Ossenberger Martinimarkt aus der Sicht eines "Budenbesitzers"- huch, schon alles wech?!?

  Rheinberg: Ossenberger Dorfplatz | So, das war er also der dritte Ossenberger Martinimarkt - der zweite, auf dem auch ich meine Zelte, ähm, meine Holzbude aufstellen durfte.

Ehrlich gesagt, hatte ich schon Tage vorher sämtliche Stoßgebete Richtung Petrus geschickt, damit dieser uns mit gutem und vor allem trockenem Wetter beglücken würde. Aber das er dann gleich "Mallorcawetter" und 20 Grad nach Ossenberg schickte, damit hatte wohl niemand wirklich gerechnet.

Hatte mich also an diesem Morgen um 9 Uhr mit unserem "Großen" Deniz auf dem Dorfplatz eingefunden, um die Holzhütte, liebevoll gebaut von Mitgliedern des Ossenberger Heimatvereins, zu gestalten und zu beladen.

Also: Bierzelttisch rein- hingestellt und....zu groß! Zu groß? Warum passt denn dieses sch.... Teil hier nicht rein, kann ja meine Waren nicht in schiefer Ebene präsentieren. Wie sieht das denn aus? Ossenberger Schloßmakronen "on the rocks"? Mutter Käthes Schwattbrot im 45 Grad Winkel? Ne, ne! "Deniz, kräftig geschoben, den vorderen Tisch nach hinten, den anderen nach vorne...und...passt!"
Puh, Glück gehabt!

So, nun noch die Beleuchtung, ist ja ein Martinimarkt. Und an St. Martin soll eben alles leuchten, nicht nur die Fackeln der Glühwein ballernden Bevölkerung..also, Beleuchtung aus dem Paket genommen, schön um die Hütte gehängt, eingesteckt, und....leuchtet nicht!
Kerl, ich werd heut noch zum Elch! Die Lichterkette ist doch nagelneu! "Made in China!" Einfache Handhabung, steht doch drauf!
Also, wieder abgehängt, Nägel und Heftzwecken raus und die neue Kette installiert...brennt... und sieht sogar echt nett aus. Plakate an die Holzhüttenwände, damit auch jeder aufm Platz weiß, das es hier "Ossenberger Souvenirs" von Golddorftalern über Schwattbrot und Golddorfbräu gibt!

Auto auf und rein mit den ganzen Klamotten in die heimelige Holzhütte. Chaos pur- denn ein gefühlt 50 Meter hoher Berg an Kartons mit Gläsern, Schneekugeln und Kalendern türmte sich vor uns auf. Spontan kam mir der "Turmbau zu Babel" in den Sinn. Als sich Kalender und Co aber dann westwärts in meine Richtung neigten, hatte das ganze dann aber doch eher eteas vom "Schiefen Turm von Pisa".

Egal, dank deniz hatten wir das Chaos doch erstaunlich schnell gemeistert. Tischdecken drauf, mit Tannenzweigen und Teelichtern schön dekoriert und dann die Souvenirs plaziert.

Ehrlich gesagt, hätt ich die Bude spätestens dann dicht machen können, so kaputt war ich. Und ab diesem Zeitpunkt auf mich alleine gestellt, denn Deniz ging "chillen".

Um kurz vor 14 Uhr, dem offiziellen Beginn, gings dann aber erst richtig los. Eine lokale Zeitung hatte von meinem Stand berichtet und so war mein erster Kunde auch gleich ein Großabnehmer. "Ich habe ihr Bild in der Zeitung gesehen, mit all den schönen Dingen. Ich brauche...2 Puzzle, einen Kalender...2 Tassen, haben sie auch Postkarten...und, und, und.

So ging es weiter. Flink wie ein Elefant im Porzellanladen lief ich von links nach rechts, von oben nach unten, immer mal wieder stolpernd über irgendwelche Kartons, die mir unter die Füße kamen. Wer hat die da hingestellt? Blöde Frage, war ja allein in der Bude- Hechel!Muss schneller gehen, die Leute warten doch.

Kalender hier-Bier da! Postkarte Nummer 2 und 3- leider aus! Schwattbrot? 50 Pakete in 1, 5 Stunden wech- Puzzle? Die sind nur noch zur Ansicht, muß ich nachbestellen- String-Tanga mit Ossenberger Motiv? Bah, hab ich nich!

Am Ende des Abends war ich dann ausverkauft, total platt, aber auch total glücklich, dass diese, meine Ideen so reissenden Absatz gefunden haben.

Nach dem Auf-und Ausräumen der Holzbude verließ ich mit einem Lächeln im Gesicht den Ossenberger Dorfplatz. Aus dem Augenwinkel sah ich noch unseren amtierenden Karnevalsprinzen bei der Polonaise über den Platz torkeln.
"Laterne, Laterne, der sieht morgen Sterne!"



Ich bedanke mich ausdrücklich für die Bilder von Martin van de Mötter!
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6 Kommentare zum Beitrag
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Gerda Bruske aus Goch am 08.11.2011 um 14:49 Uhr  
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Bernhard Braun aus Sonsbeck am 08.11.2011 um 17:17 Uhr  
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Willi (Wilfried) Proboll aus Kamp-Lintfort am 08.11.2011 um 17:54 Uhr  
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Carsten Kämmerer aus Rheinberg am 08.11.2011 um 20:41 Uhr  
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Barbara Wolbring aus Wesel am 08.11.2011 um 22:10 Uhr  
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Carsten Kämmerer aus Rheinberg am 19.11.2011 um 06:12 Uhr  
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