Tolle Atmosphäre in Reeserward

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(Foto: Dirk Kleinwegen)
 
Der historischen Zirkuswagen passte perfekt zur besonderen Atmosphäre des Weihnachtsmarktes. (Foto: Dirk Kleinwegen)

Trotz Regen waren die meisten Aussteller zufrieden

Am Sonntag fand in Reeserward der 11. kl(feine) Weihnachtsmarkt von Gerfried Schell statt. Trotz Dauerregen und weniger Besuchern hatte die Veranstaltung nichts von ihrem Charme eingebüßt.

  • aus dem Stadtanzeiger Emmerich-Rees-Isselburg vom 06.12.2017
  • von Dirk Kleinwegen (Text + Fotos)

Veranstalter Gerfried Schell war, trotz schlechtem Wetter und merklich weniger Besuchern als in den Vorjahren, noch guter Laune: „Wenigstens die Aussteller sind zufrieden. Sie sind begeistert von der Atmosphäre hier.“ Für das nächste Jahr hatte er schon eine neue Anmeldung erhalten. Gerfried Schell wählt die einzelnen Aussteller immer sorgfältig aus, damit sie in sein Gesamtkonzept passen.

Von den „Zischingern“ beispielweise, hatte Schell irgendwo ein Prospekt gesehen und den Künstler Hermann Josef Knepper zur Teilnahme eingeladen. Der war dann auch mit seinen 1,50 bis 2,50 Meter hohen Holzfiguren, die wie Totenpfähle aussehen und einem ausrangierten Feuerwehrwagen, von Waltrop nach Rees gekommen. Obwohl er mit dem Umsatz nicht so ganz zufrieden war, bewahrte Knepper aber seine gute Laune: „Solche Termine machen mir halt Freude, würden mir aber noch mehr Freude machen, wenn ich besser verkaufe.“ Viele Leute haben seine Flyer mitgenommen. Er hofft daher, dass doch noch, der eine oder andere „Zischinger“, den Weg an den Niederrhein findet.

Die Kräuterfachfrau Ulrike Düsseldorff war auch schon seit mehreren Jahren dabei. Sie hatte viele selbst hergestellte – gesunde, schmackhafte oder hilfreiche – Artikel aus der Kräuterwelt im Angebot. Besonders das Körperöl oder Kräutersalz wurde oft nachgefragt. Düsseldorff, die viele Kurse zu Kräutern und Blüten anbietet, war mit dem Markt zufrieden: „Ich mag die nette Atmosphäre des Weihnachtsmarktes, es macht Spaß sich hier aufzustellen.“

Imker Marco Janßen aus Kleve zeigte verschiedenste Produkte rund um Honig und Bienen: Bienenwachs, Baumschmuck, Seifen aus Honig, Honigwein, Bienenwachsschalen. Am besten haben sich die Bienenwachscreme und Bienenhotels verkauft. Janßen, der selber 12 Bienenvölker besitzt, nutzte aber auch die Gelegenheit um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Er machte darauf aufmerksam, dass in den letzten Jahren 75 % der Insekten und damit auch die Bienen ausgerottet wurden. Die Dramatik machte er mit einem Zitat deutlich, welches Albert Einstein zugesprochen wird: „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“

Marco Janßen war das erste Mal dabei, den Weihnachtsmarkt kannte er bisher nur als Besucher: „Ich habe super verkauft, das Publikum ist echt interessiert und alternativ.

An einigen Ständen wurden auch karitative Zwecke unterstützt. Emily und Lissi Doppstadt verkauften Selbstgemachtes von den Philippinen und den Restbestand der Handarbeitsfrauen aus Bienen. Die Erlöse gehen an eine Klostergemeinschaft auf den Philippinen. Beim Projekt „Chapakazi“ werden die Erlöse aus den Plätzchenverkäufen an einen Kindergarten in Tansania weitergeleitet.

Frank Wardemann, der sich als Rus-Wikinger gewandet hatte, verkaufte mit Brettchenweberei hergestellte Lesezeichen. Den Besuchern zeigte er am Webstuhl wie diese 5000 Jahre alte Technik funktioniert. Frank Wardemann war zum sechsten Mal beim Weihnachtsmarkt dabei. Bisher war er immer zufrieden und lobte die Initiative und den Einsatz von Veranstalter Gerfried Schell. „Doch dieses Jahr,“ so Wardemann, „bin ich mit dem Umsatz überhaupt nicht zufrieden, sonst bleiben Leute stehen, lassen sich etwas zeigen oder erklären.“ Zum Teil schob er das auf das schlechte Wetter.


Sein Bruder Ralf Wardemann verkaufte nebenan aber erfolgreich kleine Miniaturwelten in Wallnussschalen.

Johannes Peters war wieder mit seinen drei Alpakas dabei. Die Kinder konnten mit ihnen spazieren gehen. Seit Johannes Peters Rentner wurde, bietet er regelmäßig Trekking-Touren mit den Alpakas an. Einmal pro Woche geht er mit seinen Tieren ins Reeser Flüchtlingsheim. Auf dem Weihnachtsmarkt verkauften die Eheleute Peters zusätzlich Seife aus der Wolle ihrer Alpakas.

Die antiken Möbel und Kleinantiquitäten von Gerfried Schell in den festlich dekorierten Räumen, sowie weitere handwerkliche, natürliche oder künstlerische Produkte, rundeten das Angebot ab. Verkaufsstände für warme und kalte Getränke, sowie Crepperie und Picos Pizza sorgten für das leibliche Wohl.

Die beiden historischen Zirkuswagen, in einem zeigte Silja Böhling-Buhl einen Film mit ihren Theater-Wichtel-Kindern, passten perfekt zur besonderen Atmosphäre des kl(f)einen Weihnachtsmarktes.
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