S04 siegt mit Mühe, BVB patzt, FCB freut sich auf Ancelotti

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Eric Maxim Choupo-Moting (r.) schoss den Siegtreffer des S04 im Spiel gegen die TSG Hoffenheim, die auf den letzten Platz abrutschte. (Foto: Gerd Kaemper)
 
Pierre-Emerick Aubameyang verpasste es, den 20-Tore-Rekord von Gerd Müller nach einer Hinrunde zu knacken. Dortmunds Stürmer beendete die Hinrunde mit 18 Treffern. (Foto: Stephan Schütze)

Der FC Bayern München geht mit acht Punkten Vorsprung in das neue Jahr. Zum Abschluss von 2015 überraschte der Tabellendritte Hertha BSC mit einem 2:0-Sieg über Mainz weiter, während die TSG Hoffenheim auf den letzten Tabellenplatz abrutschte.

Schuld daran war die 0:1-Niederlage auf Schalke und der gleichzeitige Sieg des VfB Stuttgart gegen den VfL Wolfsburg (3:1), womit die „Wölfe“ auch weiterhin das zweitschlechteste Auswärtsteam der Liga bleiben. Die TSG zeigt sich damit aber auch unter Huub Stevens weiterhin schwach. In sieben Spielen gewann die Stevens-Elf nur ein einziges Mal. Stevens, der auf Schalke zum Jahrhunderttrainer gewählt wurde, sah wie 60.000 weitere Zuschauer ein insgesamt schwaches Fußballspiel zum Auftakt des 17. Spieltags am Freitagabend. Eric Maxim Choupo-Moting war in Halbzeit eins der einzige Torschütze im Spiel, das nicht viele Torchancen zu bieten hatte. Für die Königsblauen reichte es aber, um auf Platz sechs zu springen, punktgleich mit dem Tabellenfünften Leverkusen und zwei Punkte hinter dem neuen Tabellenvierten Mönchengladbach.

Gladbach gewinnt giftiges und spektakuläres Spiel gegen Darmstadt

Die „Fohlenelf“ siegte im letzten Bundesligaspiel des Jahres 3:2 gegen Darmstadt. In einem giftigen, teils überharten, unter dem Strich aber vor allem spektakulären Spiel drehte die Borussia am Sonntagabend einen 0:1-Rückstand in eine zwischenzeitliche 2:1-Führung, obwohl Kapitän Granit Xhaka aus purem Frust wegen Nachtretens noch vor dem 1:1-Ausgleich mit glatt Rot des Feldes verwiesen wurde. Darmstadt kam nach der Halbzeit noch zum nicht unverdienten 2:2-Ausgleich, ehe Oscar Wendt fünf Minuten vor Spielschluss noch den kaum für möglich gehaltenen Siegtreffer erzielte. Trotz der Niederlage überwintert Darmstadt als einer von zwei Aufsteigern auf einem guten 13. Platz. Die Borussia hingegen hat zwar in den vergangenen vier Pflichtspielen 14 Gegentreffer kassiert, sorgte aber mit dem neunten Sieg im 17. Spiel - und das nach fünf Niederlagen zum Auftakt - für einen versöhnlichen Abschluss.

Der zweite Aufsteiger, der FC Ingolstadt, ist sogar noch zwei Plätze besser als Darmstadt, obwohl die „Schanzer“ am letzten Spieltag 0:1 gegen Leverkusen verloren und damit nur zwei der letzten zwölf Spiele gewinnen konnten.

Modeste schießt Köln in letzter Sekunde zum Sieg über Dortmund

Der BVB verlor hingegen am 17. Spieltag erst zum dritten Mal überhaupt und verpasste bei der 1:2-Niederlage in Köln die starke Hinrunde mit einem Sieg zu krönen. Bitter für den BVB: Die Borussen führten seit der 18. Minute durch einen Sokratis-Treffer mit 1:0 bis zehn Minuten vor Schluss. Nach einem lange schwächeren Spiel der Kölner, schlugen diese dann in Person von Simon Zoller (83.) und dem zuletzt viel kritisierten Anthony Modeste in letzter Sekunde (90.) noch zum Heimsieg zu. Modeste, der stark in die Saison gestartet war, hatte zuletzt acht Spiele in Folge nicht getroffen, ehe er den dritten Sieg im neunten Heimspiel eintütete.

Nutznießer des BVB-Patzer - wie kann es anders sein - war der FC Bayern München. Der Tabellenerste gewann in Hannover durch ein Elmeter-Tor von Thomas Müller zwar nur mit 1:0. Dennoch baute der Deutsche Rekordmeister den Vorsprung auf Verfolger Dortmund auf satte acht Punkte aus. Die Deutsche Meisterschaft scheint damit schon vor Beginn der Rückrunde entschieden zu sein. Doch der 15. Sieg im 17. Spiel interessierte nach dem Schlusspfiff fast niemanden mehr. Zu sehr stand Trainer Pep Guardiola im Fokus der Medienlandschaft.

Ancelotti löst Guardiola nach der Saison als Trainer ab

Und der FCB bestätigte am Sonntag das, was unter der Woche verschiedene Medien bereits berichtet hatten. Der Spanier wird seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern und die Münchener verlassen. Drei Jahre lang wird Guardiola dann an der Säbener Straße gearbeitet haben. Ob ihm bis Mitte nächsten Jahres noch der ganz große Coup gelingt? Bislang konnte Guardiola mit dem FCB noch nicht die Champions League gewinnen.

Ganz gleich, wie die Saison endet, hat Bayern die Nachfolge aber bereits geklärt. Der Italiener Carlo Ancelotti wird einen Dreijahres-Vertrag unterschreiben und gilt unter den Experten als perfekte Lösung, obwohl oder weil er das komplette Gegenteil von Guardiola ist: sehr ruhig und jemand, der kaum rotieren lässt. Zuletzt trainiert Ancelotti Real Madrid, wo er ebenso Champions League-Sieger wurde wie mit dem AC Mailand, mit denen er sogar zweimal in Europa triumphierte. Zudem wurde der 56-Jährige mit Chelsea und Paris - wie auch mit Madrid und Mailand - mit den jeweiligen Klubs Meister und gilt darüber hinaus als echter Gentleman. Eine Nachricht, die das Jahre des großen FC Bayern perfekt macht.
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