Ein Gespenst geht um in Europa und spült auch die AfD in die Parlamente - das Gespenst der Xenophobie - vermutlich ein Gespenst auf Zeit

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Wie Karl Marx und Friedrich Engels weiland das Gespenst des Kommunismus heraufbeschworen haben, so beschwören die Flüchtlingskrise und der Islamismus das Gespenst der Xenophobie herauf, der Angst vor dem Fremden, die in eine Abwehrhaltung gegen Zuwanderer mündet, die religiös und kulturell unserer Tradition nicht entsprechen.

Was im europäischen Ausland schon seit längerer Zeit zu beobachten ist, eine Erstarkung von Parteien am äußersten rechten Rand, zeigt sich nun auch auf parlamentarischer Ebene in Deutschland. Die jüngsten Landtagswahlen haben die rechtspopulistische AfD, in deren Wählerschaft sich die Xenophobie niederschlägt, aus dem Stand mit zweistelligen Prozentzahlen in die Parlamente gespült. Das Entsetzen der etablierten Parteien ist groß, obgleich die Entwicklung nicht überraschend ist. Und dabei dürfte man der Masse der AfD-Wähler kaum gerecht werden, wenn man sie als Nazis verunglimpft. Im Übrigen wäre das eine verantwortungslose Verharmlosung des Nationalsozialismus.

Xenophobie - das ist im Resultat eine psychologisch angelegte Angst vor Überfremdung, die seit nunmehr einem Jahr tagtäglich von den Medien durch Bilder, Nachrichten und Berichte geschürt wurde.

Aber jetzt, da der Deal der EU mit der Türkei perfekt ist, dürfte eine mediale Beruhigung eintreten, zumal den meisten Deutschen nicht nur ziemlich gleichgültig ist, was innenpolitisch in der Türkei falsch läuft, sondern sie der Diskussion über die Flüchtlingspolitik allmählich überdrüssig werden. Der Deal mit der Türkei vermittelt zudem das Gefühl, die "Flüchtlingslawine" sei Vergangenheit, das Problem sei zumindest ausgesourct. Und da werden viele AfD-Sympathisanten feststellen, dass sie entweder gar keine Berührungspunkte mit den Flüchtlingen haben oder diese in ihrem Lebensumfeld nicht auffallen.

So ist zu erwarten, dass die bislang lodernde Xenophobie wieder auf Sparflamme zurückgeht und unterdessen andere politische Themen in den Vordergrund rücken. Einen gewaltigen Einbruch ihrer erwarteten Wählerzahlen bei künftigen Landtagswahlen und den Bundestagswahlen 2017 muss die AfD folglich befürchten, sollte ihr kein anderes "glückliches" Thema in den Schoß fallen.

Schon jetzt hat man das Empfinden, wären die letzten drei Landtagswahlen auf zwei Wochen später angesetzt gewesen, hätte die AfD eine recht bescheidene Rolle gespielt.
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