S04 enttäuscht, Dortmund marschiert weiter

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Julian Draxler läuft und läuft und läuft... führt sein Weg jetzt zum VfL Wolfsburg? (Foto: Gerd Kaemper)
 
Matthias Ginter legte das 2:0 durch PIerre-Emerick Aubameyang uneigennützig auf. (Foto: Stephan Schütze)

Der Fehlstart für den VfB Stuttgart ist perfekt, während die Karnevalklubs sich in die Spitzengruppe der Liga vorschleichen. Der dritte Spieltag der Fußball-Bundesliga ist um und es zeichnet sich langsam ab, dass wieder einmal vermeintlich große Klubs in Abstiegsgefahr geraten.

Das Problem für die Klubs um Stuttgart, Mönchengladbach oder Hoffenheim: Jetzt steht erst einmal eine Länderspielpause an, so dass erst in zwei Wochen wieder um Punkte in der Beletage gespielt wird. Bis dahin dümpelt man also weiter in der Abstiegsregion vor sich hin. Dabei zeigt sich gerade der VfB Stuttgart erschreckend ineffizient.

Przemyslaw Tyton: Stuttgarts Gesicht der Krise

Die Schwaben spielen unter dem neuen Trainer Alexander Zorniger einen erfrischenden Offensiv-Fußball, vergessen dabei aber einerseits das Toreschießen und andererseits vernachlässigen sie auf teilweise amateurhafte Art und Weise die Defensive. Die Folge? Zehn Gegentreffer nach nur drei Spielen. Die 1:4-Heimniederlage am Samstag gegen Eintracht Frankfurt war insbesondere für Torwart Przemyslaw Tyton ein Déjà-vu. Bereits im ersten Heimspiel seiner Stuttgarter verschuldete Tyton am 1. Spieltag einen Elfmeter, den den 1. FC Köln auf die Siegerstraße brachte. Gegen Frankfurt kassierte Tyton zu allem Überfluss sogar die Rote Karte, so dass die Dreifach-Bestrafung für seine Kollegen (Platzverweis, Elfmeter, Tor) perfekt war. Bitter: Tyton steht bei den Schwaben nur im Tor, weil Neuzugang Mitch Langerak schwer verletzt ist. Eben jener Langerak, der aus Dortmund flüchtete, um nicht mehr hinter Roman Weidenfeller die Nummer zwei, sondern die Nummer eins zu werden.

BVB gewinnt auch in ungewohnter Tuchel-Manier

Weidenfeller selbst geht es in dieser Beziehung allerdings mittlerweile nicht besser. Der Weltmeister muss sich nach der Dortmunder Verpflichtung von Freiburgs Torwart Roman Bürki mit der Rolle des Ersatztorhüters anfreunden, wenngleich der 35-Jährige Einsatzchancen im DFB-Pokal und in der Europa League bekommen wird. Es ist – wenn überhaupt – die einzige, kleine Baustelle des BVB, der am Sonntagnachmittag Hertha BSC mit 3:1 besiegte und damit auch im achten Pflichtspiel unter dem neuen Trainer Thomas Tuchel zum achten Mal siegte. Die Belohnung? Durch den dritten Sieg im dritten Bundesligaspiel grüßen die Schwarz-Gelben von der Tabellenspitze. Punktgleich aber Dank des minimal besseren Torverhältnisses VOR dem großen FC Bayern. Dabei zeigten die Borussen ein anderes Gesicht, als man von ihnen in den vergangenen Wochen gewohnt war. Zwar hatte man bereits zur Halbzeit mehr Ballbesitz (58 Prozent) als die Hauptstädter und gewann wesentlich mehr Zweikämpfe (65 Prozent). Dennoch spielte man insgesamt kraftsparender und nicht mit dem zuletzt bekannten Vollgas-Fußball. Die Laufleistung gegen die Hertha war tatsächlich geringer als die des Gegners. Doch auch mit diesem Rezept kam die Tuchel-Elf zum Erfolg.

Wolfsburg schlägt Schalke ein doppeltes Schnippchen

Erster Verfolger des Duos Dortmund und Bayern ist der VfL Wolfsburg. Den „Wölfen“ gelangen in den vergangenen Tagen gleich mehrere Coups. Den ersten erreichte man durch einen 3:0-Heimsieg am Freitagabend über den FC Schalke 04. Coup Nummer zwei folgte am Sonntagnachmittag. Kevin De Bruyne wechselte für eine Rekordsumme von 75 Millionen Euro zu Manchester City. Plus Bonuszahlungen in bestimmten Erfolgsfällen könnte sich die Gesamtsumme auf bis zu 90 Millionen Euro erhöhen. Geld, das man problemlos zu Teilen in Julian Draxler investieren kann. Sein Preis dürfte bei 35 bis 40 Millionen Euro liegen und dürfte spätestens am Montagabend Coup Nummer drei werden. Draxler ist deutscher Nationalspieler, erst 21 Jahre jung und ähnlich talentiert wie De Bruyne.

Ein Geschäft, für das Wolfsburgs Manager Klaus Allofs sich auf die Schulter klopfen darf, Fragen zu Draxler und wiederum Schalkes Manager Horst Heldt aber aufwirft. Bislang schwärmte Draxler vom Ausland. Warum geht er zu einem Bundesliga-Konkurrenten der Königsblauen? Und: Wie kann Heldt es zulassen, einen direkten Konkurrenten zu stärken? Geld hin oder her. Immerhin: Der Schalker Schuldenstand dürfte von 169 Millionen Euro auf 129 Millionen Euro sinken. Zumindest für kurze Zeit.

Denn mit dem Draxler-Geld wollen die „Knappen“ Filip Kostic vom VfB Stuttgart verpflichten, womit sich der Kreis schließt. Ein Kreis, aus dem der VfB wohl erst einmal nicht herauskommt, wenn Trainer Zorniger seine Taktik nicht schnellstens überdenkt.
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