Bürgerversammlung in Rheinberg-Budberg: Was wird aus dem Steinhoff? Und wie ist der Stand in Sachen Neubaugebiet?

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Proppenvoll war der Saal im Landhaus Steinhoff, dem traditionsreichen Hotel und Restaurant im Rheinberger Ortsteil Budberg. Die SPD hatte eingeladen zu einer Bürgerversammlung. Es ging um den Steinhoff selbst, das traditionsreiche historische Gemäuer, das schon lange als Hotel und Restaurant geführt wird, aber auch als beliebter Treffpunkt der Budberger gilt. Darüber hinaus ging es um den Stand des Neubaugebietes zwischen Rheinberger Straße, Rheinkamper Straße und Werksbahn der NIAG. Mit Woytek Brzezinski von der Stadtverwaltung hatten die Sozialdemokraten einen kompetenten Berichterstatter und Gesprächsteilnehmer hinzugezogen.

Die Budberger scheinen an ihrem Steinhoff zu hängen. Umso mehr beunruhigen sie seit einiger Zeit Gerüchte, wonach der Eigentümer das Haus abreißen lassen wolle, um Platz für Eigentumswohnungen zu schaffen. Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Rheinberg war daraufhin tätig geworden und hatte für eine Erhaltungssatzung gesorgt, gegen die allerdings, wie aus Kreisen des Eigentümers jetzt auf der Bürgerversammlung zu hören war, bereits eine Klage anhängig sei. Schließlich meldete sich der Eigentümer selbst zu Worte und stellte klar, dass mit dem Steinhoff nichts Entscheidendes passiere, solange sein Schwager das Haus weiter führen werde.

Bei allem Verständnis für den Wunsch vieler Bürger, den Steinhoff zu erhalten, blieb ein bitterer Nachgeschmack angesichts dessen, wie die Politik mit dem Eigentümer umgeht.

Budbergs Neubaugebiet: Ein seit Jahren vorbereitetes Projekt mit über 100 Wohneinheiten, das Budberg einen großen Bevölkerungszuwachs bescheren wird. Um Kaufinteressenten für die einzelnen Grundstücke braucht man sich wohl keine Sorgen machen. Budberg gehört zum Speckgürtel des Ruhrgebiets mit guter Anbindung nach Duisburg über die A42 und die Rheinfähre Orsoy-Walsum. Und das Neubaugebiet liegt außerdem direkt am Zentrum Budbergs mit ordentlicher Infrastruktur: Discounter, Banken, Ärzte, Apotheke, Post-Filiale u.v.m. in unmittelbarer Nähe, fußläufig gut zu erreichen.

Zur Zeit laufen die Arbeiten an der Baustraße und weitere Erschließungsarbeiten. Laut Mitteilung der Verwaltung wird man Anfang 2017 mit der Errichtung der ersten Häuser beginnen können. Hauptsächlich Einfamilienhäuser sind vorgesehen, ob als frei stehende Häuser, Doppelhäuser oder Reihenhäuser. Auch Mehrfamilienhäuser sind geplant mit maximal sechs Wohneinheiten.

Ökologische Ausgleichsflächen sind von der Stadt vorgesehen. Auf die Frage aus der Bürgerschaft, ob der nach den Fällungen des vergangenen Jahres verbliebene Baumbestand gesichert bliebe, versicherte der Verwaltungsvertreter, es werde kein Baum mehr gefällt, wenn man nicht müsse.

Die größten Sorgen allerdings bereitet der Budberger Bevölkerung die Kanalisation. Schon jetzt gebe es an manchen Stellen Budbergs Probleme bei starken Regenfällen. Deshalb mache man sich erhebliche Sorgen, ob die Kanalisation den zu erwartenden Abwässern gewachsen sein wird.

Ein weiteres Anliegen der Bürger war die Eindämmung der Geschwindigkeit auf der Rheinberger Straße innerhalb der geschlossenen Ortschaft Budberg. Da es sich um eine Straße des Landes handelt, ist eine 30er-Zone kaum möglich. Der Bau eines Kreisverkehrs an der T-Kreuzung Rheinberger Str. / Bischof-Roß-Str. neben dem geplanten Kreisverkehr Rheinberger Str. / Eversaeler Str. könnte allerdings eine ähnliche Wirkung haben.

Die SPD-Ratsherren Friedhelm Kung und Achim Körber, denen die Moderation des Abends oblag, zeigten sich abschließend zufrieden mit der angeregten Diskussion und versprachen, die Anregungen, Vorschläge und Sorgen der Bürger in die politischen Gremien zu tragen.
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