Stockbrot am Lagerfeuer

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David Kaiser genießt sein erstes Wochenende in der freien Natur.
Rheinberg: Rheinberg |

Jeder so, wie er es mag. Sagt sich David Kaiser. Der junge Mann chillt gerne vor dem Computer oder übt ein paar Akkorde auf seiner Gitarre. Nach der Arbeit in der Werkstatt in Rheinhausen mag er es lieber ruhig als viele Menschen um sich herum zu haben. David Kaiser lebt in einer kleinen Wohnung in Moers, im so genannten Ambulant Betreuten Wohnen. Das bedeutet, dass er selbstständig lebt, aber von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des LVR-HPH-Netzes Niederrhein in Alltagsdingen unterstützt wird. Dazu gehört auch das Thema Freizeitgestaltung. Einer dieser Mitarbeiter ist Thomas Kaczmarek und weil er gleichzeitig auch Pfadfinder ist, hat er es geschafft, David vom Computer wegzulotsen und dem 23-Jährigen ein tolles Wochenende in der Natur zu bescheren.

Denn der Vorschlag, mit ein paar Freunden am Lagerfeuer zu sitzen und Stockbrot zu grillen, kam an. „Das konnte ich mir auch vorstellen“, sagt David Kaiser. Die Idee sprach sich schnell herum in der Werkstatt, auch andere junge Männer aus dem Ambulant Betreuten Wohnen hatten Interesse. Und als Kaczmarek und seine Frau Melanie Kovacs-Kaczmarek, ebenfalls beim LVR-HPH-Netz Niederrhein beschäftigt und ebenfalls Pfadfinderin, ihre Mitstreiter vom Stamm Phoenix St. Anna in Rheinberg um Hilfe baten, war schnell eine große Truppe beisammen. David Kaiser, Ole Marquardt, Kevin Eitner und Benjamin Spettmann aus dem Ambulant Betreuten Wohnen, dazu die Pfadfinder aus der Rheinberger Dino-Gruppe. Dino-Gruppe? Ältere Pfadfinder ab 35, die nicht mehr regelmäßig zu den Gruppenstunden kommen, aber trotzdem Lust haben, sich zu engagieren. Und last but not least gab es auch Unterstützung von der Caritas. Ihr gehört der Zeltplatz in der Leucht und der Verband hat ihn dem Pfadfinder-HPH-Team kostenlos zur Verfügung gestellt.
Samstagmorgen um neun ging’s los, ein bisschen sehr früh, wie David Kaiser heute sagt. Ziel: der Jugendzeltplatz in der Leucht. Bei den Pfadfindern packen alle mit an, das galt auch für die vier jungen Männer. Zelte aufbauen, das Lager einrichten, dann Freizeit. Total beliebt in der Runde: ein Mörderspiel. „Ich bin gleich vier Mal gestorben“, erinnert sich David Kaiser. Mittags traf sich die Truppe zum Hotdog-Essen am Grill, abends gab es Bauchfleisch, Hähnchen, Würstchen, Koteletts, leckere Salate, Gitarrenklänge und Lieder – ein schöner Abschluss für einen tollen Tag.
Was David Kaiser in nicht so guter Erinnerung behalten wird: der harte Boden und die Nacht. „Ich glaube, ich habe noch nie so gefroren.“ Die dünne Isomatte habe die Kälte nicht abgehalten, die Temperaturen seien zudem überraschend niedrig gewesen. Aber: „Wenn das Wetter besser ist und ich eine bessere Ausrüstung fürs Campen habe, kann ich mir vorstellen, das Ganze zu wiederholen.“

Für die bessere Ausrüstung, versprechen Melanie Kovacs-Kaczmarek und ihr Mann, werde gesorgt. Für das nächste Abenteuer dieser Art soll es zum Beispiel für alle Feldbetten geben. Das hört sich gut an, findet David Kaiser. Denn abgesehen von der Kälte hat er auch eine Menge schöne Erinnerungen mitgebracht: das gemeinsame Essen, die gute Stimmung, mit den anderen zu lachen und am Lagerfeuer zu sitzen, „das war richtig schön entspannend“.
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