Wohncontainer als Unterkunft für Flüchtlinge

Anzeige
Der Rat der Stadt Recklinghausen hat entschieden: Wohncontainer sollen vorübergehend Platz für Flüchtlinge schaffen.

Die Stadt Recklinghausen hat dem Rat vorgeschlagen, Wohncontainer als kurzfristige Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge an der Vinckestraße aufzustellen. In seiner Sitzung am Montag, 27. April, hat der Rat diesen Dringlichkeitsbeschluss verabschiedet. Die Container können 70 Asylbewerber vorübergehend beherbergen.

„Im Jahr 2015 rechnen wir inzwischen mit circa 650 anstatt 400 neuen Asylbewerbern. Deshalb sind die Wohncontainer als kurzfristige Unterbringungsmöglichkeit und in dieser schwierigen Situation die derzeit beste Option“, sagt der Erste Beigeordnete Georg Möllers. „Wir haben bereits neue Übergangsheime mit 100 Plätzen an der Herner Straße geplant, diese sind aber nicht vor Ende 2015 bzw. Frühjahr 2016 fertig – und mit den Wohncontainern können wir diese Zeit überbrücken.“

Als nächster Schritt folgt die Ausschreibung. Da allerdings derzeitiger Lieferengpass herrscht, weil viele andere Städte sich ebenfalls für diese Lösung entschieden haben, wird mit einer Lieferzeit von etwa acht Wochen gerechnet.
Hinzu kommt das gesetzlich vorgeschriebene Baugenehmigungsverfahren, das verschiedene Untersuchungen vorsieht (zum Beispiel sind Bodengutachten, Brandschutzgutachten, Lärmschutzgutachten, Artenschutzgutachten usw. erforderlich).

Bezugsfertig sind die Container daher voraussichtlich ab August. Die Stadt mietet sie für ein Jahr an. „Wir haben auch andere Möglichkeiten geprüft, aber die Wohnungen, die infrage kämen, werden derzeit alle genutzt“, erläutert Stadtkämmerer Ekkehard Grunwald. „Auf Turnhallen wollen wir nur in äußerster Notlage zurückgreifen. Und andere, momentan leer stehende Gebäude müssten zunächst umgebaut werden – das kostet uns viel Zeit und mehr Geld. Deshalb haben wir uns für die Wohncontainer entschieden.“

Die Aufstellung und der Abbau der Wohnanlage kosten circa 70.000 Euro, hinzu kommen etwa 18.000 Euro Miete pro Monat für eine Nutzungsdauer von einem Jahr. Gesamtmietkosten etwa 216.000 Euro.

Hintergrund

Bis Frühjahr 2016 werden an der Herner Straße zwei Häuser in Modulbauweise fertiggestellt. Damit stünden circa 100 zusätzliche Unterbringungsplätze zur Verfügung. In der zweiten Jahreshälfte 2016 und in 2017 sollen dann zwei Häuser in Massivbauweise errichtet werden – als Ersatz für zwei abgerissene Gebäude an der Herner Straße oder an der Vinckestraße. Von den zurzeit genutzten Immobilien sollen drei Häuser erhalten bleiben – auch hier wird noch entschieden, welche das sein werden.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.