle Termine in Deutschland wurden abgesagt. Maleika ist sicherlich meine große platonische Liebe geworden.

Sich einem wilden Tier zu nähern, braucht Geduld und Mut. Haben Sie eine bestimmte Herangehensweise, um ein Verhältnis vor Ort aufzubauen?
Matto Barfuss: Zeit und unendliche Geduld sind meine wichtigsten Werkzeuge. Die Natur und damit Maleika führen immer Regie. Am Anfang arbeitete ich eher mit Teleobjektiven. Bald war das Eis gebrochen, und ich war ein Teil des Le-bensalltags von Maleika. Über die Jahre entstand dann eine sehr enge emotionale Bindung. Einmal kam Maleika auf mein Film-auto, lag neben meinem „Filmtisch" und schlief ein. Ihr Kopf fiel auf meinen Arm und sie war glücklich und schnurrte. Ich wollte nicht so viel Nähe, aber in diesem Moment genoss ich ihr Vertrauen total.

Was dürfen die Zuschauer bei "Maleika" erwarten?
Matto Barfuss: Einen Kinofilm im Spielfilmstil mit viel Nähe und einmaligen Bildern. Ich wollte, dass der Kinobesucher spürt, was die großartige Mutter fühlt und wie sie um ihre Kinder kämpft. Hätte ich vorher ein Drehbuch geschrieben, ich hätte es nicht schöner und dramatischer schreiben können. Die Geschichte ist großartig und das große Motto des Filmes ist: „Was immer auf der Welt passiert, es gibt keinen vernünftigen Grund aufzugeben!" Der Film sollte uns motivieren, in einer behüteten Gesellschaft mit allen Chancen viel optimistischer zu sein. Maleika zeigt es uns!
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2 Kommentare
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Bruni Rentzing aus Düsseldorf | 29.10.2017 | 08:23  
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ANA´ stasia Tell aus Essen-Ruhr | 29.10.2017 | 08:40  
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