"Der schönste Beruf der Welt": Stadtteilmütter stellen Handbuch vor

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Das Handbuch stellten Georg Möllers, Volker Hülsmann und Leyla Güleryüz gemeinsam mit den Stadtteilmüttern vor. Foto: Stadt

Sie fördern die Sprache, helfen bei der Integration und vermitteln zwischen KiTa und anderen Eltern: die Stadtteilmütter. Aus dem Projekt "Philosophie-Werkstatt", einer Qualifizierungsmaßnahme der Stadtteilmütter, ist nun ein Handbuch mit dem Titel „Der schönste Beruf der Welt“ hervorgegangen, das die Stadt Recklinghausen gemeinsam mit den Stadtteilmüttern vorgestellt hat.

Das über 50 Seiten dicke Handbuch beinhaltet kurze Texte der Stadtteilmütter, in denen zum Beispiel Kultur, Zeit, Stadt, Liebe oder auch Lachen thematisiert werden. Zu all diesen Themen haben sich die Mütter gemeinsam mit dem Fotokünstler und Buchautor Ilker Maga bei der Werkstatt Gedanken gemacht, sich methodisch mit ihnen auseinandergesetzt und ihre Ergebnisse festgehalten. Alle Texte sind in deutscher und türkischer Sprache abgedruckt.

„Sich mit Worten auseinanderzusetzen - historisch, philosophisch, inhaltlich - kann beim Verständnis für Sprache helfen“, sagt der Erste Beigeordnete Georg Möllers. „Aber auch bei dem Verständnis für das eigene Leben und die Welt. Das haben uns die Stadtteilmütter deutlich zurückgemeldet.“ Nachlesen kann man das übrigens ebenfalls im Handbuch. Auf den letzten Seiten haben sich die Teilnehmerinnen zur Philosophie-Werkstatt und ihrem persönlichen Empfinden während und nach der Fortbildung geäußert.

Der Zugang zur Philosophie fand über Worte und Sprache statt. Im Schwerpunkt ging es für die Frauen darum, sich einer Form von methodischem Denken zu erarbeiten. Volker Hülsmann, Fachbereichsleiter Kinder, Jugend und Familie: „Die Stadtteilmütter werden mit unseren Angeboten qualifiziert, um sich selbst, andere und das Leben vielfältig zu betrachten. In früheren Weiterbildungen ging es zum Beispiel darum, sich mit der eigenen Biografie und Identität auseinander zu setzen. Und was die Stadtteilmütter lernen und erfahren, geben sie dann in ihren Gruppen an andere Mütter weiter - ganz nach dem Rucksack-Prinzip ‚Mütter bilden Mütter‘“. Das Handbuch kann dabei eine Art Lehrbuch sein, mit dessen Hilfe die Stadtteilmütter ihre Erfahrung weitergeben.

Seit den Anfängen des Rucksack-Programms im Jahr 2000 sind die Stadtteilmütter ein wichtiges Element im Rahmen der Sprachförderung. Denn ohne die enge und intensive Zusammenarbeit mit den Eltern wäre ein langfristiger Erfolg in der Sprachentwicklung sowie im gesamten Integrationsprozess nur schwer möglich.
Die Stadteilmütter unterstützen dabei gezielt die muttersprachliche und allgemeine Entwicklung der Kinder und sind Integrationshelfer für andere Mütter und deren Familien. Sie werden in dem Programm Rucksack-KiTa qualifiziert, trainieren dort selbst ihre Kommunikationsfähigkeit sowie den Umgang mit Fachleuten und werden auch darüber hinaus laufend fortgebildet. Unsicherheiten gegenüber Institutionen des Bildungswesens werden durch das Programm abgebaut. Hinzu kommt, dass das Prinzip „Mütter bilden Mütter“ einen hohen Multiplikationswert hat.

Kontakt:
Wer mehr zu dem Handbuch erfahren möchte oder Interesse am Projekt Rucksack-KiTa samt Stadtteilmüttern hat, kann sich bei Leyla Güleryüz melden: Tel. 50-2254, leyla.gueleryuez@recklinghausen.de
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