"Sie tun damit nichts Gutes!"

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Füttern verboten! Foto: LK

Mit wildem Geschnatter stürzen sie sich auf das trockene Stück Brot, das eben vor ihre Schnäbel geworfen wurde - die Enten, die auf vielen Teichen und Gewässern im Stadtgebiet unterwegs sind. Doch dass das Füttern von Enten, Gänsen, Tauben und anderen Wildvögeln verboten ist, wissen nur wenige Bürger.

Das Verbot gibt es aus gutem Grund, wie Ulrich Mühlenbeck, Sachgebietsleiter für Allgemeine Ordnungsangelegenheiten der Stadt Recklinghausen, erklärt: „Ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Grund ist, dass das Brot schädlich ist - für die Tiere und für die Gewässer, in denen Reste zurückbleiben. Ich bin mir sicher, dass die Bürger den Tieren etwas Gutes tun wollen, wenn sie sie füttern. Genau das tun sie aber leider nicht.“
Tiere können krank werden durch die Fütterung, wenn das Brot zum Beispiel beginnt zu schimmeln und sie es dann fressen. Ein großes Problem ist aber auch, dass die Tiere, wenn sie stets gefüttert werden, ihre natürliche Nahrung nicht mehr fressen.
Ebenso kann das Füttern die Vögel künstlich am Gewässer halten, was bedeutet, dass es zu einer Überbevölkerung kommt, die dem Naturhaushalt schadet. Die Ausscheidungen der zu großen Population sind wiederum schlecht für das Gewässer, das sich ab einem bestimmten Punkt nicht mehr selbst reinigen kann.

Fische können ersticken

Ebenso schädlich ist im Wasser aufgelöstes Brot, das an den Boden sinkt und den Sauerstoffgehalt des Wassers reduziert. „Das kann dazu führen, dass die Fische ersticken. Aber auch Schnecken, Würmer und andere Lebewesen, die wiederum die natürliche Nahrung der Vögel sind“, sagt Mühlenbeck.
Aber auch andere Gründe sorgen für das Fütterungsverbot, auf das die Stadt noch einmal deutlich hinweist. So werden von den Nahrungsmittelresten Ungeziefer und Schädlinge wie Ratten angezogen, die Krankheiten verbreiten und materielle Schäden anrichten können.
„Oft befinden sich in der Nähe von Gewässern Freizeitmöglichkeiten, zum Beispiel ein Spielplatz, auf dem Kinder ohne Risiko spielen sollten“, sagt Mühlenbeck. Genau das macht es aber wiederum auch schwierig für die Stadt und beauftragte Schädlingsbekämpfer, einem solchen Problem Herr zu werden. „Im öffentlichen Raum ist es nicht ratsam, Giftköder auszulegen. Erst recht nicht, wenn sich Kinder in der Nähe aufhalten.“ Nahezu aussichtslos wird die Situation aber in dem Moment, indem weiterhin Nahrungsmittelreste da sind, die weitere Schädlinge anziehen.

Wer füttert, muss mit einer Strafe rechnen

An vielen Gewässern hat die Stadt Schilder aufgestellt, von denen in der nächsten Zeit auch einige erneuert werden sollen. Auf diesen Schildern wird durch eine Zeichnung optisch und per Text auf das Verbot und die Konsequenzen hingewiesen. Wer beim Füttern erwischt wird, kann auch mit einem Verwarnungsgeld belangt werden.
„Wir hoffen, dass die Bürgerinnen und Bürger, wenn sie um die Konsequenzen wissen, zweimal überlegen, ob sie die Tiere füttern. Denn den Tieren schaden möchte mit Sicherheit keiner von ihnen“, so Mühlenbeck.
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Joachim H. Hartung aus Monheim am Rhein | 23.08.2017 | 18:33  
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