Neue Betuweplanungen für Millingen und Empel

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Bauamtsleiterin Elke Strede und Bürgermeister Christoph Gerwers stellen die geänderte Planungen vor. (Foto: Dirk Kleinwegen)
 
Die neue Variante bietet eine städtebaulich attraktive Lösung. (Foto: Büro Schüßler-Plan)

Änderungen bei der Gestaltung der Ortskerne in Millingen und Empel

Die Unterführung für Fußgänger und Radfahrer in Millingen soll jetzt doch nicht unterhalb der Straßenführung gebaut werden. Die Öffentlichkeit soll über die Änderungen informiert und der Ratsbeschluss entsprechend geändert werden.

VON DIRK KLEINWEGEN
(STADTANZEIGER 13.01.2018)

Im Februar 2015 wurde im Rahmen eines Konsensbeschlusses festgelegt, dass es an den heutigen Bahnübergängen Hauptstraße/Anholter Straße in Millingen und Reeser Straße in Empel zukünftig nur Unterführungen für Fußgänger und Radfahrer geben soll. Autos sollen in Millingen die Gleise im Rahmen einer Ortsumgehung überqueren.


Mit der Konsens-Entscheidung des Reeser Stadtrates aus Februar 2015 wurde sichergestellt, dass trotz aufwendiger Umbaumaßnahmen, die im Rahmen des Betuwe-Ausbaus erforderlich werden, keine finanziellen Belastungen für die Stadt Rees entstehen. Inhalt der Konsenserklärung ist auch, dass für Fußgänger und Radfahrer eine städtebauliche attraktive Lösung gefunden wird.

Elke Strede, Leiterin des Fachbereichs Bauen und öffentliche Ordnung erläutert: „Die Millinger haben allergrößten Wert darauf gelegt, das es möglich sein soll, von der Hauptstraße, entlang der jetzigen Straßenführung, auf die Anholter Straße zu kommen. Dementsprechend sahen die Planungen für Millingen vor, dass die heutige, bestehende Sichtachse aufgegriffen und die Unterführung mittels ohrenförmiger Rampen zugänglich gemacht wird.

Bei der konkreten Ausgestaltung dieser Planungen hat das, von der Deutschen Bahn beauftragte Planungsbüro, jedoch festgestellt, dass aufgrund der örtlichen Grundwasserverhältnisse die Unterführung als wasserdichte Wanne ausgeführt werden müsste. Es wäre erforderlich, entlang der gesamten Streckenführung, die Wände überall 4,50 Meter hoch zu ziehen. Bürgermeister Christoph Gerwers erläuterte: „Man muss sich das wie einen langen, hohen Tunnel ohne Decke vorstellen.“ Die offene und einladende Wirkung des Bauwerks ginge dadurch verloren. Trotz der Wanne und hoher Wände, müssten ständig Pumpen das Grundwasser abpumpen.

Aus diesem Grund hat das Planungsbüro dann eine atriumförmige Variante entwickelt. Die Radfahrer werden auf beiden Seite über einen gewendelten Weg nach unten, unter die Bahntrasse durchgeführt. Der gesamte Weg soll höchstens 6 % Steigung oder Gefälle haben, zwischendurch behindertengerechte Ruhepodeste mit max. 2 % Steigung zum Ausruhen. Für Fußgänger ist der Tunnel direkt über eine Treppe zu erreichen. Der Tunnel soll eine Höhe von mindestens 2,70 Meter haben, somit ist auch das Radfahren möglich. Zudem soll er Tag und Nacht beleuchtet werden.

Der Trog unter den Gleisen läuft in dieser Variante nicht unter der Straßenachse, sondern in ungefähr 20 Meter Entfernung, gerade unter der Bahntrasse hindurch. Der Tunnel würde dadurch nur noch 21 anstatt 35 Meter lang sein. „Damit wird das ganze Gebäude heller und freundlicher und Angsträume werden vermieden.“, erklärt Gerwers. Die Stadtverwaltung bevorzugt diese Variante. Doch die geänderte Streckenführung widerspricht dem Ratsbeschluss vom 24.02.2015, es ist eine Anpassung erforderlich.

So befasst sich der Ausschuss für Umwelt, Planung, Bau und Vergabe in seiner Sitzung am 1. Februar mit diesem Thema, ehe der Rat am 27. Februar abschließend entscheidet.

Auch in Empel soll eine atriumförmige Variante zum Tragen kommen, die Streckenführung verläuft aber dort weiterhin unterhalb der Straßenführung und entspricht damit dem Ratsbeschluss. Auch wenn sich der Rat der Stadt Rees für die geänderte Variante aussprechen sollte, ist mit einer Fertigstellung der Unterführungen nicht vor 2024/2025 zu rechnen.


Bei der Realisierung der Umgehungsstraße ist man schon weiter, diese könnte bereits 2020/2021 gebaut werden.

Eine Visualisierung des neuen Plans für Millingen sowie Pläne von alter und neuer Planung für den Bereich Empel sind im News-Bereich auf der Internetseite der Stadt Rees unter www.stadt-rees.de aufrufbar.
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