Am Rand der Gesellschaft

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Bieten schnelle Hilfe (von links): Lucas König, Holger Brandenburg und Heidi Holstein-Glasmacher vom Verein „Unsichtbar“ mit ihrem Rucksack. Darin befinden sich u.a. Decken und warme Kleidung für Obdachlose. Foto: Sebastian Jarych

Der Grundgedanke war schnelle, unbürokratische Hilfe. In kürzester Zeit ist Idee gewachsen: Lucas König, Holger Brandenburg und Heidi Holstein-Glasmacher haben gemeinsam mit weiteren Mitstreitern einen Verein gegründet, die Obdachlosen und andere Menschen in prekärer Lebenssituation hilft.

Offiziell gibt es den Verein „Unsichtbar“ noch nicht, doch die Erlangung des Vereinsstatus‘ ist nur eine Formalität. Wenn man bedenkt, dass die Vereinsgründer erst im November vergangenen Jahres ihre gemeinnützigen Arbeit aufgenommen haben, ist dies eine beachtliche Entwicklung.

„Ursprünglich haben wir als Kinderprojekt angefangen“, erzählt Lucas König, erster Vorsitzender von „Unsichtbar“. „Daraus entstand die Idee, vor der eigenen Haustür zu gucken und Obdachlosen zu helfen.“

Doch bei den Menschen, die bereits auf der Straße leben, bleibt das Projekt nicht stehen. „Es gibt so viele Menschen, die man nicht sieht, Menschen am Rand der
Gesellschaft“, erläutert Holger Brandenburg, zweiter Vorsitzender von „Unsichtbar“.

Die Vereinsmitglieder gehen auf die Straße, sprechen die Menschen direkt an. „Wir suchen das Gespräch und versuchen Lösungen zu finden“, sagt Holger Brandenburg. Die Vereinsmitglieder planen, ihre Kompetenzen in dem Bereich über Fortbildungen noch zu verbessern.

Deutschland gehört zwar zu den reichsten Ländern der Welt. Trotzdem ist Armut hierzulande weit verbreitet. Die Armutsquote liegt nach Angaben des Paritätischen Wohlfahrtverbandes bei 15,5 Prozent. Das sind rund 12,5 Millionen Einwohner – ein neuer Rekord.

„Unsichtbar“ kümmert sich um die akuten Probleme vor Ort. „Wir werden am Ostersonntag eine Tour durch den Ennepe-Ruhr-Kreis machen“, kündigt Kassiererin Heidi Holstein-Glasmacher an. Den gesamten Kreis schaffe man zwar nicht, aber der Verein wird in fünf Städten für jeweils 40 Minuten unterwegs sein: ab 11 Uhr in Breckerfeld, ab 12 Uhr in Ennepetal, ab 13 Uhr in Schwelm, ab 14 Uhr in Gevelsberg und ab 15 Uhr in Sprockhövel.

Mit dabei haben die Helfer ihren Rucksack. „Darin“, erläutert Heidi Holstein-Glasmacher, „sind Sachen, die verteilt werden können, zum Beispiel warme Decken, Jacken Hemden; auch Hundefutter.“ Damit wird dem ein oder anderem Obdachlosen geholfen. Die eigentliche Lösung des Problems Armut in Deutschland liegt in den Händen der Politik.

Unsichtbar


Für Menschen in Not, die Hilfe benötigen, aber auch Personen, die sich über die Arbeit des Vereins informieren wollen, ist der Verein unter Tel. 0162/6944776 erreichbar. Der Verein ruft jeden Anrufer zurück.

Auch wer den Verein mit Spenden unterstützen möchte, findet unter Tel. 0162/6944776 Ansprechpartner.

Der Verein „Unsichtbar“ konnte den Unternehmer Ralf Stoffels, der u.a. im Vorstand des Rotary Club Gevelsberg aktiv ist, als Schirmherrn gewinnen.
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