Kuniberg-Schüler setzen sich für Flüchtlinge aus dem Kosovo ein

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Stell Dir vor, Du musst von heute auf morgen Deine Heimat verlassen und weißt nicht, wie es weiter geht? Dieser Thematik widmeten sich jetzt Schüler des Kuniberg Berufskollegs - mit Erfahrungen aus erster Hand.

Denn seit dem 25. Februar wird die Sporthalle im Kuniberg von 110 Flüchtlingen aus dem Kosovo bewohnt. Dafür wurde diese zur Notunterkunft umgebaut. Der Sportunterricht wurde auf andere Schulen verteilt. Doch die Ankunft der Kosovaren hat einen noch viel größeren Einfluss auf den Unterricht der Kuniberg-Schüler.

Hier will man nicht nur Zwischenstation sein. Man will hinterfragen und Anteil nehmen am Schicksal der Menschen. Dafür war seitens des Kollegiums auch nicht viel Überredungskunst nötig. Kaum war klar, dass die Flüchtlinge kommen, wurden seitens der Schülerschaft erste Projektideen diskutiert. Vor allem die Kinder liegen ihnen dabei am Herzen.

Während eine Gruppe eine Sammlung von Spielsachen in der Nachbarschaft organisierte, gingen andere Schüler direkt mit Spiel- und Bastelangeboten auf die Menschen zu. Gerne angenommen wurden auch kleine Deutschkurse. „Uns wurde so viel Dankbarkeit entgegengebracht“, berichtet eine Schülerin. So wurden gleich die nächsten Termine vereinbart. Einer der Bewohner steht dabei als Übersetzer zur Seite. Im Spiel oder beim Fußball ist die Sprache aber eher zweitrangig.

Beeindruckend wie belastend


Schüler der AH12 machten sich schließlich auf Interviews mit den Bewohnern zu führen. Dafür mussten erst Hintergrundinfos her. „Wir wussten, dass im Kosovo nicht alles gut ist, aber so schlimm haben wir es uns nicht vorgestellt.“ Ein junger Mann etwa berichtet ihnen, dass er trotz eines Einser-Abiturs nicht studieren kann - es fehle das Geld. Denn die Strukturen im Staat sind höchst korrupt. Selbst Lehrer wollen bestochen werden. „Unvorstellbar!“

Allen Flüchtlingen gemein ist die Angst davor, wieder zurück in ihr Land zu müssen, wo nur Hoffnungslosigkeit und keine Perspektiven warten. Allen voran ein 14-jähriges Mädchen, welches die Schüler besonders beeindruckt hat. Sie hat sich anhand des Fernsehens selbst Deutsch beigebracht. Gerne würde sie hier zur Schule gehen.

All dies hörte sich auch der Bundestagsabgeordnete Frank Schwabe an: „Meine Gespräche mit den Flüchtlingen waren beeindruckend wie belastend.“ Gut kann er nachvollziehen, dass die Kuniberg-Schüler helfen wollen. Selbst hat der Politiker schon viele Länder mit Flüchtlingsproblematik bereist. Aber wie man konkret die Situation im Kosovo verbessern kann, das vermochte er den Schülern auch nicht zu beantworten. Doch ganz aufgeben wollen die jungen Leute nicht. Angedacht sind Patenschaften oder die Unterstützung medizinischer Hilfsprojekte. Dafür soll die Evangelische Kirche an Bord geholt werden.
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