Deutsches Riga-Komitee: Trauer um Alexander Bergmann

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Alexander Bergmann (Mitte) 2008 mit Recklinghäuser Teilnehmern einer Pax-Christi-Gruppe aus dem Vest und dem Münsterland an der Gedenkstätte der Massenerschießungen im Wald von Rumbula bei Riga. Foto: Jürgen Pohl

Die Stadt Recklinghausen, Mitglied im Deutschen Riga-Komitee, trauert um Alexander Bergmann, der am 12. Januar im Alter von 91 Jahren in einem Krankenhaus in Riga verstarb.


Der 1925 geborene Lette überlebte in jungen Jahren den Nazi-Terror im Ghetto von Riga und in den Konzentrationslagern Kaiserwald (Riga), Stutthof und Buchenwald. Seine Eltern und sein jüngerer Bruder sowie Verwandte der jüdischen Familie wurden 1941 in das Ghetto verschleppt und von der SS ermordet, als zusätzlich die Deportationszüge mit den Juden aus Deutschland nach Riga kamen. Unter diesen Opfern waren auch die jüdischen Familien aus Recklinghausen.
Seit 1993 war Alexander Bergmann Vorsitzender des Vereins der ehemaligen jüdischen Ghetto- und KZ-Häftlinge Lettlands (LEGU). Er war der energische und unermüdliche Sprecher der jahrzehntelang vergessenen und gedemütigten Holocaust-Überlebenden in Lettland, Litauen und Estland. Mit seinem Gerechtigkeitssinn und seiner menschlichen Überzeugungskraft gewann er Unterstützer- und Freundeskreise, unter anderem in Berlin, Bremen, Freiburg, Göttingen, Hamburg, Leipzig, Münster und Recklinghausen.
„Alexander Bergmann bleibt uns als authentischer Zeitzeuge und als engagierter Kämpfer gegen jede Unmenschlichkeit in Erinnerung“, sagt der Erste Beigeordnete Georg Möllers. „Auch für die Herausgabe des Buches ‚Abgemeldet nach ‚unbekannt‘ 1942. Die Deportation der Juden aus dem Vest Recklinghausen nach Riga‘ war Bergmann ein wichtiger Zeitzeuge.“
Jürgen Pohl, Leiter der Volkshochschule, ergänzt: „Alexander Bergmann hat sich um die kleine Gruppe der überlebenden baltischen Juden, sowie um die Gedenkkultur in Lettland und Deutschland verdient gemacht.“
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