Stadtgarten: Stadt ist sauer auf die Skater

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Anfang April hat die Stadt Recklinghausen den neu gestalteten Eingang am Stadtgarten an der Dorstener Straße eingeweiht und seitdem sehr viel Lob für die gesteigerte Aufenthaltsqualität bekommen.

Neben Spaziergängern nutzen auch Skater den Platz. Diese aber zerschrammen und zerbrechen mit ihren Skateboards die Ecken und Kanten der Sitzbänke und Beton-Schlammfänge. Deshalb gab es am letzten Donnerstag eine Ortsbegehung von Vertretern der Stadtverwaltung, um die Lage zu prüfen und Lösungsvorschläge zu diskutieren. „Ich bin sehr enttäuscht und verärgert zugleich, dass Skater nach so kurzer Zeit die Kanten der Betonbau-Elemente so beschädigt haben“, sagt der Technische Beigeordnete Dietmar Schwetlick. „Bürger machten uns kürzlich darauf aufmerksam. Unser dringender Appell an die Skater ist jetzt, die einzelnen Kästen und Bänke des Platzes nicht länger als Rampe zu nutzen.“

Das Baumaterial, das die Planer bei der Neugestaltung des Platzes verwendet haben, ist robust, aber natürlich nicht unzerstörbar. „Wir haben schon extra Beton und Stahl verwendet, etwas Robusteres gibt es nicht“, betont Schwetlick. „Aber der Platz ist keine Skateranlage.“ Zumal es ganz in der Nähe Alternativen zum Skaten gibt: Hinter dem Rathaus im Erlbruchpark steht allen, die gerne Skateboard fahren, eine Skateranlage zur Verfügung. Und auch anderorts in Recklinghausen gibt es Möglichkeiten zum Skaten, zum Beispiel im Bike- und Skatepark im Stadtteil Hochlarmark.

„Wir haben uns große Mühe mit der Platzgestaltung gegeben und das Ergebnis kommt bei den Bürgern auch sehr gut an“, sagt Rudolf Terschek, Fachbereichsleiter Ingenieurwesen. „Wir suchen jetzt auch nach einer technischen Lösung. Zum Beispiel wäre es möglich, die Kanten noch einmal anders zu gestalten, sodass sie für das Skaten nicht mehr geeignet sind.“ Das muss aber noch im Detail geprüft werden, auch im Hinblick auf die Kosten.
„Eine weitere Möglichkeit wäre es, den Platz zukünftig stärker zu kontrollieren“, sagt Axel Petersmeier, Fachbereichsleiter Bürger- und Ordnungsangelegenheiten, Feuerwehr. „Zu überlegen ist auch, ob wir ein Verbot für das Skateboardfahren aussprechen und dies entsprechend beschildern.“

Ob auch Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt wird, wird derzeit noch geprüft.
Zur Neugestaltung des Platzes: Der starke Regen hat früher Schlamm und Erdreich aus dem Stadtgarten auf die Dorstener Straße und die Gehwege gespült. Mit der Neugestaltung des Platzes ist dieses Problem behoben. Damit hat die Stadt gleichzeitig einen attraktiven neuen Eingang am Fuß des grünen Hügels zum Stadtgarten und dem Ruhrfestspielhaus geschaffen.

In den Wegen, die zum Platz führen, sind jetzt vier sogenannte Schlammfänge zu finden: Das sind Betonschächte, die circa 1,40 Meter tief und mit einem Lichtgitter abgedeckt sind. Dort sammelt sich bei Regen der Schlamm. Das Wasser fließt ab und das angespülte Erdreich kann abgesaugt werden. Zusätzlich gibt es zentral in der Platzfläche einen weiteren Schlammfang. „Der Schlammfang integriert sich problemlos in den neuen Platz“, sagt der Technische Beigeordnete Dietmar Schwetlick. „Wir haben auch passendes Betonsteinpflaster verbaut, damit das Regenwasser abgeleitet werden kann. Aus einem technischen Erfordernis haben unsere Planer einen Platz mit Aufenthaltsqualität entwickelt.“

Orientiert haben sich die Landschaftsarchitekten aus dem Technischen Rathaus bei der Neugestaltung an dem ursprünglichen Stadtgarten-Eingang aus dem 19. Jahrhundert. In den Jahren der Entstehung stellte der Eingang eine wichtige und repräsentative Wegeverbindung und Sichtachse von der Dorstener Straße in den Park dar. Das Ziel der Umgestaltung war damit klar: Technisch und gestalterisch sollte die Fläche aufgewertet werden, um die Besonderheit des Ortes wieder in das Bewusstsein der Bürger zu rücken. Wo früher ein kreisförmiger Brunnen und ein Teppichbeet waren, sind auch heute eine kreisrunde Fläche sowie Elemente mit Treppenstufen entstanden. Der Platz ist durch helle Betonteile eingerahmt, an den Rändern bieten sie Besuchern Sitzgelegenheiten, die mit effizienter und farbiger LED-Beleuchtung ausgestattet sind, und die Sichtachse von der Dorstener Straße zum Ruhrfestspielhaus ist wieder hergestellt. Zur Ausleuchtung der Fläche sind außerdem fünf Mastleuchten eingesetzt worden. Die Farben der Beton-Elemente und des Pflasters sind aufeinander abgestimmt und greifen die Farbgebung der Freiflächen und der Natursteinmauer aus den 60er Jahren auf.
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