Hellblaue Heuballen? - Ungewöhnliche Aktion erinnert an die Krebsvorsorge

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Der Recklinghäuser Heubauer Gregor Jörgens engagiert sich für die Krebsvorsorge.
 
Was hat es mit den hellblau verpackten Heuballen auf sich?

Hellblau in Recklinghausen, rosa in Oer-Erkenschwick. Die farbig umwickelten Heuballen auf Feldern im Kreis machen neugierig und so soll es doch sein. Die traditionellen Mädchen- und Jungenfarben sollen Frauen und Männer daran erinnern, vorsorglich etwas für ihre Gesundheit zu tun. Dabei steht die Farbe hellblau für Prostata-Krebsvorsorge- und rosa für Brustkrebs-Vorsorge-Untersuchungen.

„Eigentlich“, so Heubauer Gregor Jörgens, "dient das Einwickeln der Heuballen mit Folie der Konservierung von feuchtem Gras. Der Großteil der so verpackten Silage wird von Pferdebetrieben verwendet. Acht Lagen der bisher meist grünen Folie werden benötigt, um das Gras durch Luftausschluss haltbar zu machen und hochwertiges Heu herzustellen.“ Natürlich gibt es auch noch andere Formen die Haltbarkeit des geernteten Grases zu gewährleisten, zum Beispiel das Trocknen zu Heu.
Für die verschiedenen Verarbeitungsmöglichkeiten steht dem Recklinghäuser ein riesiger Maschinenpark zur Verfügung. Spezielle Maschinen ermöglichen das Einrollen der Heuballen. Die benötigten Folienrollen beziehen die Heubauern von Großhändlern. Durch das farbige Einrollen der Ballen will Bauer Jörgens nicht nur direkt auf die Krebsvorsorge aufmerksam machen, der Mehrpreis der farbigen Folie kommt der Aktion Krebsvorsorge direkt zugute. So zahlen Folienhersteller, Großhändler und Heuhersteller jeweils einen Euro, also insgesamt drei Euro pro Ballen, an die Organisation „Pink Ribbon“ (Rosa Schleife), die mit Werbekampagnen auf Brust- und Prostata-Vorsorgeuntersuchungen aufmerksam macht.
„Zum Glück gab es in unserer Familie bisher keine Krebsfälle, doch Krebsvorsorge ist für uns selbstverständlich, daher unterstützen wir gerne die Aktion, die sich seit zwei Jahren in Deutschland etabliert hat.

Idee aus Neuseeland


Ursprünglich entstanden ist die Aktion der rosa Ballen im Jahr 2014 in Neuseeland aufgrund einer des Idee des Folienherstellers Trioplast. Gerade in ländlichen Gebieten Neuseelands wollte der Hersteller auf die Bedeutung von Krebsvorsorge aufmerksam machen. Da die Aktion viel Aufmerksamkeit erregte, wurde sie 2015 auch erstmals in Deutschland durchgeführt. Auch in Recklinghausen werden Heubauer Jörgens und seine Mitarbeiter auf die farbigen Ballen angesprochen. Oftmals werden lustige Vermutungen angestellt, die reichen von „Hat der Bauer männlichen Nachwuchs bekommen, bis zu der Frage: „Mit welcher Farbe sprühen Sie die Ballen eigentlich ein?“, amüsiert sich Gregor Jörgens. „Aber so kommt man schnell ins Gespräch und kann auf den eigentlichen Sinn der Aktion hinweisen.“
200 Heuballen hat Heubauer Jörgens in hellblauer Folie verpackt. „Auch mein Kollege, Bauer Heinz Leichhauer aus Oer-Erkenschwick, findet die Idee unterstützenswert und verwendet rosa Folien, um auf die Brustkrebs-Vorsorge hinzuweisen“, freut sich der 57-Jährige Recklinghäuser. Allein im letzten Jahr erzielte der rosa Folienverkauf einen Erlös von 12.000 Euro, die „Pink Ribbon“ für Brustkrebs-Vorsorge-Kampagnen einsetzen konnte. Heubauer Gregor Jörgens ist es eigentlich egal, ob seine Heuballen in grüner, rosa oder hellblauer Folie eingewickelt sind. Er sagt: „Die Optik spielt keine Rolle, Hauptsache ist, das wir die Möglichkeit nutzen, um auf das wichtige Thema der Krebsvorsorge aufmerksam machen.“
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