Kino-Dokumentation über Genclikspor Recklinghausen feiert Premiere

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Bei der Film-Premiere: Hakki Gürbüz (1. Vorsitzender Genclikspor), Hans-Otto Matthey (Vorsitzender Fußball- und Leichtathletikkreis Recklinghausen), Muharrem Gürbüz (Geschäftsführer Genclikspor), Wolfgang Pantförder (Bürgermeister), Daniel Huhn (Regisseur und Drehbuchautor), Christoph Tesche (Stadtkämmerer) und Ensar Kurt (Vorsitzender Integrationsrat). Foto: Max Rolke
Was „Deutschland - ein Sommermärchen“ für die Klinsmann-Elf war, ist „Kreisklasse Weltklasse“ für Genclikspor Recklinghausen. Regisseur und Drehbuchautor Daniel Huhn hat den Fußballverein aus dem Recklinghäuser Süden eine Saison lang begleitet.

Nervös stehen Spieler und Vorsitzende von Genclikspor in Kino 4 des Cineworld in Recklinghausen. Sie sind Gäste bei einer Filmpremiere über sich selbst. Für alle eine völlig neue Erfahrung. „Ich bin sehr gespannt, was uns erwartet. Ich habe noch nichts gesehen, außer kurze Ausschnitte“, erklärt Muharrem Gürbüz, Geschäftsführer des Vereins. „Heute ist hier im Cineworld ja praktisch Weltpremiere“, lacht er. Muharrem Gürbüz ist selbst einer der Hauptdarsteller in der Dokumentation „Kreisklasse Weltklasse“ über den Fußballverein Genclikspor.
Regisseur Daniel Huhn hatte die Idee zu dem Film, als er den Verein für ein Universitätsprojekt 2009 erstmals besuchte: „Damals arbeitete ich zum Thema Migration und Integration. Ich bin so herzlich von den Vereinsmitgliedern empfangen worden, dass ich die Idee hatte, das Thema auch bildlich aufzubereiten.“ Über 70 Stunden Filmaufnahmen sind dann in der Saison 2011/2012 gemacht worden.
Zunächst saß der Regisseur Huhn selbst hinter der Kamera, ehe er ein Team von seiner Arbeit überzeugen konnte. „Je weiter ich mit dem Projekt kam, umso professioneller wurde alles“, erzählt er. Mit „Kreisklasse Weltklasse“ hat Huhn seinen ersten Film in Spielfilmlänge gedreht: Mit 90 Minuten plus Nachspielzeit gibt er die Länge an.
Dass Huhn Humor hat, beweist er nicht nur bei der Längenangabe. Auch der Film zeigt ein authentisches Bild vom ehrlichen Ruhrpottcharme, der unter anderem für seinen trockenen Witz bekannt ist. Doch neben den schönen Aufnahmen, die sich rund um das Leben hinter dem Fußballverein drehen, versucht Huhn das Thema Migration und Integration zu verarbeiten. So kommt der journalistische Aspekt nicht zu kurz, wenn die Spieler von Genclikspor darüber sprechen, warum so wenig Deutsche in ihrem Verein anzutreffen sind. Ob sich ältere Migranten in Deutschland wohl fühlen und ob sie sich als Deutsche sehen, wird auch thematisiert. Gerade weil die Vereinsmitglieder so offen und herzlich waren, konnten authentische Aufnahmen gelingen. „Wir haben teilweise wirklich vergessen, dass uns ein Kamerateam begleitet“, meint Muharrem Gürbüz.
Auch Bürgermeister Wolfgang Pantförder würdigte Huhns Film: „Hier kann man sehr gut sehen, dass ein Verein verbindet und Gemeinsamkeiten fördert. Der Film baut eine Brücke und zeigt, was mit Teamarbeit und Zusammenhalt alles erreicht werden kann.“
Doch neben dem Thema der Integration kam auch der Fußball im Film nicht zu kurz. Schließlich startete Genclik-spor mit großen Ambitionen in die Saison 2011/2012. Am Ende musste das Team im letzten Spiel der Saison um den Klassenerhalt kämpfen. „Für die Dramaturgie ist so eine turbulente Saison natürlich sehr gut“, zwinkert Huhn, der, wie er zugeben muss, vor der Premiere auch nervös war. Dazu gab es aber keinen Anlass. Allen Premierengästen hat der Film sehr gut gefallen.

Information
„Kreisklasse Weltklasse“ wird in ausgewählten Kinos, unter anderen auch im Cineworld Recklinghausen, und auf Filmfestivals ab März gezeigt.
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