Wurstebrot, Panhas und alte Maschinen

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Gerd Becks servierte Hermann Heiligenpahl und Beate Heyne, alle drei im Heimatverein engagiert, frisch gebratenen Panhas.
 
Jürgen Höchst, Vorsitzender des Heimatvereins, zeigt eine Bandsäge, die in der historischen Stellmacherei zu sehen ist.

Gahlen. „Panhas am Schwenkmast“ hieß es zum sechsten Mal beim Heimatverein Gahlen. Unter dem Motto „Ran an den Winterspeck“ hatten die Ehrenamtlichen an ihre Heimat

scheune „Olle Schuer“ an der Bruchstraße eingeladen und viele Besucher waren dabei.
Die Idee hinter der Aktion ist seit der Premiere dieselbe geblieben: Statt aufwändiger Menüs wie an den zurückliegenden Feiertagen sollte es traditionelles und deftiges Essen geben. Also servierte der Verein Panhas, Wurstebrot, Schmalzstullen und Erbsensuppe. Besonders der gebratene Panhas, mit Apfelscheiben belegt, kam sehr gut an. Feuerkörbe dienten zum Aufwärmen bei einem frisch gezapften Lippebräu. An der Veranstaltung habe sich nichts geändert, sagte Heimatvereins-Vorsitzender Jürgen Höchst.
Veränderungen sahen die Besucher am Freitagabend aber in der Heimatscheune. Das Projekt macht unübersehbare Fortschritte. „Ende des Jahres wollen wir fertig sein“, sagte Höchst über dieses Großvorhaben, an dem der Verein seit etlichen Jahren arbeitet. Bereits am Dienstag hatten die Ehrenamtlichen mit dem Aufbau von „Panhas am Schwenkmast“ begonnen, denn für Tische und Bänke war in der alten Scheune erstmal Platz zu schaffen. Rund 25 Vereinsmitglieder waren fleißig, um den Besuchern einen schönen Abend zu bieten.

"So langsam kommt Struktur herein"

„So langsam kommt Struktur herein“, sagte Höchst. Löschgruppe, Waschfrauen und die Landtechnikfreunde richten in dem Gebäude ihre eigenen Bereiche ein. Nahezu komplett gestaltet ist die historische Wohnung. Schlaf- und Wohnzimmer, Küche und auch ein kleines Klassenzimmer findet der Besucher, wenn er über eine Holztreppe ins Obergeschoss gestiegen ist. Auch eine alte Kinderwiege steht dort. „Die gehört hierhin“, sagte Höchst, denn etliche Kleinkinder der Familie Hemmert-Halswick, der das Anwesen gehört, haben darin gelegen. Eine Namensliste beweist es. Christel Grobe und Elvira Grefer dekorieren die Ausstellung immer ein bisschen um, um den Besuchern neue Eindrücke zu ermöglichen.
Kleinere Teile nehme der Verein für seine Sammlung noch an, erklärte Höchst. Bei größeren Maschinen müsse es schon „etwas ausgefallenes“ sein. „Wohin mit dem Material?“, diese Frage stelle sich zunehmend. Noch einiges an Arbeit wartet auf den Verein in der Stellmacherei. „Wir haben nicht vor, alle Maschinen in Betrieb zu nehmen“, erklärte Höchst. Unter den Ausstellungsstücken ist auch eine Bandsäge der Firma Kirchner aus Leipzig, vermutlich in den 1930er Jahren hergestellt. Fundamente sind bereits gegossen. Letzter großer Arbeitsschritt beim Projekt „Olle Schuer“ ist der Ab- und Aufbau eines Sägegatters, das über Riemen und Wellen angetrieben wird. Vermesser Lothar Huld wird die Maschine bald digital erfassen, um das Gerät schließlich so wieder zusammensetzen zu können, dass es funktioniert. Das Sägegatter wird schon wegen seiner Größe draußen postiert.
Und was macht der Verein, wenn die „Olle Schuer“ fertig ist? Höchst antwortete vielsagend: Es gebe da schon einige Ideen.
Weitere Infos unter www.heimatverein-gahlen.de
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