Meine Erfahrung mit dem neuen Peugeot 3008 II SUV GT

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    Seit Ende Februar 2017 bin ich stolzer Besitzer eines neuen Löwen aus dem Rheinberger Autohaus Georg Elsner. Ich habe mich für diesen neuen Peugeot des französischen Autobauers entschieden, da mich alle Testberichte nicht nur überzeugten, sondern auch neugierig gemacht hatten. Hält er denn wirklich, was mir die Werbung versprach. Nun konnte ich den Wagen bereits 4408 km testen und möchte hier einmal als Privatmann für Privat mein Fazit abgeben.
Wenn man sich von einem Hersteller ein Auto kauft, welches sich mit dem Kürzel GT schmückt, dann werden daran große Erwartungen geweckt. Das Fahrzeug muss unteranderem auch sportlich und für große Reisen geeignet sein. So auch beim Peugeot 3008. Aber kann das neue Flackschiff aus Frankreich mit der Sportattitüde diesen Begehrlichkeiten entsprechen?
Nicht nur mit der Ankündigung Opel in seine Obhut zu nehmen, sondern auch mit schicken Modellen lässt Peugeot den Löwen wieder brüllen. Dazu haben sich die Franzosen auf einstige Tugenden besonnen, die nicht zuletzt im Kürzel GT begründet liegen. Auch der bis dato letzte Neuzugang im Löwenrudel, der Peugeot 3008, lässt sich mit dem Sport-Siegel labeln und wird so zum 3008 GT.
Nicht nur die Frontpartie mit seinen Rundungen, die neuen LED Scheinwerfer und dem Kühlergrill in Schachbrettmuster heben sich von den üblichen SUV’S ab, sondern auch von hinten ist der Peugeot 3008 GT ausgesprochen gelungen.
Der zum SUV neu konzipierte Peugeot setzt vor allem auf zwei Komponenten: Zum einen möchte er gerne die Fahrer bedienen, denen das Offroader-Kleid inzwischen näher ist als das des Van. Zum anderen sollen die angesprochen werden, die bei aller Waldweg-Attitüde auch mal den flotten Gang ums Eck proben. So gesehen, hat der Peugeot 3008 GT auch alles richtig gemacht: Seine Optik schreit mit Unterfahrschutz, dicken Planken, einem hohen Stand und großen 18-Zoll-Rädern in Verbindung mit dem Gripcontrol nach dem groben Geläuf, die trapezförmigen Endrohrblenden und die große Chromspange im Stoßfänger rufen nach dem stürmischen Überlaufen der Curbs. Und tatsächlich haben die Franzosen dem 3008 GT auch abseits seiner Optik entsprechende Attribute an die Hand gegeben.
Befeuert wird der muskulöse Franzose von einem 180 PS starken 2.0 Liter Dieselmotor, der sein maximales Drehmoment über eine 6-Gang-Automatikgetriebe ausschließlich an die Vorderräder schickt. Das geschieht in den unteren Gängen sehr kraftvoll und beschleunigt den 3008 GT im Sport-Modus in 8,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das ist ein ordentlicher Wert für ein knapp 1,7 Tonnen schweres Gefährt. Hierbei besticht der Peugeot durchaus über ein sehr gut abgestimmtes 6 Gang Automatikgetriebe, welches das Fahren für den Fahrer zu einer angenehmen harmonischen Fahrweise abrundet. Selbstverständlich kann das Fahrzeug auch im manuellen Modus mit der Hand geschaltet werden. Hierzu dienen die Paddles indem die Gänge per Hand eingeschnippt werden können. Probleme bereitet das lediglich in den Kurven, wenn das Peugeot-typische kleine Lenkrrad weit eingeschlagen werden muss. Die Schaltwippen sind nämlich an der Lenksäule arretiert und bewegen sich nicht mit.
Für den Kurvenlauf selbst ist das völlig egal. Peugeot hat den GT so straff abgestimmt, dass man ihn trotz des hohen Schwerpunkts durch das riesige Panoramaglasdach und die schon erwähnten 18-Zöller mit erstaunlicher Geschwindigkeit in die Kehre legen kann. Das macht richtig Spaß und wirkt für ein SUV sehr, sehr sportlich. Es müssen für diese freudvollen Momente auch an anderen Stellen keinerlei Abstriche gemacht werden. Kaum merklich reicht der Franzose die Unebenheiten der Straße an die Insassen weiter und liegt dem Fahrer sicher in der Hand.
Mit dem Gefühl eines Sportfahrers konnte man gleich ins schwärmen geraten, dass mit dem Testwagen die im Datenblatt angegebene Geschwindigkeit von 211 km/h war spielend zu erreichen. Selbst bei einem vehementen Tritt auf den Pin pendelte sich aus dem mittleren Drehzahlbereich die Tachonadel auch über eine längere Strecke an der 211er-Marke ein und war von dort aus auch nicht wegzubewegen. Erstaunliche Beschleunigungswerte erzielt man auch, indem man den Schalter mit der Aufschrift "Sport" auf der Schaltkonsole betätigt. Der dann erzeugte Vorschub sorgt dann für einen wirklichen Sport-Sound im Innenraum, eine veränderte Gaskennlinie und eine straffere Lenkung, die für das erreichen der Endgeschwindigkeit auch unbedingt von Nöten ist. Hier haben die Franzosen das GT-Versprechen voll eingelöst.
Erfreuen aber dürfte der starke Diesel mit einem durchaus gemessenen Verbrauch. Insgesamt konsumierte er im Alltagsgebrauch über gefahrene 4000 Kilometer 5,8 Liter im Schnitt, was bei 2/3 Stadtverkehr und 1/3 Landstraße und Autobahn ein guter Wert ist. Erfreulich ist auch das Angebot an modernen Helferlein. Die reichen vom Müdigkeits- über Totwinkelwarner und Spurhalteassistenten bis hin zum automatischen Geschwindigkeitsregler mit Abstandsradar und automatischer Stopp-Funktion. Auch ein Parkassistenten mit 360-Grad-Kamera ist in dem Testfahrzeug vorhanden. Die anderen durchaus empfehlenswerten Zugaben müssen im Übrigen nicht in Gänze auf den Basispreis von 39.700 Euro aufgeschlagen werden. Lediglich letztgenannte Option wird als Easy-Paket mit 600 Euro zusätzlich berechnet, die anderen sind bereits in der Ausstattungslinie GT enthalten.
Zu den besonderen Ausstattungslinien des Peugeot 3008 gibt es ein volldigitales Display, den 8 Zoll großen Touchscreen und die "Toggle Switches".
An der Funktionsweise der Assistenten gibt es nichts auszusetzen. Allerdings darf hier ebenso wenig wie bei anderen Fahrzeugen mit derartigen Optionen davon ausgegangen werden, dass der Wagen in der Lage ist den Fahrbetrieb selbständig zu bewerkstelligen. Bei Peugeot kommt hinzu, dass der Spurassistent tonlos im Hintergrund arbeitet, es also keine haptische oder akustische Warnung für den Fahrer gibt. Vielmehr zieht die Lenkung das Fahrzeug mit Nachdruck in die Spur zurück. Spätestens jetzt sollte der Pilot das Heft wieder in die Hand nehmen, denn der Franzose orientiert sich weniger an der Mitte der Fahrbahn sondern stark am Trennstreifen. Da kann es schon mal vorkommen, dass es munter von Seitenstreifen zu Seitenstreifen geht.
Es wäre vielleicht etwas schöner gewesen, wenn nicht jeder einzelne Assistent über den durchaus ansehnlichen 8,0 Zoll großen hochauflösenden Touchscreen angesteuert werden müsste. Zwar hat Peugeot, nachdem man unter anderem im 308 tatsächlich auf alle Knöpfe verzichtete, mit echt schicken "Toggle Switches" eine Bedienleiste zurückgeholt, aber die endgültige Einstellung einzelner Funktionen muss immer noch über den Monitor erfolgen. Letztlich ist das auch nur eine Frage der Gewöhnung und wer mit seinem Smartphone oder Tablet keine nennenswerten Probleme hat, der dürfte auch hier mit der Steuerung von Klimaanlage, 3D-Navigation, Radio und Telefon umgehend klarkommen. Ich persönlich finde es wirklich, dass es sehr komfortabel ist. Das aber muss ein jeder für sich selbst herausfinden.
Ohne Reserverad bekommt der Kofferraum zwei Etagen. Wobei sich im unteren Bereich des Peugeot 3008 GT auch noch zusätzlich zwei kleine Koffer verstauen lassen.
Keine Komfortfragen stellen sich bei den Sitzen. Die sind von der Aktion Gesunder Rücken zertifiziert und verfügten im Testwagen nicht nur über eine Massagefunktion, sondern ebenfalls über eine verlängerte Oberschenkelauflage und eine Sitzheizung. Mit den Nappa – Ledersitzen mit Kupfernähten und dem Panoramadach mit Schiebedachausstelldach wird der 3008 GT in seinem
Anblick voll abgerundet. Auch die sensorgesteuerte Heckklappe ist sehr komfortabel und gibt so auf Knopfdruck den Zugang zu 520 Liter Kofferraum frei. Die teilen sich in zwei Ebenen auf. Über dem doppelten Ladeboden, der mit der Ladekante abschließt, dürften etwa 390 Liter sein, während darunter fein abgedeckte 130 Liter schlummern, dort kann man getrost zwei kleine Koffer verstauen. Klappt man die Rücklehne um, stehen auf einer planen Fläche 1482 Liter zur Verfügung. Auch hier müssen Van-Liebhaber keine Abstriche befürchten.
Fazit: Der Peugeot 3008 II SUV GT ist die beste Möglichkeit einen Van in der Versenkung verschwinden zu lassen, ohne dass der Fahrer Abstriche befürchten muss. Als GT gibt er dem Fahrer ein gutes Stück der mit dem Kürzel versprochenen Sportlichkeit. Dass die in allen Belangen zum Tragen kommt, liegt wohl auch an dem 180 PS starken Diesel. Der erfreut durch Laufruhe und einen verhaltenen Verbrauch. Hinzu kommt die reichhaltige Ausstattung an Assistenten, was am Ende ihm auch den Titel Auto des Jahres 2017 eingebracht hat und wie ich meine, auch zu recht.
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