Schulbauern- und Naturschutzhof Recklinghausen feiert 25-jähriges Bestehen

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Mama Verena Best, Eddie (6) und Liane (8) begleiten gern Henning (19) auf der Eselstour. Foto: Petra Pospiech
 
Berthold Kalverkamp, Hofgründer und Leiter des Schulbauern- und Naturschutzhofes.

Der Schulbauern- und Naturschutzhof Recklinghausen, Zechenstraße 18, feierte am vergangenen Sonntag sein 25-jähriges Bestehen. Jede Menge Spiele, eine altertümliche Schmiede, eine Seilmacherei, Selbstgebackenes, tolle Musik und natürlich der Hofgarten und zahlreiche Tiere lockten die Besucher bei herrlichem Wetter nach Recklinghausen. Ob Enkel oder Oma, es hatte den Anschein, als wären alle 15.000 jährlichen Besucher auf einmal angereist, um beim Hoffest dabei zu sein.



Kein Wunder, dass sich der Hof nicht nur bei Kindern und Jugendlichen so großer Beliebtheit erfreut, stehen sie doch hier hautnah den unterschiedlichsten Tieren gegenüber.
Gegründet wurde der Schulbauernhof von Berthold Kalverkamp. Vor mehr als 25 Jahren suchte der vom Schulalltag frustrierte Gymnasiallehrer nach einer anderen, befriedigenderen Lebensweise und nach einer motivierenden Form, Schüler zu verantwortungsvollen, selbstbewussten Menschen zu erziehen. Selbst auf einem Bauernhof groß geworden, wusste er genau, wie sich der Umgang mit Tieren und der Natur positiv auf Kinder und Jugendlich auswirkt.
Bereits 1985 erwarb Berthold Kalverkamp einen alten, stark renovierungsbedürftigen Hof auf einem 4000 Quadratmeter großen Grundstück in Recklinghausen und begann mit der Restaurierung. Glücklicherweise förderte seinerzeit ein Ministeriumserlass „außerordentlich Lernorte“. So wurde der Weg frei für eine einzigartige Erfolgsgeschichte.
Ein 1500 Quadratmeter großer Hofgarten wurde angelegt. Enten, Gänse, Esel, Hühner, Kaninchen, Ponys, Rinder, Schafe, Ziegen und Bienen wurden auf dem Hof angesiedelt. Hier lernen Kinder alles, von der Aufzucht bis zum Schlachten, vom Säen bis zum Ernten. Und genau das ist das Ziel des Schul- und Naturschutzbauernhofes. Mittlerweile reicht das Angebot von Ferienfreizeiten über die Nachmittagsbetreuung bis zur Ausrichtung von Kindergeburtstagen.

Landwirt, Manager und Hausmeister


Doch um so ein Großprojekt auf die Beine zu stellen, bedarf es nicht nur landwirtschaftlicher Kenntnisse. Mittlerweile fungiert Berthold Kalverkamp nicht nur als Landwirt, sondern auch als Manager und Hausmeister. Der Initiator vieler Ideen ist sich stets bewusst, dass so ein Projekt nicht alleine zu stemmen ist und freut sich über die Unterstützung seiner Familie, seiner Verwandten und Freunde.
„Darüber hinaus ist ein ganzes Netzwerk erforderlich“, heißt es auf der Homepage. Die unterschiedlichen Teams greifen flexibel ineinander, um das Ganze funktionieren zu lassen. Träger- und Förderverein bestimmen Leitlinien, regeln die Finanzen, erledigen Verwaltungsaufgaben und organisieren das Schulbauernhoffest. Das Pädagogen-Team organisiert und versorgt die Besucherklassen und -gruppen. Die Schulbauernhof-Fachkonferenz koordiniert Pläne, Ziele und Methoden. Das Garten-Team regelt einen großen Teil der Versorgung und Gestaltung des Geländes. Das Handwerker-Team kümmert sich um alle Hausmeisterbelange sowie Neu- und Umbauten. Das Familien-Team regelt den Rest, zum Beispiel die Versorgung der Tiere in der Nacht und an Wochenenden, Anschaffung, Pflege und Reparatur der zahlreichen Maschinen sowie die Büroarbeit. Alle müssen so ineinander greifen und kommunizieren, dass ein optimales Lern- und Erziehungsklima für Kinder und Jugendliche entsteht. Die Kinderbetreuung, sowie die tägliche Arbeiten auf dem Hof werden von den Bundesfreiwilligendienstleistenden übernommen.
Zudem besuchen auch regelmäßig angehende Erzieherinnen und Erzieher des Hans-Böckler-Berufskollegs Marl sowie des Berufskollegs Castrop-Rauxel den Hof und arbeiten hier mit den Kindern der Gesamtschule Suderwich und der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule aus Recklinghausen-Süd an den verschiedensten Projekten. Außerdem engagieren sich zahlreiche ehemalige Zivildienstleistende, Praktikanten und viele ehrenamtliche Mitarbeiter.
Das 25-jährige Bestehen des Hofes nimmt Berthold Kalverkamp gern zum Anlass, um sich an seine Mitarbeiter zu wenden: „Ich möchte mich bei allen Bauernhof-Teams bedanken, die seit Jahren eine so erfreuliche Arbeit leisten.“
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