Schwelmer Rathaus: Neubau auf dem alten Brauereigelände wurde beschlossen

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Bürgermeisterin Gabriele Grollmann ist erleichtert und glücklich über den "Meilenstein-Beschluss".
 
Thomas Striebeck (l.) ist Leiter des Fachbereichs Immobilienmanagement bei der Stadt sowie Projektleiter Zentralisierung. Stefan Selle (r.) von der Firma Assmann aus Dortmund, die die Stadt als Projektsteuerer verpflichtet hat.
Schwelm: Rathaus | Baustart nicht vor Ende 2019  -  Baukostenobergrenze von 30 Millionen Euro

Erleichtert, aber auch zufrieden gibt sich Bürgermeisterin Gabriele Grollmann beim Pressegespräch über den "Meilenstein-Beschluss" zum Neubau des Schwelmer Rathauses und der Zentralisierung der Verwaltung. Auch auf den letzten Metern war es nicht leicht – die Ratssitzung am Donnerstag zur Beschlussfassung war lang. Am Ende gab es eine große Mehrheit für das Konzept.

Brauereigelände kann entwickelt werden

Geeinigt hat man sich nun auf den Bau eines neues Rathauses auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei sowie einen Neubau auf dem Grundstück der "Villa Xtra-Dry" an der Römerstraße, wo ein Kulturzentrum entstehen wird, in dem die Musikschule, die Volkshochschule und die Bücherei einziehen werden. "Wir schlagen damit zwei Fliegen mit einer Klappe, indem wir das Rathaus ins Herz der Stadt holen und das Filetstück in der Innenstadt endlich entwickeln", sagt Beigeordneter Ralf Schweinsberg.
Mit dem neuen Rathaus an einem zentralen Ort konnte man auch dem Bürgerbegehren entgegenkommen, deren Teilnehmer sich gegen den Standort an der Gustav-Heinemanns-Schule an der Holthausstraße ausgesprochen hatten. 

Bürgermeisterin: "Die Gebäude müssen auf jeden Fall barrierefrei sein"

Wer sich fragt, wie das denn aussehen soll, muss sich noch ein wenig gedulden. Die Politik hat sich auf einige Vorgaben geeinigt, die erst nach der Auswahl eines "Generalplaners" in einen räumlich-visuellen Entwurf münden. Mit der Freigabe der Entwürfe für die beiden Gebäude ist jedoch erst 2019 zu rechnen, mit Baubeginn demnach nicht vor Ende 2019.
"Die Gebäude müssen auf jeden Fall barrierefrei sein", sagt Grollmann als Beispiel für eine der klaren Vorgaben. Ansonsten möchte man Planern beziehungsweise Architekten für die Entwürfe viel freie Hand lassen. Die Höhe der umliegenden Gebäude soll nicht überschritten werden und sie sollen sich harmonisch einfügen.
Die Kosten sind auch klar: 30 Millionen Euro sind die absolute Obergrenze für beide Gebäude. "Es handelt sich nach wie vor um eine Haushaltskonsolidierungsmaßnahme, deshalb die Deckelung", erklärt Stadt-Kämmerin Marion Mollenkott. 

Details zum Beschluss

- Die Stadt Schwelm ist die Bauherrin.Gebaut werden zwei Gebäude: Das Rathaus entsteht auf dem Gelände der früheren Schwelmer Brauerei, das die Stadt Schwelm im Frühjahr 2017 erworben hat. Das neue Rathaus einschließlich Ladenzeile wird ausschließlich auf dem nicht denkmalgeschützten Teil des Geländes errichtet. Es nimmt die drei bisherigen Verwaltungsgebäude Hauptstraße 14, Moltkestraße 24 und Moltkestraße 26 an einem Standort zentral auf und erhält evtl. eine Tiefgarage mit bis zu 80 Stellplätzen.
- An der Römerstraße wird in einem neuen Gebäude ein Kulturzentrum eingerichtet. Hier finden die städtische Musikschule, die Stadtbücherei und die Volkshochschule ihr neues Zuhause. Die „Villa XTraDry“ wird abgerissen.  
- Das Langzeitarchiv der Stadt Schwelm wird im städtischen Gebäude Lindenbergstraße 78 untergebracht.
- Warum wird gebaut? Zwei der bisherigen Verwaltungsgebäude sind über 100 Jahre alt, eines über 60 Jahre alt. Der Zustand aller Gebäude ist marode, der Betrieb nachweislich unwirtschaftlich. Eine Sanierung ist technisch ausgeschlossen. Eine zentralisierte Verwaltung ist auch eine bürgernahe Verwaltung der kurzen Wege mit hohem Einsparpotenzial an Energiekosten und Zeit.

Kosten gedeckelt auf 30 Millionen Euro

- Die von der Politik vorgegebene Baukostenobergrenze liegt bei 30 Millionen Euro, inkl. Ladenzeile.

- Was geschieht mit den beiden denkmalgeschützten Gebäuden? Der Rat der Stadt Schwelm hat die Verwaltung beauftragt, die Bestandsgebäude „Altes Kesselhaus“ und „Patrizierhaus“ attraktiv und nachhaltig zu entwickeln. Bei der Entwicklung des „Alten Kesselhauses“ ist weiterhin das Ziel zu verfolgen, im Erdgeschoss einen Gastronomiebetrieb anzusiedeln. Offensichtlich besteht allgemein der Wunsch nach einer Gastronomie im „Alten Kesselhaus“. Denkbar wäre die Entwicklung des „Altes Kesselhauses“ durch einen Investor, der einen Gastronomiebetrieb etablieren und im oberen Bereich des Gebäudes Wohnungen anbieten könnte. Die Stadt benötigt das Patrizierhaus nicht für die Unterbringung von Verwaltungseinheiten und könnte sich z.B. eine Vermietung des attraktiven Gebäudes vorstellen.
- Was geschieht mit den jetzt noch genutzten Gebäuden der Stadtverwaltung? Die Stadt wird alle drei Gebäude und Grundstücke veräußern.

Was sind die nächsten Schritte?

- Zeitnah wird das Auswahlverfahren für den Generalplaner auf den Weg gebracht, der im Herbst dieses Jahres verpflichtet werden soll. Der Generalplaner wird auch einen räumlich-visuellen Entwurf für das neue Rathaus und das Kulturzentrum erarbeiten.
- Außerdem werden die intensiven Gespräche mit Interessenten für die Ladenzeile fortgeführt.
- Mit der Freigabe der Entwürfe für die beiden Gebäude ist im Jahr 2019 zu rechnen, so dass dann auch Ausschreibungen und Vergaben erfolgen können.
- Der Baubeginn für das neue Rathaus und für das Kulturzentrum ist für das Jahr 2019 vorgesehen.
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