Auszeichnung für soziales Engagement

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Landrat Wolfgang Spreen (links) überreichte Hermann Giesen aus Rees die Urkunde zum Verdienstkreuz am Bande. (Foto: Kreis Kleve)

Hermann Giesen hat durch sein jahrzehntelanges beispielgebendes Engagementim sozialen Bereich auszeichnungswürdige Verdienste erworben. Landrat Wolfgang Spreen überreichte ihm in diesen Tagen das vom Bundespräsidenten verliehene Verdienstkreuz am Bande.

Hermann Giesen ist ein ReeserOriginal. Fast jeder kennt ihn und viele bezeichnen ihn liebevoll anerkennend als „Onkel Hermann“. Obwohl er inzwischen über 90 Jahre alt ist und sich seit zwei Jahren aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nur noch mit einem Rollator fortbewegen kann, ist er stets zur Stelle, wenn seine Hilfe gebraucht wird.
Schon in früheren Jahren galt er als die „gute Seele“ des Krankenhauses der Clemensschwestern in Rees-Haldern und war dort Hausmeister, Gärtner und Landwirt in einer Person. Aufgrund seiner Geschicklichkeit übernahm er auch kleinere Reparaturarbeiten. Zunehmend nahm er auch pflegerische Aufgaben wahr. So half er an Wochenenden bei der Pflege und kümmerte sich liebevoll um die alten und kranken Menschen. Bis in die 1960er Jahre verfügte das damalige Krankenhaus über keine Fahrstühle, sodass Hermann Giesen oftmals einsprang und gemeinsam mit einem weiteren Helfer frisch Operierte über die Treppe in ihre Zimmer trug. Da er damals schon auf dem Klinikgelände ein kleines Haus bewohnte, wurde er häufig auch nachts und an Wochenenden aus dem Bett geklingelt. Im Grunde kannte er keinen Feierabend, sondern war Tag und Nacht im Dienst. Eine Zulage für diesen „Rund-um-die-Uhr-Dienst“ erhielt er nicht.

Füttert Tier und jätet Unkraut

Auch nach seinem Renteneintritt im Jahr 1985 setzt er bis heute – seinen Möglichkeiten entsprechend – noch täglich sein ehrenamtli-ches Engagement für die Alten- und Pflegeeinrichtung „St. Marien HalderngGmbH“ fort. Er lebt bescheiden in seinem kleinen Haus auf dem Klinikgelände und führt den Haushalt immer noch selbst. Er füttert die Tiere im Tierpark, jätet Unkraut, kümmert sich um die Obstbäume und macht allabendliche Kontrollgänge durch den Park. Im Frühjahr bepflanzt er die Balkonkästen der Heimbewohner. Außerdem pflegt Hermann Giesen viele Gräber von verstorbe-nen Ordensschwestern und Pfarrern, aber auch solche, um die sich ansonsten niemand mehr kümmert. Aufgrund seiner körperlichen Beeinträchtigung musste er in letzter Zeit allerdings die Pflege einiger Gräber aufgeben. Weiterhin ist er seit vielen Jahren Vorbeter für den Rosenkranz bei Messen, bei Totenandachten und bei Beerdigungen. Als ehemaliger Messdienerleiter war er daneben über Jahrzehnte hinweg als Kommunionhelfer im Einsatz.
Seit 1955 gehört Hermann Giesen dem „Reit- und Fahrverein St. Georg Haldern“ an, der ihn 2005 zum Ehrenmitglied ernannte. Sein Pony spannte er häufig vor eine Kutsche, um Bewohnerinnen und Bewohner des Altenheims spazieren zu fahren und verschönerte ihnen damit den Lebensabend. Hermann Giesen wird von der Dorfgemeinschaft hoch verehrt und geachtet. Aufgrund seiner ste-ten Liebenswürdigkeit und Hilfsbereitschaft ist er für viele junge Gemeindemitglieder ein großes Vorbild.

Silberne Ehrennadel

Für seine vorbildliche Haltung und seine jahrzehntelangen Verdienste für die Menschen im „Lindendorf“ Haldern wurde er im Jahr 2002 von der Stadt Rees mit der „Silbernen Ehrennadel“ ausgezeichnet.
Landrat Wolfgang Spreen dankte Hermann Giesen im Rahmen einer kleinen Feierstunde für seinen unermüdlichen Einsatz und gratulierte ihm zu der nun verliehenen Anerkennung, dem Ver-dienstkreuz am Bande.
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