Baskets verlieren mit 17 Punkten in Sandersdorf

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Schwelms Flügel Julius Coles verwandelte gleich den ersten Korbleger des gestrigen Abends – es sollte allerdings die einzige Führung der Baskets am 22. Spieltag (Samstag, 9. März 2013) der Hauptrunde bleiben. „Die Statistiken sprechen für sich“, bringt es Coach Raphael Wilder nach der 90:73-Auswärtspleite bei den BSW Sixers nüchtern auf den Punkt.

Die Sandersdorfer erwischten einen unfassbar guten Start und lagen nach nur sechs Minuten bereits 23:3 in Führung. Lediglich ein Freiwurf von Lars Wendt fand bis dato den Weg durch die Reuse. „Ich hatte trotz zweier Auszeiten in der dritten und fünften Minute sowie zahlreicher Spielerwechsel keine Chance, den Negativlauf zu stoppen. Unsere Systeme liefen, aber wir haben einfach nicht getroffen. Das Scouting des ersten Viertels ist gruselig“, bilanziert der Trainer. Bezeichnend: Während der ersten zehn Minuten netzten die Kreisstädter bloß drei Feldkörbe ein, trafen ansonsten nur Freiwürfe, versenkten keinen einzigen Dreier, mussten nicht weniger als acht Ballverluste hinnehmen und lieferten exakt nullkommanull Assists ab. „Eigentlich war die Partie nach dem ersten Viertel bereits gelaufen. Dabei war die Mannschaft fokussiert und wollte unbedingt gewinnen. Doch der Gegner hat uns überrannt, war wie von einem anderen Stern“, merkt Wilder an. Der Spielstand nach dem ersten Abschnitt spricht Bände: 35:15 aus Sicht der Gastgeber.

Während der 60-sekündigen Viertelpause versuchte Coach Wilder seine Truppe aufzurichten – mit Erfolg. Die Jungs um Ersatz-Kapitän Sebastian Schröter fühlten sich wohl an ihrem Stolz gepackt und wollten sich nicht 40 Minuten lang vorführen lassen. Sie gewannen den Abschnitt mit 27:16 und kamen zur Pause (51:42 aus Sixers-Sicht) auf Schlagdistanz an das von Tino Stumpf trainierte Team heran. „Wir sind voller Zuversicht in die Kabine gegangen und waren der Meinung, das Spiel doch noch drehen zu können“, berichtet Schwelms Trainer.

Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt: Wilder schickte nach dem Seitenwechsel erneut seine Starting Five aufs Parkett – die ersten vier Minuten des dritten Viertels mögen den Zuschauern in der Ballsporthalle Sandersdorf wohl wie ein Déjà-vu vorgekommen sein. Einem Orkan gleich legten die Gastgeber einen fulminanten 13:0-Lauf hin, während die Baskets einen Ball nach dem nächsten verwarfen. Doch die Mannschaft bewies Moral und Kampfgeist, fing sich wieder und hielt die Sixers während der letzten sechs Minuten des dritten Abschnitts mit 17:6 deutlich auf Abstand. Das Viertel ging zwar mit 19:17 an Stumpf und Co, beim Stand von 70:59 schien jedoch noch alles möglich.

In den letzten zehn Minuten vermochte trotz vieler Wechsel außer Julius Coles, der Top-Scorer wurde und stets kampfbereit und aggressiv zum Korb zog, kein anderer Spieler nennenswerte Impulse zu setzen, sodass sich die Kreisstädter mit 20:14 geschlagen geben mussten. Auf der Anzeigetafel leuchtete am Ende eine 17-Punkte-Niederlage des Hauptrundenmeisters der Nordgruppe gegen die BG Bitterfeld-Sandersdorf-Wolfen 06 e.V. auf, die als achtplatzierte das letzte Ticket für die Postseason lösen konnte. „Der Gegner hat fantastisch aufgespielt und uns förmlich überrannt, genau so, wie wir es während der Hinrunde gegen zig Teams auch getan haben“, erkennt Wilder die Leistung der Sixers an.

Er sagt: „Die Niederlage ist sehr bitter. Wir wussten, dass es für Sandersdorf um alles geht. Trotzdem kann ich mir die vielen Ballverluste nicht erklären. Ralph Schirmer hat überragend getroffen, hier muss ich meinen Centern, die ihn nicht unter Kontrolle hatten, einen Vorwurf machen. DJ war im ersten Viertel quasi nicht vorhanden und konnte seiner Führungsrolle nicht gerecht werden. Wenn zwei Flügelspieler und ein Amerikaner insgesamt 74 Minuten spielen, aber zusammen nur auf 9 Punkte kommen, wird es für die anderen schwer, etwas zu reißen. Vor allem gegen eine dermaßen gute Mannschaft, die quasi alles trifft. Uns fehlen dann einfach locker 30 bis 40 Punkte. Und wenn zusätzlich von meinem Aufbauspieler keine Impulse ausgehen, müssen die deutschen Spieler sein Fehlen kompensieren. Eine Aufgabe, die sie nicht immer bewältigen können. Sie haben ihren Job gut gemacht, aber ich kann nicht mehr von ihnen verlangen.“

Bleiben abschließend noch zwei Personalien zu vermelden: Andreas Kronhardt verletzte sich im dritten Viertel so schwer an Schien- und Wadenbeinknöchelchen, dass er fortan nur noch als Zuschauer ins Geschehen eingreifen konnte. Der Zeitpunkt war denkbar ungünstig, fing der Center erst kurz vorher an zu scoren. Bereits im zweiten Viertel knickte Dominik Malinowski mit dem Fuß um, auch er konnte nicht weiterspielen.

Wie geht es weiter? „Jetzt beginnt die Stunde Null, eine neue Ära. Was bislang passiert ist, zählt nicht mehr. Es sind Play-Offs. Wir haben die Chance, neu anzufangen. Ich werde die Niederlage nicht mehr ansprechen, wir werden sie schnell abhaken und uns gegenseitig aufbauen. Wir wissen, dass wir mit solchen Quoten nicht gewinnen können. Ich hoffe, dass mein Aufbauspieler zu seiner alten Form zurückfindet und es qualitativ wieder besser läuft. Das Wurfglück ist immer noch unser größtes Manko, wir müssen auf bessere Quoten hoffen“, erklärt ein nach vorne blickender Raffi Wilder.

Sie bewiesen trotz Rückstand 40 Minuten lang Moral und Kampfgeist:
Coles (25/1), Schröter (13/1), Kronhardt (11), Fiorentino (8), Asbach (6), Wendt (5/1), Hamilton (2), Malinowski (2), Agyapong (1), Mengering.

Am kommenden Samstag, 16. März 2013, treffen die Schwelmer Baskets in der ersten Runde der Play-Offs auf die BG TOPSTAR Leitershofen/Stadtbergen, den Ex-Club von Center Andreas Kronhardt. Sprungball in der Sporthalle West ist um 19.30 Uhr.
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