Volker Köhn aus Westerholt mit dem Hauptpreis, die „Vestische Literatureule“, Das Bild wurde von der Hertener Künstlerin Eva Ernst gestaltetet.
Manche Menschen im Vest lieben das Schreiben, Fabulieren, Erzählen - und doch lassen sie die Früchte ihrer Fantasie in der Schublade verdorren. Aber den Mutigen unter ihnen gehört die Recklinghäuser Autorennacht: Hier lesen sie vor großem Publikum in der Altstadtschmiede.
Es war aus mehreren Gründen eine ganz besondere, weil schon die 25. Autorennacht, zu der die Neue Literarische Gesellschaft Recklinghausen (NLGR) eingeladen hatte. Wegen des Jubiläums war als Thema „Fünfundzwanzig“ vorgegeben. „23 Menschen haben sich für die Teilnahme beworben, aber nicht alle haben sich an die Vorgabe gehalten“, berichtete vorab Claudia Kociucki, die gemeinsam mit Gudrun Gürth und Vorjahrespreisträgerin Sylvia Seelert die Jury bildete.
Einige der neun ausgewählten Autorinnen und Autoren aus Recklinghausen, Gladbeck, Datteln und Herten spielten witzig und wortreich mit der „25“, allen voran Anja Ollmert (Herten), die „25 Dinge, über die ich nie schreiben wollte“ auflistete oder Joachim Polnauer (Recklinghausen), der nahezu dadaistisch das Thema aufgriff.
Der Publikumssieger heißt Alexander Husnik. Der Debütant der Autorennacht, Jahrgang 1978, lebt in Datteln und erzählte die Geschichte „Der Papst, Recklinghausen und ich“. Eine sehr lustige Geschichte, auch sympathisch vorgetragen. Als Publikumpreisträger durfte Husnik eine Eulenfigur aus Ton mit nach Hause nehmen, überreicht von NLGR-Chef Werner Fondermann. "Sie kommt in mein Bücherregal", freute sich der Gewinner.
Der Preisträger der Vestischen Literatureule ist Volker Köhn. Der in Westerholt lebende Autor überzeugte die Jury, die diesen Hauptpreis vergibt, mit seiner Geschichte „Schlechte Karten“ über einen Mann und dessen esoterisch angehauchte Nachbarin, die einen ungewöhnlichen Papagei namens Lord hat, der ihr entwischt.
Die Jury hat die Texte nur schriftlich und anonymisiert vorliegen, das Publikum dagegen erlebt die Schriftsteller hautnah und kann auch, sofern vorhanden, deren Vortragskunst bewundern. Und diese Fertigkeit zeichnete tatsächlich diesmal alle neun Teilnehmer aus, auch Harald Landgraf (zweithöchste Stimmenanzahl), Harry Richter, Katja Klein, Wilfried Besser und Andrea Rohmert . Sämtliche Texte und kurze Angaben zu den Autoren sind in einer Broschüre (4 Euro) erschienen, erhältlich in den Recklinghäuser Buchhandlungen.
„So gewollt“ heißt die Tour 2012 von Thomas Godoj, und eigentlich hätte sie - nach vielen Erfolgen quer durch die Republik - jetzt in seiner Heimatstadt Recklinghausen enden sollen. Denkste: „Ich werde danach noch in Bochum, Hamburg und Berlin auftreten, weil ich angefragt wurde.“
Das gibt es nur mit dem Stadtspiegel: Obwohl das Konzert des sympathisch -bodenständig gebliebenen Künstlers in der Vest Arena Recklinghausen...
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