Klaus Toppmöller tippt beim Verlagstippspiel „Steilpass“ mit

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Der 6. November 1997: Der VfL Bochum besiegt den FC Brügge mit 4:1 und zieht ins Achtelfinale vom Uefa-Cup ein. Trainer des damaligen Erstligisten und hier mittendrin: Klaus Toppmöller, der "anne Castroper" seine längste Trainer-Station seiner Karriere hatte. (Foto: firo)
 
Vor einem Jahr wurde Klaus Toppmöller als Trainer in die Jahrhunder-Elf des VfL Bochum gewählt. (Foto: firo)

In 513 Spielen saß er als Cheftrainer auf verschiedenen Trainerbänken und bekommt, obwohl er 2008 seinen letzten Job hatte, nach wie vor noch Angebote. So sollte er beispielsweise in den vergangenen fünf Jahren zweimal Nationaltrainer Chinas werden. Am kommenden Samstag wird er 66 Jahre alt. Klaus Toppmöller ist nicht nur der Jahrhundert-Trainer des VfL Bochum und der letzte, deutsche Trainer, der (mit Bayer Leverkusen) den FC Barcelona besiegt hat. In der kommenden Fußball-Saison ist er einer von zwei Promi-Tippern, die beim Verlagstippspiel „Steilpass“ teilnehmen.

„Meine Autogramm-Karten gehen langsam aus. Von Leverkusen habe ich gar keine mehr, von Bochum und Saarbrücken nur noch ein paar und vom HSV höchstens 20. Ich muss insbesondere mal Rudi Völler anrufen und um Nachschub aus meiner Leverkusener Zeit bitten“, beginnt Klaus Toppmöller (65) lächelnd das Gespräch. „Der Rentner“, wie sich Toppmöller selbst seit einem Jahr bezeichnet, genießt die Ruhezeit - und die Mosel bei Trier, wo der ehemalige Bundesliga-Trainer wohnt. „Ich habe zuletzt noch ein Angebot eines indischen Erstligisten gehabt. Aber das habe ich abgelehnt. Ich fühle mich hier viel zu wohl“, so Toppmöller zum „Steilpass“.

Toppmöller: "Damals wären Trainer wie Nagelsmann und Tedesco undenkbar gewesen"

37 Jahre alt war, als er ins Trainergeschäft einstieg. „Damals war es undenkbar, dass so junge Trainer wie Julian Nagelsmann oder Domenico Tedesco als Bundesliga-Trainer arbeiten. Aber Ex-Frankfurt-Trainer Armin Veh hat es vor kurzem gut beschrieben, als er sagte, dass es derzeit so einfach wie noch nie wäre, Trainer dort zu werden“, beginnt Toppmöller den Vergleich, ehe er hinzufügt: „Das Alter spielt dabei aber zunächst keine Rolle. Wie bei den Spielern gilt das Gesetz des Leistungsprinzips. Du musst nachweisen, welche Qualität du hast. Ansonsten bist du ganz schnell weg vom Fenster.“

Alles andere als schnell weg war Toppmöller in Bochum beim VfL. Zwischen 1994 und 1999 absolvierte Toppmöller 175 Spiele als Cheftrainer. Es war seine längste Station. „Das war super, ich erinnere mich noch genau. Ich bekam freie Hand und durfte schalten und walten, wie ich wollte. Das gefällt mir am besten, wenn ich meine eigenen Ideen voll einbringen kann“, so der 65-Jährige über seine Zeit beim damaligen Erstligisten. „Ich weiß noch genau, dass wir, um in den Europapokal zu ziehen, St. Pauli besiegen mussten - und wir gewannen 6:0!“ Der Revierklub zog in dem Jahr in den Uefa-Cup ein, als die Nachbarn die europäischen Trophäen gewannen. Der S04 eben jenen und der BVB die Champions League. Erst im Achtelfinale scheiterte der VfL ein knappes Jahr später an Ajax Amsterdam (2:4, 2:2).

2016 wurde Klaus Toppmöller in die Jahrhundert-Elf der Bochumer gewählt. Zu dem Zeitpunkt war der VfL „schon längst mein Herzensklub. Nach fünf Jahren wurde er aber mehr und mehr zum Ausbildungsverein und ich bekam ein Angebot vom türkischen Erstligisten Trabzonspor. Ich hatte schon fast unterschrieben, als Saarbrücken dazwischen kam. Da konnte ich wegen der Verbundenheit nicht Nein sagen - mit der Klausel, dass ich bei einem sehr guten Angebot wieder gehen darf.“

Anfragen von Trabzonspor und Kaiserslauten abgelehnt

Das kam schnell. Nach wenigen Monaten fragte Kaiserslauten bei ihm an. „Ich war dort Torschützenkönig, absolvierte die meisten Partien als Spieler und hatte eine wunderschöne Zeit. Das wollte ich so belassen und in Erinnerung behalten. Wäre es nach ein, zwei Jahren als Trainer schief gegangen, hätte ich mir das nicht verzeihen können. Also habe ich abgesagt“, erinnert sich Toppmöller. Stattdessen wurde es zur nächsten Saison Bayer Leverkusen. „Ich weiß noch, wie Udo Lattek als Experte gesagt hat, dass Leverkusen wohl Siebter werden würde. Stattdessen waren wir viel erfolgreicher.“

Allerdings verbinden viele seit dieser Zeit Toppmöller mit dem Begriff „Vizekusen“. „Dass wir Barcelona besiegt haben oder ich mit anderen Vereinen Meister wurde oder aufgestiegen bin, gerät in den Hintergrund. Stattdessen redeten und reden alle nach wie vor noch darüber, dass wir „nur“ dreimal Zweiter wurden. Ob in der Champions League, im DFB-Pokal oder der Bundesliga.“ Immerhin: Nach dem Sieg über Barca bekam Toppmöller die Schuhe und das Trikot von Stürmer Patrick Kluivert, die heute in der Sport-Bar im Dorf hängen, überreicht.

Mit Heiko Herrlich unternimmt die Bayer-Elf nun einen neuen Anlauf, um wieder zu den Spitzenteams zu gehören. „Ich wünsche ihm alles, alles Gute. Aber ich glaube, dass Aufstiege mit Jahn Regensburg einfacher sind, als mit Leverkusen stetig Erfolg zu haben. Die Abgänge, insbesondere der von Stürmer Chicharito, könnten Lücken hinterlassen. Aber im Kampf mit Schalke, Mönchengladbach, Hoffenheim und einem Überraschungsteam könnte es mit dem internationalen Geschäft wieder etwas werden.“

Toppmöller: "Der S04 bleibt eine Wundertüte"

Bayern München wird laut Toppmöller erneut Meister. „Der BVB und RB Leipzig werden, wenn überhaupt, als einzige die Phalanx vom FC Bayern durchbrechen können. Der S04 bleibt eine Wundertüte, könnte aber zwischen Platz vier und sechs landen“, so Toppmöller, der glaubt, dass Aufsteiger Hannover 96 es mit dem Klassenerhalt schwer haben wird. „Ebenso der HSV. Ich war damals froh, dass die Zusammenarbeit nach nur einem Jahr wieder beendet war. Schon damals war das Umfeld sehr unruhig. Genauso wie heute.“

Melden auch Sie sich jetzt beim Bundesliga-Tippspiel „Steilpass“ unter www.lokalkompass.de/steilpass an. Sowohl die Anmeldung als auch das Teilnehmen ist kostenlos. Darüber hinaus warten an jedem Spieltag tolle Gewinne für jeden Tagessieger!
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