Wilhelm Neurohr: BEI STÄDTISCHEN STRATEGIEN GEGEN FOLGEN DES KLIMAWANDELS AUCH BETRIEBE UND AUTOFAHRER INS BOOT HOLEN

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Zum Artikel „Hitzestress und Sturzfluten / Städtische Strategien gegen Folgen des Klimawandels“ in der Recklinghäuser Zeitung vom 5. September 2015:

Spät, aber hoffentlich nicht zu spät ist jetzt auch die Stadt Recklinghausen wach geworden für die örtlichen Auswirkungen und Folgen der unaufhaltsam voranschreitenden Klimakatastrophe für unser Stadtgebiet. Deshalb ist der vorausschauende Beschluss des Umweltausschusses und die Vorbereitungsarbeit der Stadtverwaltung für ein „Anpassungskonzept an den Klimawandel“ als Reaktion auf die bereits eingetretenen und sich noch verschlimmernden Realitäten aus Bürgersicht zu loben. Die 90.000 Euro öffentlichen Gelder für die notwendigen Untersuchungen sind da sicher gut angelegt. Erfreulich auch, dass sich die Stadt nach jahrelangem Zögern seit kurzem dem kreisweiten Ökoprofit-Projekt angeschlossen hat, bei dem mittlerweile fast 100 beteiligte Unternehmen und Betriebe aus dieser Region zu einer Reduktion von 12.000 t CO 2 seit 2004 beigetragen haben, ferner zu 41 Mio. Kilowattstunde Energieeinsparung und 311.000 Kubikmeter Reduzierung von Wasserverbrauch. Da ist nach obenhin noch ganz viel Einsparungspotenzial, wenn sich alle Firmen in der Stadt daran beteiligen würden.

Auch ist es der richtige Ansatz, auf die Mitarbeit aller Bürgerinnen und Bürger und aller Akteure (nicht zuletzt diejenigen der örtlichen Wirtschaft) zu setzen, denn der von Menschen und nicht von der Natur hervorgerufene Klimawandel kann auch nur durch die handelnden Menschen wieder gemildert, wenn auch nicht mehr gebremst werden. Offensichtlich sind aber immer noch nicht alle Bürgerinnen und Bürger von den Notwendigkeiten überzeugt, obwohl sie ganz viel dazu beitragen könnten im eigenen Alltag und Haushalt, etwa bei Konsum und Einkauf, beim Heizen und Energiesparen, beim Bauen, bei der Gartengestaltung und Regenwassernutzung bis hin zum Mobilitätsverhalten, bei der Abfallentsorgung usw. Die enormen Kosten, die auf diese Stadt und ihre Bürger und Steuerzahler zukommen, wenn es um die Beseitigung der längst wirksamen Klimaschäden geht im Stadtgebiet, werden immer noch unterschätzt, so dass Vorbeugen gegen weitere Verschlimmerung angesagt wäre.

Auf der Leserbriefseite dieser Zeitung schreiben seit Jahren leider einige Zeitgenossen mit wissenschaftlicher Ignoranz und Realitätsverweigerung in Serie gegen den „angeblich menschengemachten Klimawandel“ an, den es angeblich überhaupt nicht gäbe. Womöglich sind es dieselben Zeitgenossen, die auch in dieser Stadt und im Straßenbild zu den mittlerweile 20 Prozent Autofahrern (Neuzulassungen) gehören, die mit den übergroßen Geländewagen und Großraumlimousinen der stärksten Hubraumklasse das Klima besonders stark belasten – nämlich je nach Fahrzeug zwischen 140 bis 400 g CO 2 je km (im Schnitt zwischen 200-300 g CO 2/km) sowie mit Verbrauchswerten zwischen 8 bis 16 Liter Sprit (Spitzenreiter über 21 Liter). Nur ganz wenige Marken kommen inzwischen mit 6-7 Litern aus und werden gerne als Ausrede herangezogen. Wie wäre es, wenn die örtlichen und regionalen Autohändler auf ihr Geschäft mit den großen platzergreifenden Dreckschleudern (mit ihrem großen Ressourcenverbrauch schon bei der Herstellung) gänzlich verzichten, für die auch noch breitere Straßen und Parkplätze gefordert werden in den ohnehin engen Stadträumen. Hierbei fängt Klimabewusstsein und konsequentes Verhalten an.

Wilhelm Neurohr, Westviertel
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