Tierpark Recklinghausen: Die Affen sollen ausziehen

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Nach Vorstellung der Linken sollen die Affen schon bald aus dem Recklinghäuser Tierpark ausziehen
 
Im Ratsantrag wird die Haltung als nicht artgerecht bezeichnet. Eine Online-Petition unterstützt das Anliegen

Antrag an den Rat fordert das Ende der Affenhaltung im Tierpark Recklinghausen. Online-Petition sammelt innerhalb eines Tages hunderte Unterschriften.
+++Update 4.12.: Online-Petition knackt die Marke von 400 Unterschriften+++

Die Verwaltung der Stadt Recklinghausen soll sich darum bemühen, "die Haltung von Rhesusaffen im Tierpark Recklinghausen schnellstmöglich zu beenden." Das fordert die Ratsfraktion der Linken, die einen entsprechenden Antrag zur vergangenen Ratssitzung am 30.11. eingereicht hat.
Der Rat leitete das Anliegen an den Wirtschaftsausschuss weiter, der sich
voraussichtlich im Januar 2016 damit befassen wird.

Zur Begründung führt die Linksfraktion an, dass die Unterbringung der Affen nicht den Anforderungen an eine artgerechte Haltung genügen würde. Grundsätzlich sei zu diskutieren, "wie zeitgemäß es heute noch ist, dass ein kleiner Tierpark, wie der in Recklinghausen, Primaten, aber zum Beispiel auch Greif- und Jagdvögel in kleinen und schmucklosen Gehegen beherbergt", heißt es weiter.

Partei hält den Tierpark für sinnvoll und lobt Förderverein


Der Vorstoß ist offenbar nicht als generelle Kritik am Tierpark zu verstehen. Dieser sei "eine wichtige und sinnvolle Einrichtung", weil er Menschen aller Altersgruppen und Einkommensschichten die Möglichkeit biete, sich mit Umwelt und Tierwelt auseinander zu setzen. Allerdings sei dafür ein Konzept besser geeignet, dass auf heimische Tiere setzt, die in geräumigen und offenen Gehegen gehalten werden.

Wer den Tierpark regelmäßig besucht, weiß, dass sich hier in den letzten Jahren bereits etwas getan hat. Wesentlich dafür verantwortlich ist der Förderverein Tierpark e.V., der dazu beigetragen hat, dass bereits einige Gehege modernisiert werden konnten. Dieses Engagement wird auch im Antrag der Linken gelobt, der sich dafür ausspricht, den Förderverein in die Findung eines neuen Konzepts einzubeziehen.

Die Gelegenheit, jetzt über einen Auszug der Affen aus dem Tierpark zu entscheiden, sei günstig, da von der Stadt bereits ein Tierparkplaner beauftragt wurde, ein Fuchsgehege neu zu gestalten. Dieser könne auch eine grundsätzliche Überplanung des Parks in Angriff nehmen. Für die Primaten regt die Linksfraktion indes eine Unterbringung auf einem sogenannten Gnadenhof an. Darunter verstehen sich Einrichtungen, die gezielt Affen aus Versuchslaboren oder nicht artgerechter Haltung aufnehmen, um ihnen ein Leben zu ermöglichen, das ihren Bedürfnissen entspricht.

Online-Petition sammelt über 300 Unterschriften


Im Internet hat der Ratsantrag mittlerweile ungewöhnliche Unterstützung gefunden. Auf einer Plattform für Online-Petitionen wird dazu aufgerufen, die Forderung zu unterstützen.

Nachdem die Petition am 2. Dezember veröffentlicht wurde, kamen innerhalb eines Tages über 300 Unterschriften zusammen. Am Morgen des 4.12. hatten bereits mehr als 400 Unterstützer den Aufruf unterzeichnet. Aus zahlreichen Kommentaren geht außerdem hervor, dass die Haltung der Affen im Tierpark von vielen Leuten kritisch gesehen wird. Von den Erstellern wurde ein Ziel von 500 Unterschriften festgelegt. Das Thema Affenhaltung im Tierpark Recklinghausen scheint viele Menschen zu berühren, sodass diese Grenze bald erreicht sein dürfte.
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