Spektakuläre Fotos aus der Stratosphäre erhofft

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Die Vorbereitungen für den Ballonflug haben über eine Stunde gedauert.
 
Der Wetterballon gewann allmählich an Höhe.

Von Andreas Rentel

Schermbeck. Mathematik, Physik, Chemie und Informatik: Viele Fächer haben die Klassen 9c und 9d mit einem beeindruckenden Experiment abgedeckt: Die Jugendlichen haben mit ihren Lehrerinnen Bianca Sadowski und Stephanie Herbstritt einen Wetterballon aufsteigen lassen. Vom Startort, dem schulischen Bolzplatz, gewann der mit rund vier Kubikmetern Helium befüllte Ballon allmählich an Höhe und war schließlich mit bloßem Auge nicht mehr zu sehen.

Ein Vierteljahr hätten sich die Schüler auf den Stratosphärenflug vorbereitet, sagte Bianca Sadowski. „Das war viel zu wenig“, ergänzte sie. Ein halbes Jahr wäre nötig gewesen. Bis zu 30.000 Meter sollten der Ballon und das an einer Schnur hängende Messgerät aufsteigen. Höhe, Temperatur und Luftdruck sollten die Geräte aufzeichnen, und von der mit hoch geschickten Kamera versprachen sich die beiden Klassen spektakuläre Bilder. Die Deutsche Luftsicherung hatte mit dem Versuch wegen des ländlichen Geländes in Schermbeck übrigens keine Probleme. Ganz anders als die Luftfahrtbehörde des Landes Nordrhein-Westfalen. „Die wollten ganz viel wissen“, sagte Sadwoski, inklusive des genauen Ballongewicht und der Auflass-Koordinaten.

Vor dem Start des Ballons gab es eine Menge Theorie


Aber vor dem eigentlichen Experiment gab es eine Menge Theorie. Das habe mit dem Berechnen der erforderlichen Gasmenge begonnen, erklärte die Lehrerin. Wie Wetter und Wind entstehen waren weitere Aspekte. Das Programmieren des GPS-Senders war eine zusätzliche Aufgabe, denn über das Signal konnten die Schüler den Ballon orten. „Das Wetter spielt sich in den unteren Luftschichten ab“, wussten die Schüler bereits. Sie waren daher umso gespannter zu erfahren, was in den Bereichen darüber passiert. Das Experiment sei aus dem Physikunterricht heraus entstanden, erklärte Sadowski. Es sollte nicht bei der Theorie bleiben.
Fast senkrecht erhob sich der Ballon in den Himmel, trieb leicht Richtung Norden nach Erle ab. Den Ballon und die Sonde haben sich die Schermbecker übrigens in einem Fachgeschäft besorgt. Nach Erreichen seiner maximalen Höhe sollte der Ballon platzen, weil sein Innendruck dann höher sei als der in seiner Umgebung, so Sadowski. Ein fünf Meter unter dem Ballon an der Schnur befestigter kleiner Fallschirm hatte die Aufgabe, den Weg gen Erde zu bremsen, damit das Messgerät unbeschadet zurückkehrte. „Wir haben kleine Heizkissen in die Sonde eingebaut“, erklärte Herbstritt. Bis zu minus 65 Grad sollte die Technik trotzen können und die Kamera alle 300 Meter ein Foto schießen. „Wir werten das einfach aus“, sagten die Lehrerinnen über das erhoffte Datenmaterial. Und in der letzten Physikstunde vor den Sommerferien wollen sich die Klassen die Fotos anschauen.

Schüler folgen dem Ballon mit dem Bus

Dafür musste die Sonde aber erst geborgen werden. Mit einem gesponserten Bus folgten die Schüler dem Ballon, und sie hatten sich gut vorbereitet. Für den Fall, dass die Sonde im Wasser landete, haben einige Schüler sogar Schwimmzeug dabei. Volksbank Schermbeck, das Busunternehmen Tekath und die Firma Domjahn, sie lieferte das nötige Helium, haben das Experiment unterstützt.
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