Beratungsstelle pro familia ist gut vernetzt im EN-Kreis

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Der Verhütungsmittelkoffer ist Bestandteil der Präventionsarbeit.
Schwelm: Pro Familia |

"Netzwerke als Schutz vor sexualisierter Gewalt" war das thema des Fachtages, den die Kinder- und Jugendschutzambulanz pro familia kizz 2016 gemeinsam mit der Kreispolizei und der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule unter der Schirmherrschaft des Landrates des EN-Kreises durchgeführt hat.

Das Interesse war so groß, dass für dieses Jahr im September eine Folgeveranstaltung geplant ist. "Wenn man sich kennt, kann man auch in schwierigen Fällen besser zusammen arbeiten", meint Anja Zimmer, eine der Beraterinnen bei kizz. Im Rahmen der Prävention berät Pro familia kizz Eltern und Fachkräfte im Umgang mit kindlicher Sexualität und Doktorspielen und bietet Einrichtungen bei der Erstellung sexualpädagogischer Konzepte und Schutzkonzepten Unterstützung an. "Gerade bei weiterhin hohen Fallzahlen ist uns Prävention wichtig", sagt Natalie Schenk, die gemeinsam mit Sandra Baldschuss die Beratungsstelle leitet. "Wir kooperieren mit 13 Familienzentren im Ennepe-Ruhr-Kreis und bieten dort Elternabende, Elterncafes und Fortbildungen für Mitarbeiter an". Verstärkt wird das kizz-Team seit Oktober durch die Sozialpädagogin und Familientherapeutin Katrin Jung.

Projekt: Mutter für drei Tage

Und auch im Bereich Youthwork gibt es gerade ein Projekt unter dem Stichwort Prävention. "Rund um Zukunft" heißt dieses Lebensplanungsprojekt, das Annette Kriese, Youthworkerin und sozialpädagogin bei pro familia mit der Schulsozialarbeiterin Claudia Apel von der Förderschule Hiddinghausen startete. Bei diesem Projekt sind zwei Jugendliche unter anderem drei Tage für ein "Baby" zuständig. Sie werden es wickeln, füttern und versorgen und die Mitschüler unterstützen sie dabei tatkräftig. Zum EInsatz kommen dafür Babysimulatoren. Schon in den Wochen zuvor hat sich die Klasse mit den Themen Sexualität, Verhütung und Schwangerschaft auseinandergesetzt und sich auf die Woche mit den Babysimulatoren vorbereitet. Wichtige Themen für die Lebensplanung kommen zur Sprache: Welche Aufgaben haben Eltern eigentlich? Und was was kostest es, ein Baby zu haben?

Jugendliche erreichen und informieren

Das Ziel von der Organisation ist es, werdende Eltern möglichst früh zu erreichen und auf das breit gefächerte Hilfsangebot verschiedenster Institutionen in den jeweiligen Städten aufmerksam zu machen: "Jeder kann zu uns kommen und sich informieren - kostenlos und auf Wunsch auch anonym", sagt Sandra Baldschuss. Dabei geht es meist zunächst um organisatorische Fragen: Wie ist das mit dem Elterngeld und der Elternzeit? Wer hilft mir, wenn ich nur wenig Geld habe? Wann muss ich mich um eine Hebamme oder einen Kindergartenplatz kümmern?
Es gibt so viele ungeklärte Fragen und Themen, die im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt auftreten. Genau dafür sind wir da!" Dabei wird Sandra Baldschuss unterstützt von Helga Fischer, die als Ärztin mit therapeutischer Zusatzausbildung zu Themen berät, die medizinische Hintergründe haben. Außerdem ergänzt an zwei Tagen in der Woche die Psychologin Anke Schindler das Beratungsteam und bietet vornehmlich Paar- und Sexualberatung an.
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