Startschuss der Vermarktung Gewerbliche Mitte Recklinghausen Blumenthal

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Präsentation im Rathaus. Foto: Stadt RE
 
Präsentation im Rathaus. Foto: Stadt RE

Unter dem Titel „Gewerbliche Mitte Recklinghausen Blumenthal“ (GMRB) entwickelt die Stadt Recklinghausen ein neues Gewerbegebiet an der Herner Straße und der Kurt-Schumacher-Allee für die Ansiedlung von Betrieben verschiedener Wirtschaftszweige.

Am Donnerstag hat die Stadtverwaltung zum 1. Forum GMRB ins Rathaus eingeladen und mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik über Standortanforderungen und fördertechnische Kriterien diskutiert. Damit ist der Startschuss für das Vermarktungskonzept erfolgt. Erste Firmen haben bereits Interesse an einer Ansiedlung gezeigt.
Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Christoph Tesche gab es zwei Gesprächsrunden, moderiert von Axel Tschersich, Fachbereichsleiter Wirtschaftsförderung. In der ersten Runde ging es um allgemeine Informationen zum Planungsgebiet, Planungsrecht und bisher durchgeführte sowie künftige Maßnahmen wie Bodengutachten, Baufeldherrichtung und Sanierung. Auch die Förderbedingungen waren in dieser Gesprächsrunde Thema, denn die Vermarktung ist an Förderkriterien des Landes und des Bundes gebunden.
Die Förderung durch Land und Bund erfolgt auf Grundlage der sogenannten Gemeinschaftsaufgabe, nach der strukturschwächere Regionen durch Verlagerung von Umsätzen aus strukturstärkeren Regionen gefördert werden sollen. Entsprechend dürfen nur Firmen angesiedelt werden, die den sogenannten Primäreffekt erfüllen, das heißt, die geeignet sind, diese Aufgabe zu erfüllen.
In einer Positivliste sind alle Branchen aufgelistet, bei denen der Fördergeber pauschal davon ausgeht, dass dieser Effekt erfüllt wird. Das sind zum Beispiel chemische Produkte, Kunststoffe, Gummi, Kalk, Glas, Eisen, Metalle, Fahrzeuge aller Art, Uhren, Bekleidung, Nahrung, Versandhandel usw., aber auch Dienstleistungen wie Verlage, Veranstalter, Verwaltungen, Labore oder Logistik.
Bei Unternehmen, deren Tätigkeitsfeld nicht in der Positivliste enthalten ist, kann eine Ansiedlung erfolgen, wenn sie nachweisen, dass mehr als 50 Prozent des Umsatzes überregional erfolgt. Überregional heißt, wenn die Produkte in einem Radius über 50 Kilometer abgesetzt werden.
Kann auch dies nicht erfüllt werden, sind Ausnahmen im Einzelfall von der Bezirks- und Landesregierung zu prüfen.
In der zweiten Gesprächsrunde standen sowohl die regionale Bedeutung eines solchen Gewerbegebiets als auch die Erwartung der Wirtschaft und des Landes NRW im Mittelpunkt. Hier wies Peter Karst von der WiN Emscher-Lippe auf die Bedeutung der Glasfaserversorgung hin, die für potenzielle Ansiedlungen eine wichtige Standortanforderung darstellen würde. Die Agentur für Arbeit hat deutlich gemacht, dass in den letzten Jahren aufgrund von Werksschließungen viele Arbeitsplätze weggefallen seien und es daher Ziel sei, insbesondere langfristige Arbeitsplätze zu schaffen.
Die Vertreter der Unternehmensnetzwerke begrüßten das durch das Forum ausgelöste Interesse zu weiterem Informationsaustausch und zur Diskussion der Themen, Bedarfe sowie Standortbedingungen. Sie werden diese Themen in ihre jeweiligen Netzwerktreffen einbringen.

Breitband: Das besondere Merkmal von GMRB


Auf der Veranstaltung ist deutlich geworden, welchen besonderen Standortvorteil die GMRB für Unternehmen bildet. Ein örtlicher IT-Unternehmer hat in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung herausgearbeitet, dass an dieser Stelle im Stadtgebiet nicht nur eine sehr hohe Datenrate zur Verfügung stünde, sondern auch zwei redundante Datenleitungen vorhanden seien. Damit wird ein allen Anforderungen genügender Internetzugang geschaffen, der zudem auch doppelt abgesichert ist. Denkbar ist so zum Beispiel der Bau eines Rechenzentrums, das auch anderen Unternehmen in der Nähe Vorteile bietet. Die Voraussetzungen zur Nutzung dieser Technik werden im Rahmen der Erschließung des neuen Gewerbegebietes geschaffen.

Ausblick


„Wir haben mit dem Blumenthal-Projekt eine tolle Entwicklung angestoßen, die für die Stadtentwicklung Recklinghausens ein Meilenstein sein wird“, sagt Wirtschaftsdezernent Ekkehard Grunwald. „Mit dem ersten Forum sind wir zufrieden und wir werden im nächsten Jahr ein zweites Forum veranstalten, um dann die Anforderungen an die Vermarktung zu konkretisieren.“
Die Wirtschaftsförderung steht bereits im engen Kontakt mit interessierten Firmen: „Die Förderbedingungen sehen wir nicht als Restriktion, denn schon heute erfüllen zahlreiche in Recklinghausen ansässige Betriebe den Primäreffekt“, sagt Tschersich.

Hintergrund GMRB

Die circa neun Hektar großen neuen gewerblichen Bauflächen werden im Rahmen des Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramms in Recklinghausen entwickelt. Kernfläche ist der ehemalige Zechenstandort Blumenthal 1/2/6 an der Herner Straße, der gemeinsam mit einer nördlich angrenzenden und einer westlich gelegenen Teilfläche an der Kurt-Schumacher-Allee das neue Gewerbegebiet Gewerbliche Mitte Recklinghausen Blumenthal bildet.
Zwölf Millionen Euro werden in die Sanierung, Erschließung und Baureifmachung fließen. Davon fördern Land und Bund circa sieben Millionen Euro. Ohne die Förderung hätte die Stadt die Herrichtung der Flächen nicht leisten können.
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