„Das ist für mich eine Berufung“

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Rund 30 Stunden reine Arbeitszeit: Glaskünstler Alfons Kwasniewski und „sein“ Beethoven. Foto: Jarych

„Individuell, signiert, datiert“ – auf diese Formel bringt Alfons Kwasniewski den Kern seiner Arbeiten. Der Gevelsberger Glaskünstler hat stets Unikate hergestellt. Auch heute noch greift er gelegentlich zum Schleifstein.

Der Beruf des Glasveredelers ist ein schönes Handwerk. Glastüren, Spiegel und andere Gegenstände aus Glas können verziert oder mit Gravuren versehen werden. „Ich habe“, erzählt Kwasniewski, „überwiegend künstlerisch, nach eigenen Entwürfen, gearbeitet.“ Der Gevelsberger hat sein Handwerk in einer Haßlinghauser Glasmanufaktur gelernt. „Ich habe das seit meiner frühesten Jugend gemacht. Mit 14 bin ich in die Leere gegangen“, erinnert er sich. Von dort ging es 1984 nach Wuppertal. „Mein Atelier“, erzählt Kwasniewski, „hatte ich in Elberfeld in der Arrenberger Straße.“

Für die Arbeit wird ein aufsteckbarer Schleifstein über einer biegsamen Welle verwendet. Es gibt verschiedene Körnungen, je nachdem, wie fein das Material bearbeitet werden muss. Zudem läuft Wasser über die Glasoberfläche. Die Körnungen des Schleifsteins sorgen in Verbindung mit dem Wasser für die Strukturen, die der Künstler im Glas hinterlässt. Die Dekore sind vielfältig und reichen von einfach ornamentierten Glastüren bis hin zu abstrakten Kunstwerken. Und so hat Alfons Kwasniewski – je nach Auftrag – gearbeitet. Auch die eigenen vier Wände hat der Gevelsberger mit selbst gestalteten Gegenständen, etwa einem Wohnzimmertisch oder eine Glastür, eingerichtet. Motive der griechischen Mythologie verzieren zwei Schwingtüren in der Traditionsgaststätte „Juliushöhe“ in Gevelsberg. Nicht ohne Grund: Kwasniewski singt dort seit mehr als 45 Jahren jeden Mittwoch im MGV Concordia.

Die Liebe zur Musik kommt auch in Kwasniewskis Interpretation von Joseph Karl Stielers‘ berühmtem Beethovenporträt, das bereits 1987Andy Warhol als Vorlage für dessen Pop-Art-Gemälde des Komponisten diente, zum Ausdruck. Rund 30 Stunden reine Arbeitszeit hat Kwasniewski darauf verwendet, den Kopf Beethovens in Glas zu verewigen.

Vor ein paar Jahren war Schluss mit dem Berufsleben. Doch hin und wieder greift Kwasnieswski noch zum Schleifstein und veredelt Glas. „Das ist für mich eine Berufung“, sagt Kwasniewski und die Leidenschaft für das Kunsthandwerk blitzt in seinen Augen auf.
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