Eine Reise nach Riga

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Beim zweiten Symposium des Riga-Komitees ging es vor allem um den Austausch neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. (Foto: Stadt RE)

Das Riga-Komitee ist auf Initiative des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge von Städten gegründet worden, von denen aus Bürger jüdischen Glaubens nach Riga deportiert wurden. Recklinghausen trat 2009 als 32. Stadt dem Komitee bei.

Mittlerweile gehören 52 Städte dem Zusammenschluss an. Das Kriegsende vor 70 Jahren war Anlass für ein Symposium in Münster im April, an dem auch Vertreter aus Recklinghausen teilgenommen haben. Es war das zweite Symposium des Komitees.

Den 90 Teilnehmern ging es bei dem Treffen auch darum, neue wissenschaftliche Erkenntnisse über das Schicksal der Deportierten in Riga auszutauschen. „Besonders beeindruckend war der Kontakt mit Margers Vestermanis, einem der wenigen Überlebenden der lettischen Juden“, sagt Erster Beigeordneter Georg Möllers, der gemeinsam mit Jürgen Pohl, Leiter der VHS in Recklinghausen, an dem Treffen teilnahm. Der fast 90-jährige Historiker Vestermanis war über das Internet live zugeschaltet und berichtete von seinen Erlebnissen. Außerdem besuchten die Teilnehmer Gedenkstätten, um den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken.

Ein weiterer Arbeitspunkt war bei dem Treffen, wie in den Mitgliedsstädten konkrete Erinnerungsarbeit geleistet wird und auch künftig geleistet werden kann. Möllers und Pohl brachten dazu eine Einladung zu zwei Fahrten von dem Symposium mit. Interessierte Bürger können „auf den Spuren der deportierten jüdischen Nachbarn“, so der Titel der Reise, vom 27. Juni bis zum 3. Juli wandeln. Erkundungen in und um Riga sowie die Beschäftigung mit dem Schicksal der Verschleppten in Ghetto und KZ stehen dann auf dem Programm, das der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge organisiert hat.

Für Jugendliche im Alter von 16 bis 22 Jahren wird ein internationales Workcamp in Riga vom 14. bis zum 29. Juli angeboten. Gemeinsam tauschen sich Jugendliche in länderübergreifenden Workshops aus, arbeiten an Gedenkstätten und lernen Stadt, Ostseeküste, Flüsse und Sporteinrichtungen kennen. Die Unterbringung ist in einer Sportschule organisiert.

Anmeldungen dazu nimmt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. entgegen. Weitere Informationen zu den Reisen und Anmeldebögen gibt es unter www.recklinghausen.de. Fragen zur Anmeldung beantwortet außerdem die Pressestelle der Stadt Recklinghausen unter Tel. 02361/50-1351.
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