HELIOS Klinikum Schwelm engagiert "Demenzclown"

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Schwelm. Helios Klinikum. Ein Krankenhausaufenthalt ist wünscht man sich nicht. Doch an Demenz erkrankte Menschen leiden in besonderer Weise, denn sie werden aus ihrem alltäglichen Umfeld gerissen und dadurch so stark verunsichert, dass eine erfolgreiche medizinische Behandlung und Therapie deutlich erschwert wird. Hier hilft Petra Schliebitz. Als "Demenzclown Augusta“ ergänzt sie nun das Leistungsspektrum der Klinik für Geriatrie mit Tagesklinik im HELIOS Klinikum Schwelm und besucht regelmäßig Patienten, um mit ihnen zu lachen und zu weinen, um gemeinsam eine besondere Zeit zu erleben. Möglich gemacht hat dies der Verein zur Förderung der Gesundheitspflege im HELIOS Klinikum e.V., der das Projekt für ein Jahr finanziell unterstützt. „Das Konzept, durch Leichtigkeit und Humor demenzkranke Patienten zu erreichen und durch die Ergebnisse dieser Therapiebegleitung möglicherweise einen richtungsweisenden Ansatz in der Behandlung von dementen Menschen zu erarbeiten, ist mehr als unterstützenswert“, betont auch dessen Schatzmeisterin Sabine Künzel.
Rund 300 Patienten mit Demenz werden in der Klinik für Geriatrie mit Tagesklinik jährlich behandelt – Tendenz steigend. Dies hat der Verein zur Förderung der Gesundheitspflege zum Anlass genommen, das neue Projekt mit zu ermöglichen. „Durch gute medizinische Betreuung werden die Menschen älter. Und je älter ein Mensch wird, desto größer ist die Gefahr, dass dieser an Demenz erkranken könnte“, erklärt Prof. Dr. med. Hans Jürgen Heppner, Chefarzt der Klinik für Geriatrie mit Tagesklinik das immer häufigere Auftreten der psychiatrischen Krankheit. Unter dem Motto "gemeinsam Lachen entspannt" wird das Projekt wissenschaftlich begleitet, „um die Auswirkungen einer solchen Therapieform im Krankenhaus als erste Studie fundiert zu belegen“, betont Prof. Dr. med. Heppner. Es gibt selbst international kaum Studien, die die Auswirkungen von "Therapieclowns" bei Demenzerkrankten wissenschaftlich aufarbeiten, „und auch die beschäftigen sich derzeit ausschließlich mit Bewohnern von Altenheimen“, so Heppner weiter.
Im Fokus der Untersuchungen stehen dabei, neben den Auswirkungen auf die Arbeit und Belastung von Ärzten und Pflegekräften, vor allem der Abbau des herausfordernden Verhaltens und die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit durch die Clownkontakte, sowie der Nachweis von „Glückshormonen“ als Ausdruck der Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens von Demenzpatienten.
Bei ihren Besuchen wirkt die Fröhlichkeit von „Augusta“ mit ihrem großen Hut, dem alten Kleid, den aufgemalten roten Wangen und der roten Nase jedenfalls ansteckend. Sie greift „die Emotionen auf, die da sind“ und entwickelt dabei eine Interaktion. „Mein Konzept ist es, keines zu haben. Improvisation ist alles“, erklärt die 38-Jährige, die sich selbst als „Clown der leisen Töne“ versteht. Und sie weiß, was sie tut, denn Petra Schliebitz hat eine anderthalbjährige Ausbildung zum Demenzclown in den Niederlanden absolviert und kann mittlerweile auf fünf Jahre Berufserfahrung in Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie Krankenhäusern zurückgreifen.
Den Patienten bringt diese Form des emotionalen Austausches vor allem Ruhe. „Demente Patienten sind oft angespannt, aggressiv, weil sie sich ständig in Situationen wiederfinden, die sie nicht einordnen können“, erklärt Prof. Dr. Heppner. Das „Entladen“ dieser aufgestauten Emotionen durch die Arbeit mit „Augusta“ entlastet aber nicht nur den Patienten selbst, sondern auch die Pflegekräfte und die Angehörigen, die mit einem entspannten und ruhigen Demenzkranken anders interagieren können. Bei diesen wiederum werden der Heilungsverlauf und das Lebensgefühl positiv beeinflusst und vorhandene Fähigkeiten gestärkt. Augusta wird jetzt regelmäßig die Geriatrische Klinik besuchen, „hoffentlich viele an Demenz erkrankte Patienten erreichen und damit auch den Krankenhausaufenthalt angenehmer gestalten“, hoffen Sabine Künzel und die Mitglieder des Vereins zur Förderung der Gesundheitspflege im HELIOS Klinikum e.V.
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