Grundschüler besuchen Lehrbienenstand des Imkervereins Recklinghausen

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Gustav Robering, Vorsitzender des Imkervereins Recklinghausen, freute sich über den Besuch der Kinder aus der Anton-Wiggermann-Grundschule. (Foto: Petra Pospiech)
 
"Drohnen haben keinen Stachel", weiß Mia und lässt sich mutig eine Biene auf die Hand setzen. (Foto: Petra Pospiech)

"Summ summ summ" - so ohrenbetäubend summend fliegen die Bienen im Juli von Blüte zu Blüte. Im Dezember sind sie nicht zu hören, ebenso wenig wie die Kinder der Anton-Wiggermann-Grundschule, die unter Anleitung von Gustav Robering, Vorsitzender des Imkervereins Recklinghausen, die Geräusche der fleißigen Bienen entsprechend der vorgegebenen Jahreszeit nachahmten.

Mucksmäuschenstille herrschte beim Besuch der Grundschüler am Lehrbienenstand aber nur zeitweise. Gebannt lauschten die interessierten Neun- bis Zehnjährigen den Ausführungen des erfahrenen Imkers.
Der 69-Jährige verstand es geschickt, die 21 Mädchen und Jungen in seinen Bann zu ziehen. Er erzählte von Königin, Drohnen und Arbeitsbienen und erklärte so den Aufbau eines Bienenvolkes und ihrer Brutstätte ebenso wie über ihre Futteraufnahme und die Honigproduktion. Durch gezieltes Nachfragen erforschte er immer wieder, ob ihm die Viertklässler auch folgen konnten.
Manche Grundschüler erinnerten sich noch an Gustav Roberings Besuch in ihrer Schule im Vorjahr. Die kleine Mia nahm gern eine Drohne auf die Hand. „Sie haben uns ja schon in der Schule erklärt, dass Drohnen keine Stachel haben“, erklärte sie mutig.
Zwar lauter, aber nicht ganz so mutig verhielt sich die Gruppe draußen, in der Nähe der Bienenvölker. Und das war auch gut so. Immerhin schwirrten hier und im nahe gelegenen Schaugarten ungefähr eine halbe Millionen Bienen umher. Wie hießen denn noch die zwei wichtigsten Regeln am Lehrbienenstand? Nicht rennen und nicht Barfuß laufen!


"Nicht rennen und nicht Barfuß laufen!"


„Und warum?“, hakte Gustav Robering gleich nach. Mehrstimmige Antwort: „Weil die Bienen morgens den Tau von den Grashalmen trinken.“ Prima, dann konnte sich die Gruppe ja beruhigt dem Schaukasten mit der Bienenkönigin zuwenden, während Charlotte und Annika sich gern den Imkerschutzanzug überzogen.
Durch die wechselnde Mischung aus Stillsitzen und Zuhören im Raum und Besichtigung draußen vor Ort wurde es auch den ungeduldigsten Schülern keineswegs langweilig. Sie bedankten sich lautstark gemeinsam mit ihrer Lehrerin Angela Coenen und Begleiterin Gudrun Edler im Chor für den tollen Unterricht und das leckere Glas Honig, das jedes Kind von Gustav Robering zum Abschluss bekam. Sie alle freuen sich schon, wenn er in der Adventszeit wieder zu ihnen in die Schule kommt. Denn dann werden wieder Kerzen aus echtem Bienenwachs gebastelt.
Auch Gustav Robering fand sichtbar Gefallen an der Kinderschar. Seit 1986 ist der Imker Mitglied im Juni 1906 gegründeten Vereins. Zwei Umzüge hat er in der Zeit seines 24-jährigen Vorsitzes mit gemacht, zuerst zur Josef-Wulff-Straße dann im letzten Jahr zum neuen Standort am Ickerrottweg 20.
Hier haben die 70 Mitglieder ganze Arbeit geleistet, um das Vereinshaus und den dazugehörigen Garten als Lehrbienenstand herzurichten. Stolz berichtet der Vorsitzende und Imker-Ausbilder: „Wir arbeiten an 20 Projekten und unterrichten jährlich über 3000 Kinder in Schulen und vor Ort." Oft und aktiv mit von der Partie ist auch Irene Schäfer.
Kein Wunder, dass es dem Imkerverein Recklinghausen nicht an Nachwuchs mangelt. So wird das "summ summ summ" auch weiterhin in den Frühlings- und Sommermonaten in Suderwich zu hören sein.
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