Selten schön und nie vollkommen: Jöhring stellt im "Drübbelken" aus

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In einem giftig-harmonischen Verhältnis vielschichtig ineinander verwoben sind Mensch und Natur in Markus Jöhrings Gemälde „Allergiealarm“. Foto: Veranstalter
Recklinghausen: Drübbelken |

Malerei auf Leinwand und vorgefundenem Porzellangeschirr zeigt der Recklinghäuser Künstler Markus Jöhring in der Galerie im "Drübbelken", Münsterstraße 5.

Unter dem Titel „Fehlermeldung: Mensch“ setzt sich der diplomierte Designer kritisch mit Zeitfragen und persönlichen Krisenerlebnissen auseinander. Das Verbindende seiner oft grotesk und naiv anmutenden Bildwelten ist ein entlarvender Blick auf gesellschaftliches Normierungsdenken, Perfektionssucht und Optimierungswahn.
Sie sind selten schön und nie vollkommen: Jöhrings poppig-bunte, skurrile Bildwesen. Ob politisch-soziologische Themen wie Flucht und Migration oder medizinisch-psychologische wie der zunehmende Schönheitswahn: Mit den Mitteln der Überzeichnung und Verzerrung sowie viel trockenem Humor verwehrt der Künstler seinen Protagonisten die schützende Hülle aus Klischees und abgenutzten Bildformeln. Übrig bleiben fragile Existenzen in nackter Realität.

Dass sein Kommentar dabei nie ins Zynische abschweift, sondern den Überzeichnungen zum Trotz immer auch das Humane in allen Irrungen und Wirrungen betont, kann dem Künstler im Zeitalter der schnellen Shitstorms und flüchtigen Likes nicht hoch genug angerechnet werden.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 22. April.
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