Recklinghausen nimmt erneut Flüchtlinge auf

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Anfang des Jahres wurde bereits die Sporthalle am Kuniberg Berufskolleg vorübergehend Unterkunft für Flüchtlinge. (Foto: Melanie Giese)

Die Bitte des Landes war dringlich, seit dem heutigen Donnerstag steht fest: Ab Montag, 13. Juli, wird die Helmut-Pardon-Sporthalle in Suderwich als Erstaufnahme-Einrichtung des Landes für Asylsuchende zur Verfügung gestellt. 150 Menschen sollen dort bis voraussichtlich Ende September eine Unterkunft finden.


Diese Entscheidung fiel im Gespräch zwischen Bürgermeister Christoph Tesche, Landrat Cay Süberkrüb und Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller. „Wie wir alle mittlerweile wissen, kommen immer mehr Asylsuchende nach Deutschland“, sagt Tesche. „Wir als Stadt haben die Pflicht, Flüchtlinge aufzunehmen und haben keinen Einfluss darauf, wie viele uns zugeteilt werden und zu uns kommen.“ Aus diesem Grund hat die Stadt Recklinghausen gar keine andere Möglichkeit, als eine Dreifach-Sporthalle als Unterkunft zur Verfügung zu stellen. Es ist vereinbart worden, dass das Land die Kosten für die Unterbringung der Asylsuchenden sowie für die anschließende Sanierung der Sporthalle komplett übernimmt.

Wegen der hohen Nachfrage auch aus anderen Kommunen verschiebt sich die Lieferung der bestellten Wohncontainer, die für Asylsuchende an der Vinckestraße vorgesehen sind. Die Container werden aller Voraussicht nach erst im Herbst bezugsfertig sein. „Daher bringt uns die von uns zur Verfügung gestellte Sporthalle nun auch eine kleine Entlastung. Wenn wir vorerst dort 150 Menschen unterbringen, wird das auf unser Kontingent angerechnet – und wir können den Engpass wegen der verspäteten Lieferung überbrücken“, sagt Tesche.

Um die Versorgung der Asylsuchenden in der Helmut-Pardon-Sporthalle werden sich Mitarbeiter von Stadt und Bezirksregierung sowie die Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) kümmern.

Über Ausweichmöglichkeiten für die Sportler, insbesondere der SG Suderwich, die die Halle nutzen, wird es in den nächsten Tagen Gespräche zwischen Stadt und Verein geben.

„Ich bin sehr froh, dass die meisten Bürgerinnen und Bürger für die Situation Verständnis haben und sich solidarisch zeigen mit den Asylsuchenden, die schnell und menschenwürdig untergebracht werden müssen“, sagt Tesche. „Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass es durchaus Ängste und Sorgen gibt.“

Ein Ansprechpartner für alle Bürgerinnen und Bürger, die konkrete Fragen zur Unterkunft in Suderwich haben, wird noch bekannt gegeben.

Gleichzeitig hat Tesche in dem Gespräch mit Kreis und Bezirksregierung sehr deutlich gemacht: „Die Städte sind im Asylbereich baulich, finanziell und organisatorisch am Rande ihrer Belastungsfähigkeit!“ Land und Bund müssten dringend ihrer Verantwortung nachkommen und die Städte entlasten. „Da werden meine Bürgermeisterkollegen und ich auch keine Ruhe geben und immer wieder über den Städtetag das Land und den Bund an ihre Pflichten erinnern.“
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