„Retro Station“ im Institut für Stadtgeschichte ist komplett

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Es ist geschafft – die letzte Abteilung der „Retro Station - Nächster Halt: Vergangenheit!“ ist fertig und offiziell eröffnet.

Die Retro Station ist eine dreiteilige Ausstellung im Institut für Stadtgeschichte, die sich an junge Menschen richtet. Bereits im Mai des vergangenen Jahres wurden die Bereiche „Die Stadtwerdung bis um 1900“ und „Die Geschichte des Bergbaus in der Region“ für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nun folgt auch die letzte Abteilung, die „Die Ereignisse des 20. Jahrhunderts“ präsentiert.

Damit sind künftig auch zwei wichtige Schwerpunkte in der stadtgeschichtlichen Ausstellung vertreten, die durch den grundlegenden Ratsbeschluss von 2010 für die Neukonzeption vorgesehen wurden: die NS-Zeit und die Migrationsgeschichte.
„Kaum ein Jahrhundert war so bewegt und prägend wie das 20. Umso entscheidender ist die Auseinandersetzung der jungen Generationen mit diesem Thema“, sagt Bürgermeister Christoph Tesche. „Und weil Jugendliche Teile der Retro Station mitentwickelten, bereitet sie die Geschehnisse zielgruppengerecht auf.“
„Die Ereignisse des 20. Jahrhunderts“ lassen das ein oder andere Thema der Ausstellung bereits vermuten. Besonders ist aber die kreative Aufbereitung, die eine Kombination aus Fotografien und Exponaten, aber auch aufwendigen Installationen bietet.

In den sechs neugestalteten Räumen wird die Geschichte Recklinghausens zu Zeiten der beiden Weltkriege, der Weltwirtschaftskrise, der Nationalsozialisten, aber auch die Themen Nachkriegszeit, Entwicklung der Ruhrfestspiele und Migration behandelt.
„Wir haben versucht, die Geschichte Recklinghausens so anschaulich wie möglich aufzuarbeiten. Wir sagen oder schreiben nicht einfach, was im 20. Jahrhundert passierte, wir zeigen es“, sagt Dr. Angelika Böttcher vom Institut für Stadtgeschichte. So sei zum Beispiel die deutsche Inflation von 1914 bis 1923 anhand von Lebensmitteln mit den dazugehörigen Preisangaben oder eine tägliche Lebensmittelration für einen Erwachsenen in der Nachkriegszeit dargestellt.

Das Thema Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg habe sich bei der Konzeption schwieriger als gedacht erwiesen, wie Böttcher erklärt. „Wir haben uns am Ende für ein Labyrinth aus großen schwarz-weißen Fotografien entschieden. Es geht dabei mehr um die Stimmung, die Orientierungslosigkeit, die die Besucher nachvollziehen.“
Für „Lichtblicke“ sorgen im Labyrinth sechs beleuchtete Tafeln, die Widerstandskämpfer in Recklinghausen zeigen und ihre Geschichte erzählen. „Die Tafeln sind bei uns Lichtblicke im düsteren Labyrinth, so wie die Widerstandskämpfer Lichtblicke in der dunklen Zeit des Nazi-Regimes waren“, sagt Böttcher.

Die Dauerausstellung kann montags, dienstags und freitags von 8 bis 13 Uhr, mittwochs von 8 bis 16 Uhr und donnerstags von 8 bis 18 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist kostenlos. Führungen auf Anfrage.
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