"Wir alle sind irgendwo auf der Welt Fremde!"

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ein Raum in der Grundschule (Foto: Sonja van Ooy)
Rheinberg: Grundschule Ossenberg | Die Wände wirken noch sehr kahl. Hochbetten, Matratzen, Kopfkissen, Decken, 8 Stühle, Spinte und ein großer Tisch machen den ersten Raum in der ehemaligen Ossenberger Grundschule dennoch wohnlich. Als die Sonne durch die großen Fenster auf den Holzboden scheint wirkt der Raum groß, hell und freundlich.

Hier also werden am Freitag die ersten 28 Flüchtlinge ein neues Übergangs-Zuhause finden. "Das hier in Ossenberg sind Notunterkünfte für den Übergang", ließ Bürgermeister Mennicken die etwa 150 Ossenberger Bürger wissen, die sich genauere Informationen von der Stadt einholen wollten. Die Asylsuchenden sollen hier unterkommen, bis die Stadt ihnen andere Räume oder Wohnungen zur Verfügung stellen könne. Da das Obergeschoss noch umgebaut wird, sollen momentan nur die unteren beiden Räume belegt werden. Bis es einen Ausbau der Sanitäranlagen geben wird, werden auch ausschließlich männliche Asylsuchende in der Schule untergebracht. Später dann kämen auch Familien, Frauen und Kinder hinzu, so der Bürgermeister.

Willi Giesen, der Leiter der Rheinberger Polizeiwache machte darauf aufmerksam, dass es bisher in Rheinberg zu keinerlei Zwischenfällen bezüglich der Flüchtlinge gekommen wäre. Etwa 300 Asylsuchende seien am Melkweg in Rheinberg untergebracht. Trotzdem sei man natürlich wachsam und im ganzen Kreis an diesen Unterkünften präsent.

Gespannt, aber nicht besorgt


Die Ossenberger selbst scheinen die Asylsuchenden mit offenen Armen zu empfangen. "Ich bin gespannt, aber nicht besorgt", ließ eine junge Mutter wissen. "Wir alle sind irgendwo auf der Welt Fremde", entgegnete ein älterer Herr. Viele weitere Zuhörer sahen dies ähnlich. Gern sogar würde man helfen. Oft kam die Frage, was konkret getan werden könnte, um den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Matin Tomberg, Sachbearbeiter in Asylfragen, teilte darauf mit, dass die Koordination vom Melkweg ausgeht. Gern können dort Spenden in jeglicher Form vorbei gebracht werden, die dann auch den in Ossenberg untergebrachten Menschen zugute kämen. Besonderes Herrenkleidung sei gefragt.

Am Freitag nun werden die ersten Asylsuchenden in Ossenberg untergebracht. Vor den Türen der Grundschule war von einigen Anwesenden zu hören, dass sie dann wieder vor Ort sein würden, um die Flüchtlinge auf das Herzlichste im Mühlendorf willkommen zu heißen und zu zeigen "Wir Ossenberger sind weltoffen".
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6 Kommentare
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Thorsten Ottofrickenstein aus Menden (Sauerland) | 08.09.2015 | 16:02  
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Gottfried (Mac) Lambert aus Goch | 08.09.2015 | 17:04  
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Bernhard Braun aus Essen-West | 08.09.2015 | 21:22  
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Thorsten Ottofrickenstein aus Menden (Sauerland) | 08.09.2015 | 22:53  
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Vanessa Ziegler aus Hagen | 09.09.2015 | 08:39  
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Bernhard Braun aus Essen-West | 10.09.2015 | 22:24  
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