Zurück zur Natur: die südliche Schwelme wird renaturiert

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Für die Renaturierung der Schwelme setzen sich jede Menge Bürger ein. (Foto: Stadt Schwelm)

Die Planungen laufen seit bald fünf Jahren, nun wird das Projekt in die Tat umgesetzt: Das Märkische Gymnasium Schwelm und der Wupperverband werden die südliche Schwelme im Rahmen eines Renaturierungsprojektes in einen natürlichen Bachlauf umwandeln.

„Zurück zur Natur“, die auf Jean-Jacques Rousseau zurückgehende Formel lässt sich im Ruhrgebiet auf den Wunsch übertragen, die im Laufe der Industrialisierung gravierenden Eingriffe in die Flusslandschaft zumindest teilweise rückgängig zu machen. So wird etwa im nördlichen Teil der Region seit Jahren die Emscher renaturiert.

Verglichen mit der Emscher mag die Schwelme ein niedliches Rinnsal sein, doch den Bach, der im Mittellauf über rund 1,5 Kilometer vollständig verrohrt und überirdisch größtenteils kanalisiert ist, bevor er in Wuppertal-Oberbarmen in die Wupper mündet, in seinem Quellbereich zu renaturieren, ist durchaus ein ehrgeiziges Projekt. Dies geschieht auch weniger aus ästhetischen Gründen, sondern vielmehr wegen der Artenvielfalt in der Schwelme. Der Quellteich und der sich etwas weiter unterhalb befindende ehemalige Löschteich bilden mit ihren Dämmen ein Hindernis für Fische und Kleinstlebewesen, denen der Bach ein natürlicher Lebensraum bieten soll. Anstelle der Teiche soll die Schwelme wieder ihren natürliche Quellbereich zurückbekommen.

„Es wäre ein Traum, mehr von der Schwelme zu sehen“, sagte Bürgermeister Jochen Stobbe im Rahmen der öffentlichen Vorstellung des Projektes am ehemaligen Löschteich. Um dies zu erreichen, haben sich Schüler des Märkischen Gymnasiums in den vergangenen Jahren mit dem Thema Renaturierung, der Wasserrahmenrichlinie der Europäischen Gemeinschaft und auch der Wasserqualität der Schwelme beschäftigt. Ihre Erkenntnisse und die einer Masterarbeit über die Schwelme fließen in das Projekt ein, das der Wupperverband technisch umsetzen wird.

Die Gesamtkosten für das Projekt betragen 35.000 Euro, die zu 80 Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen übernommen werden. 3.500 Euro stellt die Erfurt-Stiftung zur verfügung. „Ehrenamt ist ein entscheidedendes Element“, betont Bürgermeister Stobbe. „Ohne wäre vieles nicht machbar.“

Die Arbeiten beginnen im November und werden voraussichtlich bis Januar 2016 andauern. Projektpartner sind die Technischen Betriebe Schwelm, der Wupperverband, die Bürgerstiftung Lebendiges Schwelm, die Erfurt-Stiftung, die Biologische Station Ennepetal, die Untere Wasserbehörde, die AG Umwelt, Udo Stichling Vermessung, das Märkische Gymnasium Schwelm und Barbara Polm, die die Masterarbeit über die Schwelme geschrieben hat.
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