Ruhrfestspiele: Shakespeare mit dem Laserschwert hingerichtet

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Manfred Zapatka spielte den Prospero in "Der Sturm", Friederike Ott glänzte als MIranda, Franz Pätzold war in der Rolle des Ferdinand zu sehen. (Foto: krusebild)
Da dachte ich immer, "Der Sturm" ist ein so besonders sinnliches und poetisches Stück, praktisch unkaputtbar. Falsch. Dem Regisseur Gisli Örn Gardasson ist das Kunststück gelungen, durch Verfremdung und absurde Einfälle das Spätwerk Shakespeares regelrecht hinzurichten.
(Alle Bilder von Reiner Kruse.)

Klar kann man eine nüchterne Käfigkulisse als Bühnenbild nehmen. Aber spätestens als sich die Darsteller in Slow-Motion-Manier a la "Matrix" wanden und später sogar Laserschwerter schwangen, klang das Gelächter des Publikums fassungslos und nicht erheitert. Auch die Gesangseinlagen machten es nicht besser, im Gegenteil.

Gute Darsteller, absurde Regieeinfälle

Es war meine bisher vierte "Sturm"-Inszenierung. Drei Mal war's ein Genuss. Aber diese Produktion ist nur albern. Schade, vom Residenztheater München ist man Klasse gewohnt.
Respekt den Darstellern, allen voran Manfred Zapatka als Prospero. Am Ende gab es nur höflichen Applaus. Immerhin sorgte das Stück für Gesprächsstoff beim anschließendem Empfang. Echt gefordert waren auch die gut 20 Statisten, allesamt Theater begeisterte Menschen aus dem Raum Recklinghausen. Am dem 27. Mai gibt es ein eigenes "Sturm"-Projekt, in der Halle König-Ludwig: "Ein Sturm - 400 Jahre später".

Zu den prominenten Gästen bekannte und beliebte Schauspieler wie Günter Lamprecht, Jürgen Mikol, Wichart von Roell, Christine Sommer und Martin Brambach, außerdem gab sich Meisterregisseur Claus Peymann die Ehre. Seitens der Politik gehörten Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert, seine Stellvertreterin Claudia Roth, Ute Schäfer (NRW-Ministerin für Famiie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport) und Regierungspräsident Reinhard Klenke zu den prominenten Gästen,
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