Das Schreiben ist des Pfarrers Lust

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Heinrich Bücker hat sein neues Buch veröffentlicht. Foto: Michaela Kiepe/Bischöfliche Pressestelle

Wäre er nicht Priester geworden, hätte Heinrich Bücker sich seinen Lebensunterhalt wohl als Journalist verdient. "Ich habe immer schon gern gesprochen und geschrieben", sagt der 80-Jährige, der seit fast sechs Jahren in Recklinghausen lebt und in der Pfarrei St. Peter die Seelsorge unter anderem mit zahlreichen Gottesdiensten unterstützt. So kommt es nicht von ungefähr, dass Bücker nun bereits sein siebtes Buch herausbringt.

Predigten, kurze Erzählungen, Gedichte und Gebete sowie Erinnerungen, zumeist mit einer ordentlichen Portion Humor und einem Augenzwinkern gewürzt, machen einen Großteil seines schriftstellerischen Schaffens aus. Aus Gründen der Diskretion hat er in der Seelsorge Erlebtes oft verfremdet. Der Seelsorger und Heilpraktiker für Psychotherapie hat eine gute Beobachtungsgabe. Deshalb weiß er auch viel zu erzählen, bodenständig und unkompliziert. "Und in jeder Geschichte stecke ich auch selbst mit drin", sagt er mit einem Schmunzeln.

Das gilt für alles, was er schreibt, ob in einer Sammlung von Kurzgeschichten aus seiner Zeit als Priester auf der Insel Wangerooge oder in seinem Buch "Halleluja und Helau", einer Sammlung von Karnevalspredigten und Geschichten zur Anregung des Osterlachens. "Letzteres ist vor allem bei den Seelsorgern ein Renner. Ich schreibe gerade wieder für das Jahrzehnt nach 2020 neue Faschingspredigten", lässt er sich in die Karten schauen.

In Moers, wo Bücker 17 Jahre als Pfarrer aktiv war, gestaltete er regelmäßig in der Tageszeitung eine Kolumne. "Ich habe Hochfeste und kirchliche Ereignisse so erklärt, dass jeder sie versteht", berichtet er. Zu seinem goldenen Priesterjubiläum hat er sich selbst ein Geschenk gemacht: "Ein Buch mit dem Titel 'Ein Priester als Versuch'. Es ist eine Autobiografie. Der 'Versuch' spielt übrigens auf meine Berufung an, die ich mit zwölf Jahren aus heiterem Himmel erfahren habe. Mein damaliger Heimatpfarrer, dem ich meinen Priesterwunsch vortrug, hatte Bedenken und meinte schließlich, ich könne es ja mal versuchen. Ursprünglich wollte ich Bildhauer werden", berichtet er.

Sein neues Buch "Abraham und Sara - Eine Liebesgeschichte?", das wie insgesamt fünf seiner Bücher im münsterschen Dialogverlag erschienen ist, fällt ein wenig aus der Rolle. "Es ist etwas ganz anderes", sagt Bücker. Regelmäßig hält er Vorträge und begleitet Gruppen bei Bibelwochen. "Mit einer Frauengruppe habe ich über 'Abraham und Sara' gearbeitet. Dadurch habe ich mich in diese biblische Geschichte vertieft und sie neu erzählt."

Buchangaben:
Heinrich Bücker: "Abraham und Sara - Eine Liebesgeschichte?", Taschenbuch, 148 Seiten, ISBN 978-3-944974-27-9, dialogverlag 2017, 9,80 Euro
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