Muschi, Minka und andere Miezen: Warum ist Cat Content so erfolgreich?

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Du fühlst dich schon besser, stimmt's? Das könnte daran liegen, dass du dir eine Katze ansiehst. (Foto: Beate Kottwitz)
 
Hast du für dein Haustier schon einen Facebook-Account eingerichtet? Du wärst nicht der/die Erste. (Foto: Manfred Kramer)
von Jens Steinmann

Sie schnurren, räkeln sich, stellen Unfug an, lassen sich von Menschen verwöhnen - und wir können offenbar nicht anders, müssen sie suchen, anklicken, lieben. Katzen, das weiß jeder, der in den letzten fünf Jahren mal online war, bevölkern die eine Hälfte des Internets; wofür die andere Hälfte reserviert ist, ist natürlich auch kein Geheimnis. Aber warum sind Katzenvideos und -bilder dermaßen erfolgreich?

Man muss sich den Erfolg unserer flauschigen Begleiter mal auf der Zunge zergehen lassen. Videos mit zig Millionen Klicks sind schon lange keine Seltenheit. Eines der erfolgreichsten Youtube-Videos des Jahres 2011 zeigt beispielsweise eine pixelige Katzenanimation, die durch einen nicht weniger pixeligen Nachthimmel fliegt; eine grauenvolle Melodie rundet das dreieinhalbminütige Erfolgsprodukt ab, bis zum heutigen Tag wurde es rund 130 Millionen Mal angesehen. Doch Katzen bringen ihren Haltern nicht nur Klicks, sondern in manchen Fällen auch bares Geld ein: Die vierbeinige Berühmtheit Grumpy Cat, die zunächst durch Internet-Memes bekannt wurde, darf sich über rund 315.000 Follower auf Twittersowie knapp neun Millionen "Gefällt mir" auf Facebook freuen und ist Werbepartner eines großen Produzenten für Tiernahrung. Seit Ende letzten Jahres ist sie außerdem auch als Wachsfigur bei Madame Tussauds zu bestaunen. Klar, dass sie längst einen Manager braucht, der sich ums Geschäft kümmert.

Suchbegriff "Katze" auf dem Vormarsch

Wie Google verrät, ist übrigens deutschlandweit nie öfter nach dem Begriff "Katze" gesucht worden als im Februar 2016 - mehr als doppelt so oft wie noch vor zehn Jahren. Und auch wenn die derzeit viel zitierte Flüchtlingskrise in den sozialen Medien heißt diskutiert wird: Als Suchbegriff schaffte sie es selbst zu ihren besten Zeiten (Oktober 2015) nur auf rund 15 Prozent der Suchanfragen zu "Katze". Nur der internationale Vergleich offenbart ein noch krasseres Verhältnis: Alle "Refugee"-Anfragen auf Google machten im Januar 2016 gerade einmal drei Prozent der "Cat"-Inhalte aus. Die mit Abstand fleißigsten Katzenklicker leben übrigens in Rumänien. Naja. So weit, so gut.

Katzenbilder machen wach

Eine Erklärung für dieses Phänomen bieten unter anderen der US-amerikanische Marketing-Experte und Universitätsdozent Dr. Jonah Berger und dessen Kollegin Katherine Milkman, die in einem 2011 erschienenen Artikel untersuchten, welche emotionalen Inhalte am ehesten dazu neigen, sich viral durch digitale Sphären zu verbreiten. Nach welchen Kriterien teilen, liken und kommentieren wir also? Entgegen der verbreiteten Meinung, dass sich vor allem mit negativen Emotionen konnotierte Nachrichten schnell verbreiten, kommen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass das entscheidende Kriterium ein anderes ist: der Grad der Aktivierung unseres zentralen Nervensystems. Nachrichten, die uns in dieser Hinsicht aktivieren, können positive (Freude, sexuelle Erregung) wie negative Emotionen (Wut) transportieren. Inhalte, die einen niedrigen Aktivierungsgrad (z. B.Trauer) auslösen, haben demnach deutlich weniger Reichweite im Netz. Der Anblick von Katzen, so scheint es, erfreut uns von Natur aus über die Maßen, macht uns wach, froh und mitteilungsbedürftig.

Cat Content als Bordprogramm

Diesen Umstand machen sich natürlich Marketing-Abteilungen etlicher Unternehmen weltweit zunutze. Eine britische Fluglinie ist beispielsweise dazu übergegangen, ihren Fluggäste Cat Content per Bordprogramm zu servieren. "Es gibt allerhand Studien, aus denen hervorgeht, dass Tiere zu betrachten das Wohlbefinden steigern kann", so ein Sprecher der Fluglinie. Man wolle durch das Bordprogramm für eine insgesamt entspannte und angstfreie Atmosphäre während des Fluges sorgen. Ob sich die Filmchen auch als Mittel gegen Flugangst behaupten können, steht zwar noch aus, ist aber vielleicht auch nicht so wichtig: Ihren Werbezweck haben die niedlichen Entertainer mit Sicherheit erfüllt.

In dem Sinne: Zeigt uns doch eure liebsten Katzen-, Hunde-, Schildkröten-, Vogel- und Erdmännchenfotos und ladet sie direkt hier im Beitrag hoch. Oder verweigert ihr euch konsequent dem Niedlichkeitsrausch eurer Mitmenschen? Wir freuen uns über eure Bilder und Kommentare.

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4 Kommentare
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Michael Güttler aus Sprockhövel-Haßlinghausen | 10.02.2016 | 20:32  
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Franz Burger aus Bottrop | 10.02.2016 | 21:03  
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Angelika Hartmann aus Hagen | 10.03.2016 | 16:40  
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Bodo Kannacher aus Essen-Süd | 19.03.2016 | 05:01  
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