„Faszination Dampflok“

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(Foto: Wolfgang Güttler)
 
(Foto: Wolfgang Güttler)

Filmvortrag von Ton Pruissen

Fauchende und zischende Dampfrösser können am Dienstag, 06. September 2016, um 20:00 Uhr im Schwerter Ruhrtalmuseum bestaunt werden. Ton Pruissen aus den Niederlanden, als Filmemacher den Eisenbahnfreunden bestens bekannt, präsentiert in Schwerte zum ersten Mal eine Auswahl seiner schönsten „Dampfzeitfilme“. Eine einzigartige Dokumentation des Eisenbahndampfbetriebs der 1960-1970er Jahre.

Ton Pruissen, in Hilversum geboren, war schon in seiner Jugend vom Virus der Dampfeisenbahn infiziert. Bereits mit 16 Jahren begann er, den damals noch planmäßigen Dampfbetrieb in vielen Ländern mit einer 8mm-Schmalfilmkamera festzuhalten.

Heute kann Ton die Frage „Wie war sie eigentlich - die Dampfzeit?“ eindrucksvoll beantworten, denn seine gedrehten Filme geben hierauf die richtige Antwort. Das mit den Jahren umfangreich angefallene Filmmaterial hat er inzwischen digitalisiert und hochwertig vertont, denn die Filme wurden stumm gedreht und die Geräusche mit einem Tonbandgerät aufgezeichnet. Anfangs drehte er seine Filme in schwarz/weiß, später dann auch in Farbe.

In den 1960er Jahren lockten den Eisenbahnfreund die dampfbetriebenen Schmalspurbahnen bei der Deutschen Reichsbahn in die DDR. Obwohl das Fotografieren und Filmen von Zügen und Bahnanlagen dort verboten war, konnte er meistens ohne Kontrolle das Filmmaterial mit nach Hause nehmen.

Nach Filmaufnahmen im September 1971 wurde Ton Pruissen bei der Ausreise aus der DDR festgenommen und stundenlang verhört. Seine Filme wurden beschlagnahmt. Ohne Filme musste er diesesmal seine Heimreise antreten, denn seine Schmalfilme wurden durch die DDR-Behörden zensiert. Aufnahmen mit strategischen Objekten wurden herausgeschnitten. Die restlichen Szenen konnte er dann einige Monate später in Berlin abholen.

Heute ist er im Besitz mehrerer hundert Meter Film vom planmäßigen Dampflokeinsatz in der DDR. Seine Filme sind eine Dokumentation der Eisenbahngeschichte und nicht wiederholbar.

1966 und 1967 dokumentierte er auch die Arbeitsabläufe bei der Reparatur von Dampflokomotiven im Schwerter Ausbesserungswerk.
Der heute in Delft lebende Eisenbahnfreund erzählt: „In meinen Filmen möchte ich die Atmosphäre der Dampfzeit zeigen, die nicht nur durch die Lokomotiven bestimmt war. Dazu gehörten auch Menschen, die den Bahnbetrieb durchführten, und Reisende, die dieses Verkehrsmittel nutzten. Auch Details, wie Blumen zwischen den Schienen, waren mir bei den Dreharbeiten wichtig.“

In Zusammenarbeit mit den „Wittener Eisenbahnfreunden“ konnte jetzt der „Arbeitskreis Eisenbahnfreunde Schwerte“ den Filmemacher für einen Vortrag im Schwerter Ruhrtalmuseum gewinnen. Freunde der Eisenbahn sollten sich diese Filmdokumentation nicht entgehen lassen. Die Veranstaltung im Ruhrtalmuseum beginnt um 20:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Wer an der Filmvorführung in Schwerte nicht teilnehmen kann, hat die Möglichkeit, Ton Pruissens Filme zwei Tage vorher (Sonntag, 04.09.16) bei den „Wittener Eisenbahnfreunden“ im Hauptbahnhof Witten, Bergerstr. 35 (Vereinsheim), zu besuchen. In Witten beginnt die Veranstaltung um 16:00 Uhr (gemütliches Kaffeetrinken), ab 17:00 Uhr Filmvorführung.
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