Nicht wegschauen: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

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(Foto: Harry Hautumn/pixelio.de)

Seit 1981 wird international jedes Jahr am 25. November mit Aktionen auf die Gewalt an Frauen und Mädchen aufmerksam gemacht. Weltweit setzen sich rund um diesen Tag Menschen dafür ein, dass die Gewalt an Frauen geächtet wird.

In Recklinghausen registrierte die Polizei im letzten Jahr 294 Fälle häuslicher Gewalt gegen Frauen. „Es wird davon ausgegangen, dass die Dunkelziffer erheblich höher liegt“, sagt Gabriele Steuer, städtische Gleichstellungsbeauftragte. „Umso wichtiger ist es, auch lokal auf dieses Thema aufmerksam zu machen.“ Deswegen wird es am 26. November verschiedene Aktionen und Informationen dazu geben.
„Im eigenen Heim leben Frauen am gefährlichsten“, so Steuer. „Weltweit, auch in Deutschland, ist das so. Häusliche Gewalt ist auch die häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen: häufiger als Verkehrsunfälle und Krebs zusammen genommen.“

Für Frauen ist das Risiko, durch einen Beziehungspartner Gewalt zu erfahren, weitaus höher als von einem Fremden tätlich angegriffen zu werden. „Etwa 25 Prozent der Frauen im Alter von 16 bis 85 Jahren erleben laut einer Studie körperliche oder sexuelle Gewalt – oder beides in ihrer Beziehung“, erläutert Steuer. „Kinder und Jugendliche sind oftmals mit betroffen, wenn ihrer Mutter häusliche Gewalt erfährt.“
Das traditionelle Hissen der Fahnen findet am Mittwoch, 26. November, um 18.30 Uhr auf dem Rathausplatz statt. Seit 14 Jahren unterstützen und organisieren die Recklinghäuser Gleichstellungsstelle und der Runde Tisch gegen Gewalt an Frauen die Fahnenaktion von Terre Des Femmes. Bürgermeister Christoph Tesche, die stellvertretenden Bürgermeisterinnen sowie die Vorsitzende der Ratskommission für Gleichstellungs- und Frauenfragen werden die Fahnen hissen.

Zudem gibt es eine Lesung mit Maria von Welser. Die Journalistin und Publizistin liest am Mittwoch, 26. November, um 19 Uhr im Anschluss an die Fahnenhissung aus ihrem im September erschienen Buch: „Wo Frauen nichts wert sind – vom weltweiten Terror gegen Frauen“. Die Lesung findet im Rathaus im großen Sitzungssaal statt. Der Eintritt kostet 7 Euro. Karten sind in der Buchhandlung Musial (Münsterstraße 17) und an der Abendkasse erhältlich. Die Lesung ist eine Kooperationsveranstaltung mit der VHS.

Hintergrund
Der Tag gegen Gewalt an Frauen wurde von latein-amerikanischen Frauenrechtlerinnen ausgerufen. Er erinnert an die Verschleppung, Vergewaltigung und Ermordung der drei Widerstandskämpferinnen Patria, Maria Teresa und Minerva Mirabal am 25. November 1960 durch Soldaten des Trujillo-Regimes in der Dominikanischen Republik. Der Tod der drei Schwestern ist beispielhaft für die sexuelle, politische und kulturelle Gewalt gegen Frauen.
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