Schön vergammelt: Heribert Niehues fotografiert in den USA Autos

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Fernab der US-Metropolen und des Hollywood-Glamours findet Heribert Niehues Motive am Straßenrand, Spuren des "American Way of Drive" der Zwanziger bis Sechziger Jahre. (Foto: Heribert Niehues)

Songs von Johnny Cash und John Denver könnten der Begleitsound sein, wenn Heribert Niehues sich an die Arbeit macht, um die ihn Hobbyfotografen wie Autofans beneiden: Der Recklinghäuser Rentner (66) lichtet "klassisches Blech" in den USA ab, das in Schönheit vor sich hin rostet.

Niehues fotografiert mit Leidenschaft. Er hat aber keine sexy Bikini-Models, niedliche Tiere oder malerische Sonnenuntergänge im Visier, sondern Autos. Und die können gar nicht alt genug sein.Schrottmühlen von Dodge, Chevys, Buick und Ford sind es, die seit Jahrzehnten verlassen in Utah, Arizona oder Montana vergammeln und dem "Weiten Land" einen eigenartig-morbiden Charme verleihen.

Auf ihre Spuren begibt sich der 66-Jährige immer wieder. Seine ungewöhnlichen Fotoreportagen am Wegesrand sind in einem Bildband mit dem Titel "Rost in Peace" erschienen. "Roste in Frieden" bedeutet das auf deutsch. "Meine Leidenschaft betrifft sowohl Oldtimer als auch Reisen durch die USA - abseits der Touristenströme." Mit seinen Fotos hat der pensionierte Maschinenbautechniker bereits viele Preise bei nationalen und internationalen Fotowettbewerben gewonnen.

Schönstes Sachbuchcover

Seine Sujets sind nicht die herrlichen Landschaften oder Bilder aus den Nationalparks der USA, es sind vergessene Automobil-Klassiker an einsamen Highways und in verstaubten Klein- oder Geisterstädten. Auch alte und ausgetrocknete Tankstellen, verlassene Motels und andere Motive des „American Way of Drive“ der 1920er bis 1960er Jahre gehören dazu.
Im September 2016 ist mit diesen Motiven beim Delius Klasing Verlag der Bildband entstanden. "Das Buch ist nicht nur unter Oldtimerfreunden auf ein großes Echo beziehungsweise Begeisterung gestoßen", so Niehues. Das Cover habe zudem bereits einen ersten Preis gewonnen: „Schönstes Sachbuchcover Herbst 2016“.

Bildband mit über 170 Motiven

1974 bekam er seine erste Spiegelreflexkamera und wurde unheilbar vom Fotografiervirus befallen. Seit 1990 reist Niehues immer wieder in die USA. Seine Frau Andrea hat Verständnis für seine Faszination und begleitet ihn bei den Shootings, wo die Kojoten heulen. "Wir teilen unseren Urlaub aber auch immer auf. Eine Hälfte geht's durch die USA und ich mache Fotos, die andere Hälfte machen wir dann beispielsweise Mountainbike-Touren."
Das Interesse an seinem Bildband mit 170 Motiven macht ihn stolz. Weitere Werke sind geplant.

Mehr Infos auf seiner Homepage:
http://www.roadside-photography.de
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